Am 26.06.2017 führte die erkant-Redaktion mit Reinfelds Bürgermeister Heiko Gerstmann ein Interview. Wir trafen uns im neuen Rathaus-Saal. Am Gespräch beteiligt waren Deniz Heyke (Interview-Leiter), Malena Rose, Tobias Nerlich und Minoka Braun (Text-Autor) sowie Lars Bierwolf (Fotograf) begleitet von ihrem Coach.

Copyright Lars Bierwolf

Heiko Gerstmann (re) mit Deniz Heyke (Interview-Leiter) im Gespräch

Heiko Gerstmann startete im September 2014 seinen neuen Job als Bürgermeister. Er ist gelernter Ingenieur. Aber er konnte sich darin nicht mehr verwirklichen und glaubte, als Bürgermeister könne er die Stadt neu gestalten. Aber: Kaum, dass er angefangen hatte in der Stadtverwaltung zu arbeiten, da ging der Stress schon los …

Zwei wichtige Mitarbeiter fielen sofort oder kurz danach für 1,5 Jahre aus – es war sehr schwer und langwierig, deren liegengebliebene Arbeit nachzuholen. Deren Vertretungen schafften trotzdem die Haushaltsaufstellungen. Grundsätzlich gibt es zuwenige Verwaltungsfachkräfte am Arbeitsmarkt! Heiko Gerstmann erzählte, dass es bis jetzt viele Höhen und Tiefen gab und er lernen musste, mit den manchmal sehr unfairen Anfeindungen umzugehen. Das ist bis heute leider nicht besser geworden … Vielleicht auch wegen der Finanzlage der Stadt – wofür er aber nichts kann. Problem ist die fehlende Eröffnungsbilanz 2010, weswegen derzeit die Kommunalaufsicht die Hand übers Geld hält. Aus diesem Grunde können 2017 keine Investitionen getätigt werden. Dabei ist es unbedingt notwendig, das Rettungszentrum zu sanieren, da es sonst geschlossen werden müsste!

Auswirkung aufs Familien-Leben durch den Job

Der Bürgermeister hat natürlich viel zu tun und versucht, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bekommen – allerdings gelingt das nicht immer. Es kommt vor, dass er kurzfristig zu einer goldenen Hochzeit geht oder einem Mitglied der Gemeinde zum 95. oder 100. Geburtstag gratulieren darf. Herr Gerstmann hat drei Kinder, die damals wenig von seiner Kandidatur mitbekamen, weil zwei zu dem Zeitpunkt im Ausland waren.

Copyright Lars BierwolfDer Arbeitsalltag eines Bürgermeister

Einen geregelten Alltag hat der Bürgermeister nicht. Die anderen Verwaltungsmitarbeiter fangen spätestens um 8 Uhr an zu arbeiten. In der Regel ist Heiko Gerstmann gegen 7:30 Uhr im Rathaus. Sein Tag ist dann frühstens gegen 16 Uhr vorbei, dauert aber nicht selten bis 22 oder 23 Uhr.

Außerdem liegt dem Bürgermeister die Innenstadt-Belebung am Herzen

Schon lange beschäftigt ihn diese Angelegenheit und bereitet ihm große Sorgen. Die Stadtverwaltung hat viel saniert, z.B. die Innenstadt-Straßen. Aber die Gebäude der Privat-Eigentümer sind geblieben, wie sie sind. Das Einkaufgebiet an der Autobahn macht es auch nicht besser. Und: Es gibt zahlreiche Anfragen von Discountern, etc die an der A1 vergrößern wollen. Die Stadt hat aber beschlossen, dieses nicht zuzulassen, um die Attraktivität der Innenstadt zu stärken. Gerstmann versteht, dass Investoren und Geschäfte-Inhaber genug Kunden haben und genug Geld verdienen müssen, damit sie gewillt sind, in der Innenstadt einen Laden aufzumachen.

Aber wenn ALLE (Bürger, Politik und Verwaltung) zusammenarbeiten würden – vielleicht könnte Reinfeld wieder zu einer richtig tollen Stadt werden?

Der Bürgermeister liebt es, mit dem Fahrrad durch Reinfeld zu fahren, da die Natur mit dem Herrenteich hier besonders schön ist. Durch die Schulen, das große Sportangebot und die Nähe zur Ostsee sowie zu Hamburg und Lübeck, hält er Reinfeld für einen wirklich guten Ort zum Leben für Familien. Er lebt hier gerne, weil man sich hier auch noch persönlich kennt!

Was geht ab für Jugendliche?

In der Stadt ist derzeit nicht viel Neues für Jugendliche und Kinder geplant.  Nur das Jugendzentrum in der EKS ist ein Thema und soll gerne errichtet werden. Es wurde auch über die Sammeltaxen gesprochen und ob diese auch am Wochenende explizit für Jugendliche fahren sollen. Der Bürgermeister sagte uns, dass es sich nicht lohnen würde für die Taxifahrer am Wochenende zu fahren, da es zuwenige nutzen.

Ob er sich denn aktiv für Kinder und Jugendliche einsetzen würde?, fragten wir weiterhin. Er antwortete, dass er z.B. an den Treffen mit dem Reinfelder Kinder- und Jugendbeirat immer gerne teilnimmt. Doch zur Zeit ist der KJR kaum aktiv. Die Vorsitzende (Janne Vagt) des KJR hört auf und wird am 19.07. auf der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet – noch ist dem Bürgermeister kein Nachfolger bekannt.

Im Übrigen findet er die neue Schülerzeitung super!

Umfrage der Redaktion (unabhängig vom u.g. Interview)

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Verantwortliche Redakteure:

  • Interview-Leiter: Deniz Heyke
  • Text: Minoka S. Braun
  • Fotos: Lars Bierwolf
2 Kommentare
  1. Peter sagte:

    Sehr schöner Artikel. Hat zwar noch Luft nach oben, aber aktuell der beste Artikel der erKan(n)t-Redaktion. Weiter so.

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