Das vergangene Jahr war für viele Jugendliche ein Jahr des Wartens und der Langeweile, verlorene Lebenszeit; bei Vielen von Dauereinsatz digitaler Medien geprägt, wie die jüngste JIM-Studie deutlich macht. Das Homeschooling klappte nur teilweise; es wurden viel mehr Computerspiele gespielt und TV geguckt; WhatsAPP ist weiterhin das wichtigste Kommunikationstool, etc. Welches die beliebtesten PC-Spiele sind fand die Studie auch heraus; ebenso, was Kinder und Jugendliche besonders doof fanden.

Die JIM-Studie wird jedes Jahr vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (kurz mpfs) in Zusammenarbeit mit dem Südwest Rundfunk (SWR) erstellt. 2020 hat die Studie die Mediennutzungszeit, den Medienbesitz sowie den Medienumgang beleuchtet. Erstmals wurde auch der Medieneinsatz in der Schule bzw. für die Schule näher beleuchtet. Für die repräsentative Studie wurden in der Zeit vom 8. Juni bis 20. Juli 2020 1.200 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren telefonisch und Online befragt.

Hinweis der Redaktion: Die Studie zeigt nur die Werte des 1. Halbjahres. Im Laufe des Jahres dürften sich die Zahlen nochmal deutlich verändert haben!


Tägliche Internet-Nutzungszeit stiegt auf 258 Minuten (4,3 Stunden)

Die tägliche Nutzungsdauer ist 2020 um rund 26 Prozent gestiegen. Haben 2019 Jugendliche ihre tägliche Onlinenutzung noch durchschnittlich mit 205 Minuten eingeschätzt, sind es 2020 im Schnitt 258 Minuten, die die Jugendlichen online verbringen. Zur Internetnutzung wie Recherche, etc für Schule und “Surfen” in der Freizeit gehören auch Bewegtbildnutzung, sowie die Nutzung von Streams von Videos, Filmen und Serien.

Das Fernsehen erlebte auch einen Zuwachs!

Erstaunlicherweise erlebte das Fernsehen wieder einen kleinen  Zuwachs bei den Jugendlichen. 2020 steigt die werktägliche Nutzungszeit des Fernsehers erstmals wieder auf durchschnittlich über 2 Stunden.

Betrachtet man die verschiedenen Ausspielwege für Fernsehinhalte zeigt sich, dass 45 Prozent der Jugendlichen regelmäßig (mindestens mehrmals pro Woche) das klassische lineare Fernsehen nutzen – also Fernsehinhalte zum Zeitpunkt ihrer Ausstrahlung am Fernsehgerät. Jeder fünfte schaut sich regelmäßig Fernsehsendungen in den Mediatheken der Fernsehsender an.

Computerspiele erfreuen sich großer Beliebtheit!

2020 ist die durchschnittliche Nutzungsdauer von digitalen Spielen von 40 auf 120 Minuten gestiegen. Wobei Jungen mit 159 Minuten fast doppelt so lang spielen wie Mädchen, mit 81 Minuten.

Bei der Frage nach den digitalen Lieblingsspielen (bis zu drei Nennungen waren möglich), liegt „Minecraft“ auf dem ersten Platz, „Fortnite“ auf dem Zweiten, gefolgt von „FIFA”. „Call of Duty“ und „GTA – Grand Theft Auto“ liegen auf dem vierten Platz, weitere siehe Grafik.


Trotz Datenschutz-Bedenken: “WhatsApp” weiterhin wichtigste App

“WhatsApp” blieb immer noch die wichtigste App auf den Handys von Jugendlichen und auch weiterhin der wichtigste Kommunikationsweg:

  • Für 85% der Mädchen und 78% der Jungen ist “WhatsApp” die wichtigste App auf dem Smartphone.
  • 94% der Jugendlichen nutzen “WhatsApp” mindestens mehrmals in der Woche. 87% haben eine WhatsApp-Gruppe mit der Schulklasse.
  • 72% nutzen Instagram zur Kommunikation.

Lernen in Coronazeiten:

Nur 13 % aller Jugendlichen sagen, dass der Onlineunterricht sehr gut klappt

Wie Eingangs schon erwähnt wurde das Thema Corona, nachdem es in einer zusätzlichen JIM-Studie beleuchtet wurden, auch in die Jahresstudie mit aufgenommen. Und die Schulen bekommen nicht viele Bestnoten von den Jugendlichen…

  • So sagen grade einmal 13%, dass der Online-Untericht “Sehr gut” (Note 1) klappt,
  • allerdings ist der Anteil derer die sagen, der Onlineunterricht klappt gut, was in der Studie mit einer 2 dargestellt wurde, mit 33% doch schon recht gut.
  • 30% vergeben eine 3,
  • 12% vergeben eine 4,
  • 4% finden, dass beim Onlineunterricht noch einiges nachzuholen ist(Note 5)
  • und 2% sagen, der Unterricht klappt gar nicht (Note 6).
  • Bei nur 4% findet gar kein Onlineunterricht statt,
  • 2% wissen es nicht und machen dazu keine Angabe.

 

 

 

 

Der größte Teil der Befragten lernt im Hybridunterricht

Der größte Teil der Befragten lernt teilweise in der Schule und zeitweise zuhause. Das sind in Zahlen 69%.

