Neues Jahr neues Glück, das gilt in diesem Jahr sowohl für die deutsche als auch für die internationale Filmbranche, denn 2018 war filmisch gesehen kein so gutes Jahr. Dennnoch werden auch 2019 wieder die Oscars, der Bayerische Filmpreis und der Deutsche Fernsehpreis verliehen.

Den Anfang machte in diesem Jahr wieder der Bayerische Filmpreis. Er wurde bereits zum 40. Mal im Prinzregententheater in München von der Staatsministerin für Digitales des Staates Bayern, Judith Gerlach vergeben. Sie ist sich ihres Sieges sicher: “Was das Dolby Theatre für die Oscars ist, ist das Prinzregententheater für den Bayerischen Filmpreis”. Der Bayerische Filmpreis sei mit Preisgeldern von insgesamt 300.000 Euro dotiert, so Gerlach in einer Pressemitteilung.

Die Trailer zu den einzelnen Filmen befinden sich unterhalb dieses Textes. Stimmt hier gerne ab, welcher Trailer euch am meisten gefallen hat:

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Hier die Preisträger:

Der Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder geht in diesem Jahr an den Regisseur Roland Emmerich, der unter anderem mit Filmen wie “The Day After Tomorrow”, “Independence Day” oder “2012” bekannt wurde.

Roland Emmerich Foto: Georges Biard, CC-BY-SA-3.t

Die Jury schreibt zum Ehrenpreis: “Roland Emmerich ist ein Deutscher, der den Amerikanischen Traum wahr gemacht hat und Menschen auf der ganzen Welt für das Kino begeistert. Geboren in Stuttgart-Obertürkheim hat er es über die Filmhochschule München und erfolgreiche Produktionen in Deutschland nach Hollywood geschafft wo er für seine epischen wegweisenden visuelle Standarts setzenden Katastrophenfilme als “Master of Desaster” verehrt wird Als Autor, Produzent und Regisseur ist er verantwortlich für einige der größten Blockbuster der Kino-Geschichte:”Stargate” (1994), “The Day After Tomorrow´” (2004, “2012” (2009) und natürlich “Independence Day” (1996; Teil 2 2016). Von Anfang an war es Roland Emmerichs Anrieb, mit seinen Filmen so viele Zuschauer zu erreichen wie möglich. Und von Anfang an faszinierte ihn das Visionäre, das Überlebensgroße, das Außer- und Überirdische. Seine Helden ,verkörpert von Superstars wie Kurt Russel, Will Smith oder Mel Gibson, haben mythologische Dimensionen – sie retten die Welt oder trotzen ihrem Untergang, indem sie auf ihre moralische Integrität kämpfen. Und sie gehen bis zum Äußersten, wenn ihre Familie bedroht ist. Der Einsatz für diese Werte, Loyalität und Teamwork, zeichnet nicht nur Roland Emmerichs Protagonisten aus, er bestimmt auch sein Leben. Er gibt Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, von den Schauspielern bis zu den kreativen Schöpfern der Spezialeffekte gerne und großzügig die Gelegenheit, Außerordentliches zu leisten. Er inspiriert und unterstützt seine Regie-Kollegen und den Kinonachwuchs mit Rat und Tat. Er setzt sich ein für die Gleichberechtigung von Homosexuellen, die er im Film “Stonewall” (2015) auch filmisch beeindruckend reflektiert hat, und engergiert sich aus tiefer Überzeugung für die Menschenrechte. So liebt und lebt Roland Emmerich ganz großes Kino! Ihm zu Ehren spielte das Münchener Rundfunkorchester eine Suite der Filmmusik aus den Filmen Independence Day, The Day After Tomorrow und Stargate aus den folgenden Stücken:

“End Titles” von David Arnold aus dem Film “Independence Day”

“The Day After Tomorrow” von Harald Klosner aus dem gleichnamigen Film

“Giza,1928” von David Arnold aus dem Film “Stargate”

“Closing Titles-Intro”  von David Arnord aus dem Film, “Stargate”

“The President’s Speech” von David Arnold aus dem Film “Independence Day”

Filmplakat “Sauerkrautkoma” © 2018 Constantin Film Verleih GmbH

Der Publikumspreis, der wie jedes Jahr wieder von den Zuschauern des Kinomagazins “kinokino” im BR Fernsehen und den Hörern vom Radiosender

Bayern 1 vergeben wurde, ging in diesem Jahr an den  Regisseur Ed Herzog, die Schauspieler Sebastian Bezzel und Lisa Marie Potthoff, die Produzentin Kerstin Schmidbauer,  die Krimiautorin Rita Falk, und den Drehbuchautoren Stefan Betz für ihren Film “Sauerkrautkoma”.

