In Reinfeld wird am Sonntag, dem 17. Mai, die Wahl des neuen Bürgermeisters durchgeführt. Das trotz der Corona-Krise – bestenfalls per Briefwahl. Der amtierende Bürgermeister Heiko Gerstmann (Bild oben in seinem Büro) tritt nicht erneut zur Wahl an. Bürgermeister-Kandidaten sind Roald Wramp und Mary Rose Wolgast. Beide beantworteten Fragen der Redaktion per E-Mail.


Was ist Ihre Vision für Reinfeld?

Antwort von Herrn Wramp:

Foto © Roald Wramp

Meine Vorstellung von einem “Reinfeld der Zukunft” ist zunächst ein wirtschaftlich starkes Reinfeld. Denn nur dann kann die Stadt Reinfeld ihren Bürgerinnen und Bürgern viele Leistungen anbieten und zurückgeben.

Mein “Reinfeld der Zukunft” ist auch ein Reinfeld, was sich auf die Herausforderungen des Klimawandels einstellt. Dazu gehört unter anderem ein Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs innerhalb von Reinfeld zusammen mit seinen Nachbargemeinden, eine Minimierung des Autoverkehrs in der Innenstadt bei gleichzeitigem Ausbau des Fahrradverkehrs, sowie Optimierung der Zuganbindung nach Hamburg und Lübeck.

Mein “Reinfeld der Zukunft” muss sich zudem der weiteren Digitalisierung und insbesondere den neuen Anforderungen und preislichen Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt stellen. Nur so kann die Stadt jüngere sowie zugleich ältere Menschen in der Stadt halten und dessen gemeinschaftliches Miteinander fördern.

Antwort von Frau Wolgast:

Foto © Mary Rose Wolgast

Meine Vision für Reinfeld ist, dass man innerhalb der Stadt wieder gemeinsam an einem Strang zieht und in eine Richtung blickt. Ich wünsche mir für Reinfeld eine langfristige Planung, d.h. wir müssen uns heute gemeinsam die Frage stellen, wie diese liebens- und lebenswerte Stadt für die jetzigen und die nachfolgenden Generationen aussehen soll.

Im Hinblick auf den demographischen Wandel und immer wachsender Herausforderungen der Kommunen in vielen Bereichen sollten wir jetzt die Weichen stellen, um eine zukunftsfähige, bürgerfreundliche und nachhaltige Stadt zu etablieren. Dafür ist es zwingend erforderlich mit Verwaltung, Stadtpolitik und Bürgerschaft in den Dialog zu treten und die Belange im Sinne der Bürger*innen dieser Stadt umzusetzen.


Wie können Sie die Stadt für Jugendliche interessanter machen?

Hr. Wramp: Konkret besteht derzeit seitens der Jugend ein großes Interesse an dem Ausbau des Breitbandnetzes, der beginnenden Digitalisierung der Schulen und einem breiten Freizeitangebot. Der Breitbandausbau schreitet voran. Die Digitalisierung der Schulen wurde durch die Stadtvertretung im Grundsatz beschlossen. Hier müssen allerdings durch die Verwaltung, dessen Chef der Bürgermeister ist, noch die wirtschaftlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Da kann ich kurzfristig meine Kompetenz und Erfahrung in diesem Bereich einbringen, um das Projekt zu beschleunigen.

Reinfeld ist in der glücklichen Lage, durch ein großes ehrenamtliches Engagement in einer Vielzahl von Vereinen und Verbänden über ein heute bereits großes Freizeitangebot zu verfügen. Als Bürgermeister will ich zusammen mit der Stadtvertretung durch gezielte Förderung des Engagements und der Sorge für gute Rahmenbedingungen diesen unersetzbaren Schatz erhalten und ggf. ausbauen. Dazu gehört aktuell beispielsweise die Sanierung der Sportplatzanlagen. Für die heutige Jugend interessant ist jedoch auch die Frage: Finden wir später in Reinfeld Wohnraum und Arbeitsplätze? Deshalb setze ich mich unter anderem für eine dahingehende Entwicklungsplanung ein. Darüber hinaus werbe ich dafür, dass sich die Jugend selbst aktiv mit einbringt und ihre Interessen vertritt.