  • 16% lernen ausschließlich zuhause,
  • 12% gehen jeden Tag wie gewohnt zur Schule
  • und 3% machen dazu keine Angabe.

Die Schulclouds halten immer größeren Einzug in die Schulen.

  • 55% der Schüler geben an, ihre Schule habe eine eigene Schulcloud und sie würden diese fürs Lernen nutzen.
  • 57% sagen sie bekämen die Aufgaben, das Material und die Ergebnisse per E-Mail zugeschickt.
  • 31% lernen in der Schule bzw. zuhause mit Schulbüchern.
  • 27 lernen über Videokonferenzen,
  • 15% über Chats und bei
  • 13% werden die Aufgaben, das Material und die Ergebnisse per “WhatsApp” verschickt.

Häufig fehlt die Motivation zum Lernen!

Auch Schwierigkeiten beim Lernen wurden in der aktuellen Studie beachtet.

  • 59% können sich schlecht zum Lernen motivieren.
  • 36% empfinden es als schwierig, die Übersicht über die verschiedenen Lernplattformen zu behalten.
  • 16% sagen sie hätten eine schlechte Internetverbindung. 12% finden keinen ruhigen Ort um ungestört lernen zu können
  • 9% geben an sie hätten Schwierigkeiten im Umgang mit der Technik gehabt.
  • Und 6% sagen sie hätten nicht genügend technische Geräte, um zu lernen, oder ihre Hausaufgaben machen zu können.

Den meisten fehlt der persönliche Kontakt zu Freunden am meisten in Coronazeiten

“Der Mensch braucht soziale Kontakte, um sich wohl zu fühlen und vor allem braucht er Menschen mit denen er sich gut versteht.” Das ist ein Satz dem wahrscheinlich viele so oder in abgewandelter Form zustimmen würden.

Dass wir uns momentan nicht persönlich mit Freunden treffen können, oder nur mit einer Person zur Zeit (und am besten auch in naher Zukunft immer nur mit der gleichen Person, um die Infektionszahlen besser nachverfolgen zu können), nervt viele. Und nicht nur Erwachsenen geht das so. Auch Kinder und Jugendliche haben mit diesem Umstand zu kämpfen. Und das merkt man auch, wenn man sich die Zahlen der Studie anschaut:

  • 37% stimmten der Aussage, es sei schwer sich nicht wie gewohnt mit seinen Freunden treffen zu können, voll und ganz zu, 31% stimmten der Aussage weitgehend zu.
  • Auch die Feste, Partys und Veranstaltungen, fehlen vielen Jugendlichen: 33% stimmten hier voll und ganz zu, 28% weitgehend.
  • Sport im Verein oder mit Anderen fehlen 31% voll und ganz und 24% weitgehend.

Dass vielen Jugendlichen die Gesundheit der Familie und der Freunde am Herzen liegt, sieht man daran, dass

  • 30% der Aussage “Ich mache mir Sorgen um die Gesundheit meiner Familie bzw. meinen Freunden” voll und ganz zustimmen.
  • 34% machen sich weitgehend Sorgen um ihre Familien und Freunde.

Weiterhin kam der bei der Studie heraus:

  • 29% stimmten weitgehend der Aussage zu, oft gelangweilt zu sein. (24% stimmten hier voll und ganz zu)
  • Den Anschluss in der Schule zu verpassen ist für viele weniger ein Problem 33% sagten das. 14% stimmten hier voll und ganz zu und 23% weitgehend.
  • Die Sorgen um die persönliche Zukunft sind nicht sehr weitverbreitet. Nur 13% machen sich sich große Sorgen, der Großteil aber sagt er habe weniger Sorgen um seine Zukunft.
  • 11% hatten Probleme mit dem Unterricht und beim Lernen. Die Mehrheit (35%) hatten mit dem Lernen weniger Probleme, 32% hatten überhaupt keine Probleme.
  • 30% machen sich wegen der Gesundheit von Familie und Freunden ernsthafte Sorgen; die eigene Gesundheit sehen sie aber als nicht besonders gefährdet. 10% stimmten voll und ganz zu während sich 40% weniger Sorgen um die eigene Gesundheit machen.

 

 

Am 5. Februar fand eine Videokonferenz mit Eka von Kalben (Bündnis 90/Die Grünen) statt – als Doppel-Interview! Zuvor war der erKant-Artikel über Homeschooling und die Lage von Kindern und Jugendlichen in der Pandemie aufgefallen – auf Twitter und in Kiel, genauer: im Büro der Landtagsabgeordneten. Kontakt wurde aufgenommen, das Interview geplant und dann digital durchgeführt – siehe unten; dort sind zwei Video-Mitschnitte zu sehen.

Das Fazit am Ende lautet sinngemäß: “Durch die Lockdowns mit Schulschließungen haben sich alle irgendwie an das Herumsitzen am PC im eigenen Zimmer gewöhnt und irgendwie ihre Träume verloren. Das normale Leben von Jugendlichen mit Unterwegs sein, Party machen, Freunde treffen, Sport machen, etc findet nicht statt und ist schon fast vergessen worden.”