 

 

 

Der Preis für die besten Visual Effects (dotiert mit 10.000 Euro) geht an Frank Schlegel für den Film “Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer”.

Die Jury schreibt:  “Wer kennt Michael Endes Geschichte von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer nicht? Die Verfilmung durch die Augsburger Puppenkiste ist legendär. Sich an diesen Stoff zu wagen, ist mutig und visionär.

Dank des Produzenten Christian Becker, des Regisseurs Dennis Gansel und der beeindruckend realistischen und unglaublich detailreichen Umsetzung

Plakat zu ” Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer” © 2018 Warner Bros. Entertainment

der phantastischen Entwürfe des Production Designers Matthias Müsse durch die in Deutschland beheimaten Studios für Visual Effects (VFX) entstand hier eine ganz neue, bisher nur in den Köpfen der Leser der Bücher existierenden Welt mit atemberaubenden Bildern: das vom Meer umtoste Inselchen Lummerland, die phantastische Stadt des Kaisers von Mandala, die düstere Drachenstadt, oder die wilden Landschaften und Wüsten dieser imaginären Weltreise.

Fast alles, was im deutschen VFX-Schaffen Rang und Namen hat daran mitgewirkt diese Welt zu erschaffen. (Trixter, ScanlineVFX, Mackevision, Chimney und RISE FX) Unter der Leitung und Koordination des VFX-Supervisors Frank Schlegel entstand dieser Film, der zeigt, dass nicht nur im Auftrag der US-Studios großes Kino und tolles Entertainment entstehen kann.” Der Drache Nepomuk wird übrigens vom Gastgeber der Bullyparade höchstpersönlich, Michael “Bully” Herbig gesprochen.

 

 

 

 

Der Produzentenpreis wurde in diesem Jahr zweigeteilt und geht mit jeweils 1000.000 an Robert Marciniak von der Lieblingsfilm für die Produktion des Films “Trautmann” und an Max Wiedemann, Quirin Berg und Jan Mojto von der Wiedemann & Berg Filmproduktion für “Werk ohne Autor”, welcher übrigens Deutschland bei den diesjährigen Oscars vertritt und vom Oscarpreisträger Florian Henckel von Donnersmark (“Das Leben der Anderen”) gedreht wurde. Der Englische Titel ist “Never Look Away”.

Filmplakat “Trautmann” © SquareOne Entertainment

Begründung der Jury für die Vergabe des Produzentenpreises an “Trautmann”:

“In einer Zeit als eine Annäherung zwischen England und Deutschland in weiter Ferne schien, schaffte es ausgerechnet ein ehemaliger Wehrmachtssoldat, die Herzen der Engländer zu erobern. Bernd Trautmann, von den Engländern “Bert” genannt, gilt bis heute als einer der besten Torhüter der Welt.”

“Der Film “Trautmann” beschreibt seinen steinigen Weg vom gehassten deutschen Nazi-Soldaten in britischer Kriegsgefangenschaft hin zum von allen geliebten Fußballstar bei Manchester City, der für den Sieg seiner Mannschaft seine Gesundheit und sogar sein Leben aufs Spiel setzt.”

“Dem Produzenten der Lieblingsfilm und dem Regisseur Marcus H. Rosenmüller gelingt mit “Trautmann” ein kluger und emotionsgeladener Film, der alles mitbringt, was großes Kino braucht und weit mehr ist als das Biopic eines Fußballers. Es ist ein Appell an das Menschliche in uns. Die vielen Jahre der kräftezehrenden Vorarbeit haben sich gelohnt, um den Film als internationale- sprich bayerisch-irisch-englische Koproduktion grandios in Szene zu setzten.”

 

Begründung der Jury für die Vergabe des Produzentenpreises an “Werk ohne Autor”(“Never Look Away”):

“”Werk ohne Autor” beginnt 1937 in Dresden mit dem fünfjährigen Kurt Barnert und wird die Stationen seiner Entwicklung zu einer künstlerischen Persönlichkeit bis in die sechziger Jahre in Düsseldorf  aufblättern.”

