Zwischen Lübecker MUK und Reinfelder Rathaus: Gleichstellungsbeauftragte
Vom 17. bis 19. Mai 2026 fand in Lübeck die 29. Bundeskonferenz (BuKo) der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten statt, die mehr als 500 Teilnehmerinnen nach Schleswig-Holstein zog – dort trafen wir uns zufällig: Martina Brosda, ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Reinfeld, und ich (Susanne Braun-Speck).
Ich war als Fachjournalistin dabei; als Autorin, die über Nachhaltigkeit, Bildung und Digitalisierung schreibt (und dazu Schulungen gibt).
Gleichstellungsbeauftragte beraten Bürgerinnen und Bürger sowie Mitarbeitende, wirken bei behördlichen Planungen und Personaleinstellungen mit und setzen sich für Themen wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie den Schutz vor Gewalt ein.
Martina Brosda füllt dieses Amt im Reinfelder Rathaus für wenige Stunden pro Woche aus und kümmert sich primär um interne Angelegenheiten. Doch auch außerhalb dessen ist sie erreichbar und leistet Hilfe, wenn es erforderlich ist – Kontaktdaten sind hier und unten verknüpft. Sie war in Lübeck dabei, spürte den mitreißenden „Spirit“ der Veranstaltung und brennt für ihre Aufgabe. Als ehemalige Polizistin hat sie gelernt, „ihren Mann“ zu stehen, und sieht Gleichberechtigung als absolute Selbstverständlichkeit an.
Algorithmen und Lebensrealitäten
Auf der BuKo, welche in der Musik- und Kongresshalle Lübeck (MuK) stattfand, wurde drei Tage lang intensiv debattiert, vernetzt und analysiert – und demonstriert (Bild oben): Neben dem brennenden Schwerpunktthema Antifeminismus standen rechtliche Verschärfungen, die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit und zukunftsweisende Digitalthemen im Fokus.
Dass es in Lübeck um echte Substanz ging, zeigten intensive Fachforen. Mit der höchsten Teilnehmeranzahl besetzt war das Forum zu Künstlicher Intelligenz. KI verändert rasant, wie wir arbeiten und gestalten, uns informieren. Wichtig ist, dass Frauen bei dieser Entwicklung ganz vorne mitspielen, Berührungsängste abbauen und KI verstehen.
Frage an die Leserinnen in Reinfeld und der Region:
Hättet ihr Interesse an einem praxisnahen Workshop zum Thema „KI für Frauen – digitale Kompetenzen stärken, KI wirklich verstehen – mit Nachhaltigkeitsbezug“? Registriere dich ggf. unverbindlich auf der Vereins-Website (= Betreiber von erKant.de). Link: https://sii-talents.de/reinfeld-registrierungsformular/
Ehrenamt gegen Mammutaufgabe: Der Realitätscheck vor der Haustür
Doch wie sieht die Realität abseits der großen Bühne aus? Ein Blick in unsere Region: Während an Großbetrieben wie dem UKSH vier Festangestellte die Gleichstellung von 16.000 Beschäftigten managen, sieht es in kleineren Kommunen ganz anders aus: Reinfeld (Holstein) leistet sich für seine rund 9.000 Einwohner:innen lediglich eine einzige, ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte.
In Nachbarkommunen wie Reinbek (28tsd Einwohner) oder Quickborn (22tsd Einwohner) kämpfen hauptamtliche Einzelkämpferinnen mit vielen Fronten. Gelebte Gleichstellung ist oft unterfinanziert und prallt an ungebrochenen Männerdomänen in Politik und Wirtschaft ab. Aus dem Süden des Kreises Stormarn ist von Kolleginnen gar das bittere Wort der „Alibi-Funktion“ zu hören – eine Struktur, um den Schein zu wahren, ohne echte Veränderung zu wollen.
Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit sind jedoch keine akademischen Elitendebatten. Sie sind das unverzichtbare Fundament sozialer Nachhaltigkeit, zu der sich Deutschland völkerrechtlich in den globalen Nachhaltigkeitszielen (SDG 5 und 10) verpflichtet hat.
Wer Care-Arbeit unsichtbar hält und die Altersarmut von Frauen billigend in Kauf nimmt, handelt nicht nachhaltig!
Foto: Der Bürgermeister von Lübeck, Jan Lindenau, hat sich vor Jahren schon so stark für Gleichberechtigung eingesetzt, dass er deshalb zur TV-Show-Frage wurde 🙂

Kontaktdaten von Martina Brosda siehe:
www.reinfeld.de/Rathaus/Verwaltung/Was-erledige-ich-wo-/Gleichstellung …
Lies gerne auch den weit längeren Beitrag auf:
bne-digital.de/luebeck-feministischer-kompass-im-sturm-ich-bin-wuetend/













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