Im 1. Teil des Interviews wollte Eka von den Redaktionsmitgliedern z.B. hören: Welche Erfahrungen habt Ihr Jugendlichen im letzten Jahr in der Schule gemacht? (Wie) Funktioniert der digitale Unterricht? Kommen alle mit? Gibt es Sorgen um Prüfungen? Um Ausbildung? Wie ist die Situation in den Familien? Welche psychischen Belastungen gibt es? Im eigenen Umfeld? Und: Was sind Wünsche an die Politik?

Im 2. Teil des Interviews stellten die Redakteure von erKant die Fragen, zum Beispiel:  Was machen Sie als Landtags-Abgeordnete? Was sind die Aufgaben? Haben Sie Kinder? Wenn ja, wie lief es bei denen mit dem Distanz-Unterricht? Wenn nein, was haben Sie beobachtet? Wen würden Sie lieber als Bundeskanzler-Kandidat sehen? Robert Habeck oder Annalena Baerbock? Und warum? Sowie: Wie sehr haben die Corona-Maßnahmen der nachhaltigen Entwicklung geschadet?


Hier sind die beiden – gekürzten – Videos, beginnend mit dem 2. Interview (kürzer):


Organisation:

  • Milena Vanini, Regionalbüro Eka von Kalben, MdL
  • Susanne Braun-Speck, Coach von erKant.de sowie Sii-Kids & Talents e.V. mit Media4Teens & Schools

Schnitt:

  • Ton: Dominik von erKant
  • Video: Milena

Die neue Smartphone-App “Clubhouse”, vom US-Entwickler Alpha Exploration Co., ist gerade mega im Trend und auf Platz sieben der Social Networking-Apps im Apple-Store. Die APP erfreut sich unter den Usern großer Beliebtheit, denn: Clubhouse ermöglicht Live-Podcasts und ist auf Audioinhalte beschränkt. Das funktioniert ähnlich wie eine Telefonkonferenz. Es gibt keine Bilder, keine Videos nur Sprache – aber live.

Künstliche Verknappung durch rare Zugangsmöglichkeiten

Einer der Gründe, warum die App gerade so beliebt ist: Es kommt nicht jeder rein. Denn um die App nutzen zu können, benötigt man, neben einem IOS-Gerät auch noch eine Einladung von einem aktiven Nutzer der App. Ohne diese Einladung bleiben die Clubtüren geschlossen. Ein User kann immer nur zwei Einladungen an zukünftige User verschicken.

Diese Praktiken führen zu künstlicher Verknappung, denn nicht nur, dass der Kreis der Menschen, welche ein IOS-Handy besitzen mit knapp 19% Marktanteil, verschwindend gering ist (81% der Deutschen besitzen ein Android-Smartphone), sondern man muss auch noch jemanden kennen der bereits auf Clubhouse aktiv ist und gewillt ist, einem Zugang zu gewähren.

Und so hält sich die Möglichkeit, Teil dieses elitären Clubs zu werden vorerst in Grenzen.

Vorerst deshalb, weil die Entwickler angekündigt haben, die App auch für Androidgeräte verfügbar zu machen. Ein konkretes Datum wurde allerdings noch nicht genannt. Das ist einer der Gründe für den aktuellen Hype um die App. Zusätzlich dazu haben bereits viele A-Promis, Influencer und Politiker ihre Anmeldung auf diversen Social Media-Plattformen öffentlich gemacht. Darunter sind unter anderem der frühere “Wetten Dass..?” Moderator Thomas Gottschalk, der Showmaster Joko Winterscheidt, oder auch der Gesundheitsminister Jens Spahn.

Diese enorme Präsenz von bekannten Gesichtern, sowie der Wunsch, zu den Elite-Usern dazugehören zu wollen, löst bei einigen Menschen das sogenannte “FOMO-Phänomen” aus. Ausgeschrieben bedeutet FOMO “fear of missing out” und bezeichnet die Angst, etwas zu verpassen.

Doch es gibt ein Problem mit dem Datenschutz!

Clubhouse hat ein großes datenschutzrechtliches Problem und wurde bereits von der Verbraucherzentrale Bayern abgemahnt. Grund dafür ist der Umgang mit den Nutzerdaten. Denn um die App überhaupt nutzen zu können, müssen diese der App, Zugriff auf das gesamten Adressbuch, welches auf dem Handy gespeichert ist, sowie, bei Anmeldung über Social Mediaseiten, auf die Follower-und-Freundesliste des Users geben. Das ist aus der Sicht der Verbraucherzentrale kritisch, da so, sollte man der Übermittlung der Daten nicht ausdrücklich zugestimmt haben, so genannte Schattenprofile erstellt werden könnten. Diese könnte man für Marketingzwecke nutzen, auch das sei laut DSGVO nicht zulässig, da die betroffenen Kontakte nicht vorab von der gewerblichen Nutzung ihrer Daten informiert würden, so die Verbraucherzentrale weiter. Es gibt allerdings auch Stimmen zu lesen, die behaupten, das würde nicht stimmen. Die Freigabe des Adressbuches könnten neue Mitglieder ablehnen.