“Viele Jahre hat der Oscarpreisträger Florian Henkel von Donnersmark an dieser Geschichte recherchiert, geschrieben und schließlich den Film inszeniert. Solch einen langen künstlerischen Prozess mit  internationalem Anspruch von Deutschland aus zu finanzieren und durchzuführen, braucht starke und kluge Partner. Der Film erzählt Barnerts Geschichte nicht nur über drei völlig unterschiedliche Zeitbezüge, sondern auch über die darin verwobenen dramatischen Handlungen von Figuren, die ihm nahestehen. Aufwändig inszenierte und mit einem beeindruckenden Ensemble gedrehte Szenen vereinen historische Anspielungen mit emotionalen Wirkungen. Im großen Finale schließlich wird der Film selbst zum Zeugnis eines künstlerischen Schaffensprozesses. Die filmische Wucht von “Werk ohne Autor” hallt noch lange nach. Das deutsche Kino braucht solche Filme – und ihre mutigen und engagierten Produzenten!”

 

Der Preis für des besten Nachwuchsdarsteller wurde verliehen an Max Hubacher für seine Rolle in “Der Hauptmann”.

Die Jury schreibt: ” Max Hubacher verkörpert grandios in dem beeindruckenden Kinofilm “Der Hauptmann” den Wehrmachts-Gefreiten Willi Herold, der auf der Flucht vor der Front durch eine gefundene Uniform in die Rolle eines Hauptmannes schlüpft . Diese “Rolle in der Rolle” balanciert er auf schmalem Grat aus: zwischen nahezu jugendlicher Unschuld und der grausamen Härte eines Mannes, den die gewonnene Macht zum Mörder werden lässt. Max Hubacher schafft es, dass man sich als Zuschauer zunächst gut mit der Figur des Willi Herold identifizieren kann, doch mit jeder Lüge, jeder Straßenkontrolle, jeder Handlung der Gewalt wünscht man sich schon bald, sich mehr von ihm zu distanzieren.”

“Aber man kommt ihm nicht aus! Zu verstörend ist es, seine Veränderung vom Gejagten zum Jäger mitzuerleben. Es ist bemerkenswert, wie akribisch Hubacher sich auf diese Rolle eingelassen hat und diese mit jeder Faser verkörpert. Er gibt damit der Grausamkeit des Krieges ein Gesicht.”

Nachwuchsschauspieler Max Hubacher © Jensbest CC BY-SA 4.0

Plakat zu “Der Hauptmann” ©Weltkino Filmverleih

 

 

 

 

 

 

 

Den Preis als bester Darsteller erhält Alexander Scheer für seine Rolle in “Gundermann”. Die Jury schreibt:

Plakat zu “Gundermann” © Pandora Filmverleih

Bester Schauspieler Alexander Scheer © Superbass / CC BY-SA 4.0

“Gerhard “Gundi” Gundermann ist ein Poet, ein Idealist, ein Baggerfahrer und Weltverbesserer. Und ein Stasi-Spitzel.  “Ich spiel dir den mit allem was ich habe!” hat Alexander Scheer dem Regisseur Andreas Dresen versprochen. Und dieses Versprechen hat er gehalten! Alexander Scheer hat sich den Liedermacher Gundermann “übergezogen” wie eine zweite Haut: hochengagiert, sensibel, seltsam zerrissen und stark zugleich. Wie Alexander Scheer hier die Waage zwischen Drama und Komödie auslotet und dabei auchnoch musikalisch hundertprozentig überzeugt, ist beeindruckend und berührend. mit jeder Geste, jedem gesungenem Ton, jedem Nasenschniefer oder Zurrechtrücken der großen Brille, glaubt man als Zuschauer Gundermann persönlich kennengelernt zu haben. Das ist eine unglaubliche und großartige schauspielerische und auch musikalische Leistung: Wir gratulieren von Herzen  zu dieser gelungenen darstellerischen Leistung!”

 

 

 

 

 

Beste Schauspielerin Marie Bäumer © Harald Krichel CC BY-SA 4.0

Der Preis für die beste Schauspielerin geht an die durch “Schuh des Manitu”, als Uschi bekannt gewordene Marie Bäumer für ihre Rolle der Romy Schneider in “3 Tage in Quiberon”.