Fr. Wolgast: Wichtig wäre mir im ersten Schritt, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Rahmen von gemeinsamen Gesprächen an einen Tisch zu bitten und zu erkunden, was gewünscht wird. Was wünschen sich Jugendliche und junge Erwachsene in Reinfeld? Woran fehlt es? Wie und wo ist der Bedarf? Dann gilt es die Wünsche aufzunehmen, mögliche Konzepte zur Umsetzung zu erstellen und alle Beteiligten von Anfang an mitzunehmen. Eine Stadt lebt vom Mitmachen. Ich strebe überdies eine Kinder- und Jugendsprechstunde an, die ermöglichen soll, direkt und persönlich mit der Bürgermeisterin in Kontakt zu treten.


Wieso sind Sie für den Job des Bürgermeisters geeignet?

Hr. Wramp: Weil ich fachlich als auch menschlich die Voraussetzungen dafür mitbringe. Ich kann in rund 20 Jahren Berufserfahrung in der kommunalen Verwaltung durchaus interessante und erfolgreiche Projekte vorweisen. Seit über 10 Jahren trage ich für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Verantwortung. Wir arbeiten im Team erfolgreich und gerne zusammen. Zudem genieße ich bei einer Vielzahl von ehrenamtlich Tätigen der Gemeinden des Amtes Nordstormarn ein großes Vertrauen, wofür ich täglich immer wieder gerne arbeite.

Gleichermaßen konnte ich das Vertrauen der ehrenamtlichen Stadtvertreterinnen und Stadtvertreter der Stadt Reinfeld erwerben. Vertrauen zwischen Bürgermeister und den ehrenamtlichen Vertretern ist neben den fachlichen und menschlichen Voraussetzungen ein Grundpfeiler einer erfolgreichen Wahlzeit eines Bürgermeisters. Diesen Fundus an Erfahrung, Fachwissen und Vertrauen bringe nur ich mit in das Amt des Bürgermeisters ein!

Fr. Wolgast: Durch meine 21-jährige Zugehörigkeit zur Zollverwaltung auf Bundesebene ist mir die Verwaltungstätigkeit alles andere als fremd. Ich habe diesen Beruf in einer sehr guten Bundesausbildung von der Pieke auf gelernt. Als staatlich geprüfte Wirtschaftsassistentin mit Schwerpunkt Datenverarbeitung, Inhaberin der Sachkundeprüfung im Güterkraftverkehr, ehemalige Geschäftsführerin des elterlichen Betriebes und selbständige Unternehmerin im Bereich Kunsthandwerk sind mir überdies auch die wirtschaftlichen Zusammenhänge mehr als vertraut.

Fachkompetenz ist wichtig. Noch wichtiger erachte ich Empathie, sowie eine hohe Sozialkompetenz. Als Bürgermeisterin müssen Sie Menschen und Lösungen zusammenbringen. Durch meine jahrelangen Erfahrungen als Vollzugsbeamtin im Umgang mit Menschen bringe ich diese Eigenschaften mit, um sachorientiert und bürgernah die Belange der Stadt Reinfeld voranzubringen. Ich werde eine Bürgermeisterin sein, die mit allen Menschen auf Augenhöhe kommuniziert.


Zahlen & Fakten:

Bürgermeister-Kandidat Roald Wramp
Alter: 48 Jahre
Engagement: Mitglied Vorstand AktivRegion Holsteins Herz; Mitglied Elternbeirat in einer Lübecker Schule
Beruf: leitender Verwaltungsangestellter im Amt Nordstormarn als Dipl.Verwaltungsbetriebswirt (VWA)
Familienstand: verheiratet
Kinder: 2 (ein Mädchen 11 Jahre und ein Junge 6 Jahre)

Bürgermeister-Kandidat Mary Rose Wolgast
Alter: 41 Jahre
Engagement: 2. Vorsitzende im Schulelternbeirat der Matthias-Claudius-Schule, tätig in Schulfachkonferenzen sowie verschiedenes außerschulisches Engagement, u.a. Initiatorin des Portals “Reinfeld & Umgebung hilft sich”
Beruf: Zollbeamtin im gehobenen Dienst (Zolloberinspektorin) im Waffentragenden Bereich der Finanzkontrolle Schwarzarbeit
Familienstand: In zweiter Ehe glücklich mit meinem Lieblingstischler verheiratet
Kinder: 2 Kinder im Alter von 8 Jahren und 17 Jahren

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