Die Entwickler schreiben zwar, dass das Sammeln dieser Adressbuch-Daten nur dann passiert, “wenn Sie uns den Zugang dazu ermöglichen”, jedoch kommt man um die Erteilung dieser Erlaubnis nicht drumherum. Wenn man die App nutzen möchte, muss man den Zugriff erlauben. Und das bedeutet, dass Clubhouse auch Informationen über Personen bekommt, die gar kein Konto auf Clubhouse haben. Nutzen würde Alpha Exploration die Adressbuch-Informationen der User übrigens dazu, “um andere Benutzer und Inhalte zu empfehlen, und um ihr Konto und ihre Inhalte anderen zu empfehlen.”

Ein weiteres Datenschutz Problem von Clubhouse ist, dass sie jedes Gespräch aufzeichnen. Die Aufnahmen sollen zwar nach Beendigung des Gesprächs bzw. nach verlassen des Raumes, wieder  gelöscht werden, wenn jedoch eine Beschwerde wegen Missbrauch ausgesprochen wird, wird die komplette Aufnahme “zur Unterstützung der Untersuchungen” gespeichert. So sollen beispielsweise rassistische und sexistische Verstöße verfolgt werden können.

Noch ein zusätzliches Problem was europäische Datenschützer in der App sehen ist, dass Clubhouse seine Server in den USA untergebracht hat. Streng genommen müssten die Nutzer von Clubhouse jeden Kontakt um Erlaubnis fragen, ob seine Daten auf den Clubhouse-Servern in den USA gespeichert werden dürfen. Damit könnte Clubhouse gegen die DSGVO verstoßen, so die Meinung des Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit des Landes Rheinland-Pfalz. Außerdem hat Clubhouse keine Niederlassung in der EU. Wenn eine App auch in der EU angeboten wird, sieht die DSGVO vor, dass es eine Adresse für Datenschutzauskünfte geben muss. Die gibt es im Fall von Clubhouse nicht. Außerdem steht die Datenschutzerklärung nur in englischer Sprache zur Verfügung auch das verstößt gegen die DSGVO, so die Verbraucherzentrale Bayern.

Peinlichkeiten: Bodo Rammelow plaudert über Ministerpräsidentenkonferenz

Am vergangenen Freitag wurde der Thüringische Ministerpräsident Bodo Rammelow zu einer Clubhouse-Diskussion zum Thema “Trash und Feuilleton” eingeladen. Eigentlich sollte die Runde nur Smalltalk sein und keine politischen Themen behandeln, allerdings wurde dann doch über die Ministerpräsidentenkonferenz gesprochen und Ramelow erzählte, er würde während der langen Konferenzen “Candy Crush” auf seinem Smartphone spielen. Außerdem störe es ihn störe, dass die “Bild”-Zeitung quasi live aus den Sitzungen berichtet. Da könne man die MPK auch gleich auf Clubhouse machen und das Merkelchen dazu holen, sagte er. Unter den Zuhörern war auch der “Welt Am Sonntag”-Chefredakteur Johannes Boie. Dieser schrieb im Anschluss an die Diskussion in einem Kommentar über Ramelows politische Äußerungen, über sein von ihm selbst beschriebenes Verhalten in der Pandemie zu schreiben, sei journalistische Pflicht.

Zwei Tage Später äußerte sich Ramelow auf Twitter zu seinen Äußerungen gegenüber Merkel. Eine kluge Frau habe ihn darauf hingewiesen, dass es ein Akt männlicher Ignoranz sein, den Namen der Bundeskanzlerin zu verniedlichen. Er böte ausdrücklich um Entschuldigung.

Die Staatskanzlei bestätigte gegenüber dem Redaktions-Netzwerks Deutschland (RND) Ramelow habe auch direkten Kontakt zu Merkel aufgenommen und habe sich für seine Äußerungen entschuldigt. Es sei nicht seine Absicht gewesen “Frau Merkel klein zu machen”, “Der Begriff war unpassend”, er bedauere das zutiefst.”

Artur Weigant, Nachwuchsjournalist, Mitorganisator und Moderator dieser Diskussionsrunde, stellte in einem Kommentar für die FAZ aber auch klar, dass er sich bewusst sei, dass Bodo Rammelow geplaudert habe, jedoch ginge es in der Diskussion nie um Journalismus, sondern um Smalltalk. Und dass Politiker in die Runde dazu kommen, wäre ihre freie Entscheidung gewesen. Politiker müssten sich sicher sein dürfen, dass ihre Sätze nicht aus dem Kontext gerissen werden, unabhängig von der Plattform auf der sie geäußert würden. Man dürfe sich diese Räume nicht nehmen lassen. Er gibt allerdings zu, dass man “sich nicht aus der Affäre ziehen dürfe”. Die Moderatoren seien ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden und sie wären “von der Dynamik des Abends selbst überrascht gewesen”.