“Für jeden Künstler, jede Künstlerin kann der Vergleich mit einem prominenten Star, der vor ihr kam, belastend sein. Marie Bäumer wurde seit dem Beginn ihrer Schauspielkarriere immer wieder mit Romy Schneider verglichen. In „3 Tage in Quiberon“ schlüpft sie nun tatsächlich in die Rolle der Romy Schneider und beschert damit der Welt einen ebenso grandiosen wie berührenden Moment des großen Schauspielerkinos. Wie sie lächelt, wie sie weint, wie sie sich Feuer geben lässt, wie sie provoziert und doch oft schüchtern bleibt, wie sie flirtet und tanzt: Marie Bäumer ist dabei Romy Schneider, mit deren Manierismen, mit ihrer Durchlässigkeit, Klugheit und Schönheit. Marie Bäumer muss dabei den Vergleich nie scheuen. Dabei spielt sie Romy, eine Frau in einer tiefen Lebenskrise, so intensiv und authentisch, dass sich der Zuschauer noch einmal in sie verliebt. Vielen Dank Marie Bäumer!”

 

 

 

Der Preis für die beste Nachwuchsdarstellerin geht an Svenja Jung für ihre Rollen in “Die Geschichte der Liebe” (oder der bayerische Titel: “A Gschicht über d’ Lieb”).

 

Die Jury begründet den Preis folgendermaßen:

“Svenja Jung fällt auf, seit sie vor knapp vier Jahren zum ersten Mal auf der großen Leinwand zu sehen war. Und danach immer wieder, als exzessives Berliner Partygirl, als beste Freundin mit dem schönsten falschen Lächeln, als geistig behindertes Mädchen. Ihre Wandlungsfähigkeit ist dabei fast schon ihr Handicap.

Denn jetzt gilt es, sie in „A Gschicht über d´Lieb‘“ wiederzuerkennen.

In diesem historischen Drama spielt die 25-jährige eine schwäbische Bauerntochter. Als diese lebt sie Anfang der 1950er Jahre auf dem Lande, wo Härte und Rohheit dominieren.

Nur ein Mensch scheint sie zu verstehen, ihr Bruder, der fatalerweise mehr als nur geschwisterliche Liebe für sie empfindet. Svenja Jung zeigt die Leiden und die Leidenschaften dieser jungen Frau mit höchster Ausdruckskraft.

Sie nimmt den Zuschauer mit, macht ihm das Unverständliche erklärlich. Aus ihrem Gesicht will er immer neue Figuren, immer neue Facetten lesen. Es wäre nicht verwunderlich, wenn Svenja Jung in Zukunft in einer richtigen Hollywood-Produktion mitspielen würde, z.B. als junge Jedi-Schülerin. Dass sie das Zeug dazu hat, hat sie schon bewiesen.

 

Den Preis für den besten Kinder- und Jugendfilm erhielt der Regisseur Aron Lehmann für den Film “Das schönste Mädchen der Welt”. Dazu die Jury:

” Der Film “Das schönste Mädchen der Welt” versetzt die bekannte Geschichte des Cyrano de Bergerac ins Hier und Jetzt und transformiert den Wettstreit der Wörter in das Milieu des Battle-Rap. Cyrano, der wegen seiner riesigen Nase gemobbt wird, versteckt sich dabei hinter einer goldenen Maske. Und wie auch in der Vorlage, verwechselt die schöne Roxanne den Klugen mit dem Schönen und die Wirrungen nehmen ihren Lauf.”

” Dass in dieser Geschichte Klugheit über Schönheit siegt, ist kein pädagogischer Appell, sondern schlicht einer der schönsten Liebesfilme der letzten Jahre.”

“Das schönste Mädchen der Welt”- Regisseur Aron Lehmann © Harald Bischoff CC BY-SA 3.0

” Seine Kraft und Ehrlichkeit zieht der Film aus dem so intelligenten und frechen Drehbuch, das Lars Kraume zusammen mit Aron Lehmann und Judy Horney geschrieben hat, hervorragenden Songtexten der Sängerin LEA, bezaubernden Darstellern und vor allem einer wunderbaren Regieleistung von Aron Lehmann.”

