Amokalarm in Oldesloer Berufsschule

Am Ende ist nichts passiert, aber der Schrecken war groß … Um 10.40 Uhr am 21. Juni 2022 erreichte die Redaktion die Nachricht, dass in den Klassen der Berufsschule in Bad Oldesloe das Licht ausgeschaltet werden, die Türen abgeschlossen und die Schüler:innen sich ruhig verhalten sollen. Zunächst wusste keiner, warum und wieso, doch dann machten Videos per WhatsApp die Runde, welche zeigten, wie ein “Sondereinsatzkommando” auf dem Schulgelände bewaffnet Stellung bezog.

Zehn Minuten später hieß es, die Polizisten hätte Jemanden abgeführt. Andererseits waren die Beamten noch in Stellung. Und es kam immer wieder die Durchsage “Ruhig verhalten. Weitere Lautsprecherhinweise abwarten.” Eine 11. Klasse war im Chemieraum, welcher feuerfeste Türen hat. “Beruhigend, dass der Raum “Bunkertüren hat”, wie meine Tochter sie nannte!”, erzählte eine Mutter, die auch direkt bei der Polizei anrief, um sich zu informieren. Doch dort hieß es nur: Eltern brauchen sich keine Sorgen machen und mehr dürften sie jetzt noch nicht sagen.

Beunruhigende Bilder und Videos wurden geteilt; Lehrkräfte und Schüler:innen versuchten, die Ruhe zu behalten.

Einigen Schülern war sogar langweilig, denn sie mussten ja in geschlossenen Räumen sitzen und hatten nichts zu tun. Ob einige Angst hatten, statt Langeweile? Auf jeden Fall hatten Eltern durchaus Angst, denn ihnen gingen Bilder aus den USA durch den Kopf. Bilder über Amokläufe, bei denen Schüler:innen und Lehrkräfte erschossen worden waren.

Um 11.08 Uhr verschwanden die Polizisten wohl im Schulgebäude; kurz danach hieß es, der Täter wäre geschnappt worden; um 11.39 Uhr teilte die Schulleitung über die Freisprechanlage mit, alles ist gut und die Klassen würden jetzt Zug um Zug nach Draußen geholt werden. Um 13.10 Uhr schrieb eine Schülerin der Redaktion: “Also unsere Klasse war cool drauf. Aber eben auf dem Schulhof haben wirklich Viele geweint. Die hatten richtig Panik und waren fertig mit den Nerven!” Zeitgleich durften die Schüler:innen nun gehen – Unterricht wird dort heute nicht mehr stattfinden.

Es ging wohl “nur” um eine Androhung einer Straftat.

Im Polizeibericht (Quelle) heißt es: Heute Vormittag (21.06.2022), gegen 10.30 Uhr kam es an der Beruflichen Schule des Kreises Stormarn in Bad Oldesloe, Schanzenbarg, zu einem größeren Polizeieinsatz. Anlass war die Androhung eines Schülers eine Straftat zu begehen. Zahlreiche Polizeikräfte sicherten daraufhin das Schulgebäude. Es folgten diverse Sicherungsmaßnahme in Abstimmung mit der Schulleitung. Eine Fahndung nach dem Schüler wurde umgehend eingeleitet. Im Zuge dessen wurde auch eine Kaufland-Filiale in der Ratzeburger Straße durch mehrere Einsatzkräfte durchsucht.

Der tatverdächtige Schüler wurde von Beamten am Bad Oldesloer Bahnhof angetroffen und vorläufig festgenommen. Durch die Festnahme bestand keine aktuelle Gefährdungslage mehr, so dass der Einsatz gegen Mittag beendet werden konnte.

Die genauen Hintergründe über Art und Motivation der Androhung sind derzeit noch unklar und Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Im Nachgang zu dieser Einsatzlage mussten drei Personen medizinisch behandelt werden (Kreislaufbeschwerden und Panikanfall).

Laut Medienberichten hatte der Täter keine Waffe.

Dieser Schüler war wohl völlig ausgerastet und hatte gedroht, die ganze Schule abbrennen zu wollen. Eine Mit-Schülerin hatte ihre Eltern informiert, diese die Schulleitung und dann wurde schulintern der Amok-Alarm ausgelöst, wodurch Polizei und Feuerwehr informiert wurden.

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