 


Quellen:
  • Erklärung was Clubhouse ist: https://www.chip.de/news/Clubhouse-App-Was-das-ist-und-wie-man-reinkommt_183239546.html und https://www.rnd.de/medien/eine-woche-mit-clubhouse-wohin-soll-das-alles-fuhren-XMAVSVVUFJEGVFJ5N3Z7CZ7OXI.html
  • Marktanteil Android/IOS: Statistik “Marktanteile Android IOS in Deutschland bis 2020” Erhoben durch Kantar Worldpanel veöffentlicht auf Statista im November 2020: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/256790/umfrage/marktanteile-von-android-und-ios-am-smartphone-absatz-in-deutschland/#:~:text=Im%203-Monatszeitraum%20Juli%20bis,iPhone%20betrug%2018%2C9%20Prozent.
  • Erklärung FOMO: https://www.rnd.de/wissen/bloss-nichts-verpassen-V2SY2RMEFFM2HPSWSOZ4N2NWUA.html
  • Datenschutzbedenken bei Clubhouse:  https://www.fr.de/wirtschaft/clubhouse-app-iphone-ios-apple-daten-datenschutz-audio-whatsapp-instagram-twitter-social-media-ltt-zr-90174907.html
  • Adressbuchzugriff von Clubhouse: Der erste Punkt die Datenschutzbestimmungen von Clubhouse: https://www.notion.so/Privacy-Policy-cd4b415950204a46819478b31f6ce14f
  • Verstoß gegen die DSGVO?: https://www.datenschutz.rlp.de/de/aktuelles/detail/news/detail/News/europa-hat-das-weltweit-beste-datenschutzregime-kugelmann-aeussert-sich-zu-neuen-apps-wie-clubhouse/ und https://www.verbraucherzentrale-bayern.de/aktuelle-meldungen/digitale-welt/clubhouse-audiochat-mit-maengeln-im-datenschutz-56214
  • Bodo Rammelow plaudert über Ministerpräsidentenkonferenz: https://www.rnd.de/politik/ramelow-in-clubhouse-wie-er-sich-arger-einhandelte-und-was-er-jetzt-sagt-YJZBJEPH45A2DHYGRIHZGPIXHU.html
  • Bodo Rammelow entschuldigt sich für seine Äußerungen über Merkel: https://twitter.com/bodoramelow/status/1353404039137021953
  • FAZ Komentar von Artur Weigant zum Ablauf der Diskussion mit Bodo Rammelow: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/debatte-um-bodo-ramelow-auf-clubhouse-das-sagen-die-moderatoren-17164563.html?GEPC=s33

 

 

 

Das Jahr 2020 wurde von Corona, den Infektions-Zahlen und Maßnahmen dazu beherrscht. Lockdows und Schulschließungen mit Homeschooling beziehungsweise Distanz-Lernen forderten insbesondere Schüler:innen sowie ihre Lehrkräfte und Eltern heraus. Wie lief das so? Wie sehen die Folgen von all dem aus? Mussten und müssen solche drastischen Maßnahmen tatsächlich sein?

Immer öfter Medien nutzen, Netflix gucken, digitale Gruppenchats, im Internet surfen und Zuhause sitzen. Frust und Angst, Einsamkeit und Depressionen, arbeitslose und besorgte Eltern, einsame Omas und Opas, geschlossene Geschäfte und Freizeit-Aktivitäten, kein Sportangebot und eine Pleitewelle von Firmen, die im Anrollen ist – was macht das mit uns? Was machen Corona und die Kita- und Schulschließungen mit Kindern und Jugendlichen? Haben wir ein Jahr unseres Lebens einfach verpasst?

Digitalisierung? Homeschooling war herausfordernd!

Im Interview befragten wir eine Schülerin aus Schleswig-Holstein. Ihr Name bleibt anonym.

Wie lief das Corona-Schuljahr so bei Dir?

“Die schlimmste Phase war der Anfang! Im März und April saßen wir plötzlich alle Zuhause; sogar Spielplätze waren gesperrt; wir durften unsere Freunde nicht mehr treffen – bei wochenlang bestem Wetter waren wir quasi eingesperrt. Homeschooling? Bei uns gab es anfangs fast nichts zu tun; die wenigen Aufgaben wurden uns per E-Mail zugestellt, was schnell völlig unübersichtlich war. Videokonferenzen gab es noch nicht. Ich weiß von Freunden, dass es bei denen anders lief – es gab auch Schulen, die richtig viele Aufgaben gestellt haben. Die hatten aber auch schon vor Corona ein Lern-Management-System.”

Wie fühltest Du Dich dabei?

“Ich war mies drauf, weil ich nichts zu tun hatte und es keinen strukturierten Tagesablauf mehr gab. Ich saß immer mehr am PC … Zum Glück war ich wenigstens nicht alleine, da meine Mutter sowieso meistens im Homeoffice arbeitet.”

Wurde es nach den Sommerferien besser?

“Erst mal hatten wir ja ein paar Wochen Präsenzunterricht – das war gut, schön, wieder Alle zu sehen! Vor den Herbstferien saß dann aber unser ganzer Jahrgang zum ersten Mal 14 Tage in Quarantäne – weil es zwei Fälle in einer Klasse gab, die wir überhaupt nicht kennen. Da sollten wir MS-Teams benutzen, was aber bei uns gegen den Datenschutz verstößt. Darüber habe ich mich mega aufgeregt – warum? K.A. Aufgaben bekamen wir trotzdem wieder meistens per E-Mail. Videokonferenzen wurden versucht, klappten aber Lehrerseitig überhaupt nicht! Die kriegten das nicht hin … Viele Klassenkameraden hatten überhaupt keinen Bock mehr … Es wurde dann nach und nach Moodle als Lern-Management-System für die Klassen eingerichtet. Das funktionierte dann auch mit der Zeit. Es wurden mehrere Online-Konferenz-Tools getestet: MS-Teams, BigBlueButton, Jitsi und am Ende dann WebEx. Nur damit waren die Internet-Verbindungen seitens der Schule stabil genug.”