Filmplakat “Das schönste Mädchen der Welt” ho­no­rar­frei © obs/Tobis Film/Nadja Klier

Den Soundtrack zu Film findet ihr hier

 

 

 

 

 

 

Der Dokumentarfilmpreis geht an Markus Imhoof für seinen Film “Eldorado” Die Jury sagt zum Film “Eldorado”:

“Weit vor dem Spätsommer 2015 begann Markus Imhoof seine Arbeit zu “Eldorado”, einem Dokumentarfilm über das weltweite Phänomen der

Das Plakat zu “Eldorado” © Majestic Filverleih

Flüchtlingsströme. Inzwischen gibt es viele Filme zu diesem Thema, doch dieser hier ist etwas ganz Besonderes: Auf kluge Art und Weise verbindet der Filmemacher Beobachtungen auf dem Rettungskreuzer “Mare Nostrum”, in einem italienischen Auffanglager, einem Ghetto “illegaler” und einer Schweitzer Flücht

Der Regisseur von Eldorado, Markus Imhoof Foto: Mathias Bothor / Majestic Filmverlei

lingsunterkunft mit den globalen Handelsströmen. Dieses Kunststück gelingt Markus Imhoof durch hervorragend gewählte Protagonisten, deren Schicksale uns nicht nur emotional zutiefst berühren, sondern die darüber hinaus politische Missstände schonungslos offenlegen.”

 

“Dies alles durchwebt er mit einem poetischen Exkurs in die Vergangenheit: In der Schweiz des Jahres 1945, in der seine Familie “Giovanna”, ein hungerndes italienisches Mädchen, aufnimmt – Imhoofs erste Liebe. im imaginären Dialog mit ihr schafft er einen eindringlichen Appell an die Menschlichkeit. Denn wie sagt Giovanna zu ihm: “Wir leben alle unter den selben Sternen”.”

 

 

 

 

 

 

 

Der Preis für die Beste Regie ging in diesem Jahr an Caroline Link für ihre Ruhrpottkomödie “Der Junge muss an die Frische Luft”, nach Hape Kerkelings gleichnamigen Bestseller, über seine Kindheit. Die Jury schreibt:

“Die Verfilmung einer liebevollen Kindheit im Ruhrpott klingt nicht nach dem Kinoerlebnis, auf das die deutschen Zuschauer warten. Wenn die Geschichte aber ein Bestseller des großen Entertainers Hape Kerkeling ist, die preisgekrönte Autorin Ruth Toma das Drehbuch schreibt und die Oscarpreisträgerin Caroline Link Regie führt, dann wird man – zu Rech

Caroline Link  ©André Mischke / Warner Bros.

t!- neugierig.”

“Caroline Link erzählt tief berührend die Geschichte eines Jungen, der seinen eigenen Weg findet. Dabei führt sie gekonnt ein großartiges Schauspielerensemble – allen voran der witzige und sympathische Julius Weckauf als junger Hans-Peter. Die Regisseurin entfaltet meisterlich ihre Fähigkeiten, zwischenmenschliche Emotionen glaubhaft zu zeigen. Ob ein Schokomund oder ein roter Kussmund, detailgetreu inszeniert Caroline Link Kleinigkeiten des Alltags mit einer Perfektion, die dem Film seine Stimmigkeit in allen Facetten gibt. Dieser Film darf nicht aufhören, denkt man beim Zuschauen, denn hier pulsiert in jeder Einstellung die Liebe zum Leben.”

Plakat zu “Der Junge muss an die Frische Luft” © Warner Bros.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Drehbuchpreis erhält Christian Petzold für das Drehbuch zum Film “Transit”. Die Jury urteilt:

“Christian Petzolds Filme beschreiben Figuren, die am Rande der Gesellschaft stehen, Suchende sind, oder vom Schicksal Getroffene, die in Zwischenräumen existieren. In seinem Film “Transit”, nach Motiven des weltberühmten Romans von Anna Seghers, reist die Hauptfigur Georg (gespielt von Franz Rogonowski) als Flüchtling von Paris nach Marseille,

Christian Petzold © Schramm Film/ Marco Krüger

und zugleich zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Petzold gelingt es in seiner Adaption, losgelöst von genauen Zeitbezügen eine eigene Erzählebene zu schaffen, in der seine Figuren wortkarg und in wachsender Unsicherheit umeinanderkreisen. als Zuschauer verlieren wir uns mit und in diesen Geschichten und hören in  unseren Köpfen die Fragen die der Film “Transit” stellt, ohne dass sie ausgesprochen werden müssen: “Werde ich ankommen?”, “Werde ich wieder dazu gehören?”, “Wer werde ich sein?” In “Transit” hat Christian Petzold Etüden der Unsicherheit entworfen, die noch lange nachklingen.”