Unsere 1. Schulwoche begann schon am 4. Januar. In dieser klappte es dann endlich mit dem Homeschooling! Jetzt loggten wir uns morgens in die Videokonferenz ein und waren dann auch stundenlang gemeinsam digital am Arbeiten – mit viel mehr Freiraum als in der Schule.

“Da ich in einer Abschlussklasse bin, das in Schleswig-Holstein, kann ich nun seit Montag, 11. Januar, wieder in die Schule gehen. Unsere Klasse ist auf zwei Räume aufgeteilt; die Lehrer müssen dann immer wechseln. Aber die sind mehr bei der Gruppe der Lernschwächeren; wir Anderen haben viel mehr Freiraum und weniger Stress – gefällt mir gut! Bloß das Maske-Tragen nervt schon auf Dauer.”

Covid19 Schnelltest, Antigen-Test, Mast Diagnostica

Warst Du auch in Quarantäne? Wurdest Du getestet?

“Meine Klasse war zwischen Sommer und Weihnachten zweimal in Quarantäne, weil es Infektionen in Parallelklassen gab. Corona-Tests? Ich war bei Massentests vom Gesundheitsamt; habe mehr als 20 Corona-Tests gemacht, weil ich zwischendurch wegen einer Reha-Maßnahme im Krankenhaus war. Und obwohl ich und andere Jugendliche zum Beispiel mit einer infizierten Therapeutin eng zusammen in einem Raum waren, sind wir alle NICHT angesteckt worden!”

Wie war das Corona-Jahr so zusammenfassend?

“Selbst die Sommerferien waren ja nicht wie sonst … Langweilig. Überall war die Polizei unterwegs und hat geguckt, ob sich nicht zuviele Leute gleichzeitig treffen. Zum Beispiel bei unserer Skater-Bahn oder an der Promenade am See – das war ja so, als hätten wir was Schlimmes gemacht!

Meine beste Zeit des Jahres war die Reha im November, denn da war ich – trotz Corona – von morgens bis abends mit 8-12 anderen Jugendlichen zusammen. Ansonsten? Zuhausebleiben und Homeschooling haben auch Vorteile – aber zu wenige! Tatsächlich ist 2020 gefühlt wirklich ein verlorenes Jahr und tat mir nicht gut. Ich fühle mich oft einsam, habe ein paar Kilo zugenommen und Rückenschmerzen – vom vielen Sitzen denke ich.”

Hier mitmachen!

Wie findest Du Homeschooling? Mach mit bei unserer kleinen Umfrage dazu!


Diese 94-jährige aus Reinfeld haben wir “erwischt”, wie sie  im Laden sitzt und liest – mit Maske unter der Nase. Liebe Omi, das ist nicht gut!

Was wünscht Du Dir in der aktuellen Situation?

“Homeschooling funktioniert jetzt, aber ich möchte Menschen treffen und deshalb wieder in die Schule gehen. Ich brauche keine Partys, bin gar nicht so der Typ dafür. Aber ich möchte wenigstens meine engsten Freunde treffen können – aber wo? Ist ja alles geschlossen und verboten ist es auch.

Und ich wünsche mir, dass meine Großeltern gesund bleiben und vernünftiger werden – die passen nämlich viel weniger auf sich auf, als meine Mutter und ich! Die glauben, eine Maske schützt sie ausreichend vor Ansteckung; sie bezahlen immer noch mit Bargeld, desinfizieren Einkaufswagen nicht und so was. Viele Jugendliche wirken vernünftiger und halten sich eher an die AHA-Regeln als Rentner!”


Ein gemeinsamer Appell von Kinder- und Jugendärzt/inn/en und Lehrkräften lautet ähnlich:

“Schulen sollen zu sicheren Orten für Schüler und Lehrkräfte gemacht werden, Schulschließungen vermieden und die Lebenschancen von Kindern bewahrt werden!”

Dazu sagte der Generalsekretär der DAKJ Hans-Iko Huppertz: „Schule und Bildung gehören zu den Grundbedürfnissen der Kinder. Schulschließung bedeutet auch nachteilige Auswirkungen auf die psychosoziale und motorische Entwicklung, Kindeswohlgefährdung, Benachteiligung sozial Schwächerer, Gefährdung von Kindern mit besonderen Bedarfen und aktuelle Beeinträchtigung der Gesundheit der Kinder und Jugendlichen.“

Und dass der Generalsekretär das sagt, hat seinen Grund …

Auf Kinder & Jugendliche haben Lockdowns negative Auswirkungen!

Die interviewte Schülerin erzählte von persönlichen Eindrücken. Das UKE Hamburg hat in einer COPSY-Studie, die von Wissenschaftler:innen Deutschlandweit durchgeführt wurde, dagegen objektiv herausgefunden:

“Die Kinder und Jugendlichen erleben während der Krise vermehrt psychische und psychosomatische Probleme:

  • Das Risiko für psychische Auffälligkeiten steigt von rund 18 Prozent vor Corona auf 31 Prozent während der Krise.
  • Die Kinder und Jugendlichen machen sich mehr Sorgen und zeigen häufiger Auffälligkeiten wie
    • Hyperaktivität (24 Prozent),
    • emotionale Probleme (21 Prozent)
    • und Verhaltensprobleme (19 Prozent).
    • Auch psychosomatische Beschwerden treten während der Corona-Krise vermehrt auf.
    • Neben Gereiztheit (54 Prozent) und
    • Einschlafproblemen (44 Prozent) sind das beispielsweise
    • Kopf- und Bauchschmerzen (40 bzw. 31 Prozent).”

Auch die Gewalt in Familien hat zugenommen!

Mit freundlicher Genehmigung von Prof. Baumann

Menno Baumann, Professor für Intensivpädagogik an der Fliedner-Fachhochschule Düsseldorf fordert in seinem aktuellen Beitrag u.a.:

“… Es ist eine gemeinsame Aufgabe, zwar Respekt vor den Folgen einer exponentiellen Ausbreitung der Krankheit zu schaffen, gleichzeitig aber auch Ängste zu reduzieren …

… Angst ist einer der wichtigsten Gewalttrigger überhaupt, und so wäre eine schnelle Absicherung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Familien ein hilfreicher Faktor zur Eskalations-Vermeidung…”

Auch eine RKI-Studie spricht von gehäufter Aggression & Gewalt!

“Schließungen der Betreuungs- und Bildungseinrichtungen und der damit einhergehende Verlust der gewohnten Tagesstruktur, Kontaktabbrüche und dem eigenständigen Lernen zu Hause stellten erhebliche Herausforderungen für betroffene Kinder und deren Familien dar. Räumliche Enge und fehlende Ausweichmöglichkeiten während der Eindämmungs-Maßnahmen konnten außerdem zu erhöhtem familiärem Stress und gehäufter familiärer Aggression sowie zu häuslicher Gewalt führen.”

Der abschließende Rat lautete: “Bei möglichen zukünftigen Pandemien oder weiteren Wellen der COVID-19-Pandemie sollten die Bedürfnisse von Heranwachsenden und deren Familien während der Eindämmungs-Maßnahmen stärker berücksichtigt werden!” (Quelle:  siehe unten).

Dieses RKI-Zitat stammt aus August 2020.

Warum wurde und wird das bei der aktuellen “Welle” nicht berücksichtigt?


Übrigens: Ob Kita- & Schul-Schließungen wirklich sein müssen, ist unklar.

Wieviele Infektionen es in Schulen gab, weiß niemand genau! In den Weihnachtsferien recherchierte die Redaktion nach Zahlen über Infektions-Orte; insbesondere interessierte uns, ob Schulen tatsächlich Orte sind, wo sich Viele anstecken. Die Recherchen ergaben: Das weiß anscheinend niemand!

Beim RKI stellte erkant.de Presse-Anfragen; die Antworten ließen aber jede Menge Fragen offen. Am Ende hieß es: “Mehr können wir Ihnen dazu nicht antworten”. Doch hinter einen Link, der zugesendet wurde, befand sich eine Tabelle mit Zahlen zu Infektions-Orten. Überraschend:

Beim RKI werden Schulen als Infektions-Orte NICHT erfasst! Anderswo gibt es auch keine bundesweit zentral erfassten Daten.

Entsprechend schrieb die Redaktion der Presse-Abteilung der KMK (Kultusministerkonferenz) an. Auch dort gibt es keine genauen Zahlen, die zeigen, ob sich in Schulen viele Menschen infizieren oder nicht. Es werden zwar Zahlen bei den 16 Bildungsministerien eingesammelt, aber die sagen nur aus, wieviele Schüler (m/w/d) und Lehrkräfte möglicherweise mit Corona infiziert waren. Es wurde erkant.de mitgeteilt:  “Das Erkenntnis-Interesse bei den Erhebungen der Länder ist vordergründig kein infektions-medizinisches, sondern ein primär unterrichts-organisatorisches.” – Was auch immer das heißen soll.

Auch beim Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin fragte die Redaktion nach. Die Antwort war: “Die von Ihnen angefragten Zahlen werden in den Ländern erhoben und ausgewertet. Wenn selbst die KMK keine belastbaren Zahlen hat, würde ich Ihnen raten, die Länder selbst zu kontaktieren. Das BMBF führt hierzu keine Statistik.”

Zusammenfassend heißt das: Ob Schulen nun ein maßgeblicher Infektionsort sind oder nicht, konnte nicht herausgefunden werden. Allerdings ist z.B. bei QUARKS zu lesen, dass nach aktueller Datenlage Kinder und Jugendliche NICHT als größter Anheizer der Pandemie gelten.

Frage ist auch: Wie entstehen ohne Fakten, ohne statistisch erhobene, zentral zusammengefasste und öffentlich gemachte Zahlen, die Empfehlungen für das Bildungssystem? Und was bedeutet ist es, theoretisch / laut Testergebnis aus dem Labor, mit CoVid19 infiziert zu sein?