 

 

Transit Plakat © Piffi Medien

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Preis für die beste Bildgestaltung geht an Benedict Neufels und seinen Film “Styx”. Die Jury meint dazu:

“Bildgewaltig gelingt es den Filmemachern in “Styx” von einer starken Protagonistin zu erzählen, die auf einem Segelschiff unvermittelt aus ihrer Welt gerissen wird, als sie auf ein überfülltes Flüchtlingsboot trifft.”

“Benedict Neufels schafft es in kongenialen Kinobildern, das moralische Dilemma der Notärztin Rike glaubhaft und packend zu vermitteln. Der Schauplatz des Meeres ist auf das Wesentliche reduziert und wirkt archaisch. Gant dem Leitsatz: “Kino ist Körper in Bewegung” gelingt es den Bildgestaltern authentisch und in langen besonnenen Einstellungen die Notlage der Protagonisten zu veräußerlichen und den körperlichen Kraftakt spürbar zu machen. Durch seine kluge Bildgestaltung empfindet der Zuschauer hautnah die Beklemmung und den physischen und psychologischen Schwindel der Situation auf hoher See. Die Kamera unterstützt die beeindruckende schauspielerische Leistung von Susanne Wolff, die den Zuschauer vom ersten Moment an in ihren Bann zieht. “Styx” ist ein großes Stück Gegenwartskino, das uns dank dieser hervorragenden Bildgestaltung die brisanten Themen Flüchtlingskriese, Menschlichkeit und Verantwortung schmerzlich nahebringt.”

Plakat zu “Styx” © Zorro Film

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Sonderpreis erhält Oliver Haffner für “Wackersdorf” Die Meinung der Jury:

Ein Gesetzestreuer Oberpfälzer Lokalpolitiker wird zur Galionsfigur für den zivilen Ungehorsam und zum unfreiwilligen Helden seiner Zeit. In den politisch aufgeheizten 1980er Jahren lässt dich Landrat Hans Schuirer von keiner Seite vereinnehmen, steht aufrecht im Sturm, weil er an den Rechtsstaat glaubt. Bis er eines Besseren belehrt wird. Das ist der Stoff aus dem “Wackersdorf” ist: Ein zeitgeschichtliches Politdrama über den erfolgreichen Kampf gegen eine atomare Wiederaufbereitungsanlage gigantischen Ausmaßes und zugleich ein großer Heimatfilm.

Plakat zu “Wackersdorf” ©Alamode Filmverleih

“Wackersdorf” ist eine mutige Filmerzählung über Zivilcourage und den Sieg des gesundenden Menschenverstands, Regisseur Oliver Haffner und Produzent Ingo Fliess, haben über viele Jahre die politischen und Wirtschaftlichen Hintergründe der geplanten Wiederaufbereitungsanlage recherchiert, zahllose Interviews und Gespräche mit Zeitzeugen geführt. Die Begegnung mit dem Landrat und dessen Widersacher und späteren Mitstreiter Bössenecker hat die Filmemacher nachhaltig inspiriert und bis zur Fertigstellung des Films bestärkt, dass die Wirklichkeit immer noch die stärksten Geschichten bereithält.

 

 

 

 

 

 

 

 

Plakat zu “Wer hat eigentlich die Liebe erfunden” © Alamode Filmverleih

Kerstin Polte herhielt für ihren Film “Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?” den Preis für die beste Nachwuchsregie. Die Jury meint :

“Mit ihrem Debütfilm „Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?“ gelingt Regisseurin und Drehbuchautorin Kerstin Polte ein besonderer Film mit außergewöhnlicher Tonalität: eine Komödie, reich an poetischen Klangfarben und philosophischen Obertönen. Mit großer Leichtigkeit lenkt die Regisseurin die Figuren durch eine phantasievolle Erzählung, die einen interpretatorischen Freiraum kreiert, der die Vorstellungskraft seiner Zuschauer inspiriert.”

“Kerstin Polte führt ihre durchweg wunderbaren Schauspieler mit großer Sensibilität durch Szenen und Stimmungen und lässt ihnen dabei jederzeit größtmögliche Freiheit, um in die tiefsten Seelenwinkel der Figuren einzutauchen und diese auf ihrer humorvollen wie zugleich tragischen Reise zu erkunden.”

“„Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?“ ist magischer Realismus, ein Film, der im Kopf weiterläuft, auch wenn er auf der Leinwand längst sein Ende gefunden hat.”

 

 

 

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