Gerade Kinder und Jugendliche sind meistens überhaupt nicht krank, zeigen keinerlei Beschwerden. Wieso leben sie dennoch Zuhause wie eingesperrt? Wochen- und Monatelang? Immer wieder?

Nachtrag der Redaktion vom 15. Januar: Die KMK hat, wie andere Medien berichteten, Mitte Dezember eine entsprechende Studie in Auftrag gegeben. Und: Die ersten Bundesländer haben jetzt, Mitte Januar 2021, Infektionszahlen veröffentlicht. Diese sind, wenn Daten aus allen Bundesländern vorliegen, natürlich mit anderen Infektionsorten zu vergleichen bzw. ins Verhältnis zu setzen.


Fakt ist laut RKI allerdings:

Alten- und Senioren-Einrichtungen sind mit Abstand die am häufigsten betroffenen Infektions-Orte (siehe Tabelle / Diagram) – leider wohnen dort ausschließlich Risikopatienten.

Wie sollten Lockdowns den Senioren helfen können? Warum müssen dann Kitas & Schulen, in Bundesländern mit verhältnismäßig kleinem Infektions-Geschehen, so oft und lange geschlossen bleiben? Gibt es keine anderen Maßnahmen, die genau dort helfen können, wo die Not am größten ist? In Alten- und Senioren-Einrichtungen?

Diese Fragen haben wir nunmehr der Bildungsministerin von SH und 1. Vizepräsidentin der KMK, Karin Prien, gestellt. Ebenso, wie die Frage, ob es belastbare (von den Gesundheitsämtern gemeldete) Infektionszahlen zu infizierten Schülern und Lehrkräften oder Zahlen zu Schulen als Infektions-Orte gibt. Die Antwort steht noch aus.

Fakt ist (Update gepostet am 30.1.2021):

Es sind in 2020 erheblich weniger Kinder & Jugendliche gestorben, als in den Jahren vorher!

Weiterhin gab es in Vorjahren auch immer mal wieder Monate, wo mehr als im Durchschnitt gestorben sind. Was war da los? Zudem ist die Gesellschaft überaltert und es gibt immer weniger Geburten. Gibt es in der Zukunft immer weniger Kinder? Dafür immer mehr Alte? Damit logischer Weise auch mehr Tote? Was ist, wenn unsere Eltern, die geburtenstarke Jahrgänge der 60er Jahre ins Rentenalter kommen? Ist das Gesundheitssystem dem gewachsen?

Quelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/Tabellen/sonderauswertung-sterbefaelle.html


Quellen-Angaben:

 

Dem Reinfelder Verein sii-kids & -talents e.V. (u.a. Initiator & Unterstützer der Online-Schülerzeitung erkant.de) wurde am 16.12.20 im Rathaussaal eine Auszeichnung für seine Nachhaltigkeits-Kurse überreicht.  Einige Kurse sind jetzt offen zugänglich.

Die für den 17. November 2020 geplante feierlicher Preisverleihung in Kiel musste Coronabedingt abgesagt werden. Kurz vor dem erneuten harten Lockdown hat RENN.nord den Preisträgerinnen aus Schleswig-Holstein den Preis in Rendsburg und Reinfeld vor Ort überreicht.

Umweltminister Jan Philipp Albrecht drückte den Preisträgerinnen seine Glückwünsche mit einer Video-Botschaft aus und gratulierte (siehe unten).

Vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) in Kooperation mit den Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeits-Strategien (RENN.nord) wurden bundesweit 40 Initiativen als “Projekt Nachhaltigkeit 2020” ausgezeichnet. Zwei davon aus Schleswig-Holstein. Dabei: Das Flensburger Projekt “Nachhaltig erzählen” der Büchereizentrale Schleswig-Holstein, vertreten durch Susanne Brandt. Sowie das Projekt “Media4Teens” vom Verein sii-kids & -talents eV., vertreten durch Susanne Braun-Speck, mit digitalen Angeboten für “Bildung für nachhaltige Entwicklung” (kurz: BNE) aus Reinfeld.

„Eigentlich wollten wir die Preisverleihung im November in der Lille-Brauerei in Kiel feiern, inklusive einem Auftritt von MASH!-Der Musical Academy Schleswig-Holstein, die ein Musical zu den 17 Nachhaltigkeitszielen entwickelt haben. Nun haben wir die Preisträgerinnen vor Ort besucht, um die Preise zu überreichen. Beide Projekte sind tolle Beispiele für gelungene Bildung für nachhaltige Entwicklung.“, sagt Dr. Maria Grewe, Mitarbeiterin von RENN.nord.

Online-Schülerkurse von Media4Teens sind jetzt offen zugänglich!

“Ich beschäftigte mich 2020 überwiegend mit nachhaltiger “Digitaler Bildung”. Wie sieht digitale Bildung aus, die Schülern nachhaltig nutzt und langfristig wirkt? Aktuell erschweren unter Anderem fehlende informatische Grundkenntnisse Schülern (m/w/d) und Lehrkräften das Distanzlernen per Homeschooling. Dazu gibt es jetzt offene Kurse“, verkündigte Susanne Braun-Speck. In diesen geht es um:

  • Online- / Video-Konferenzen – als SuS daran teilnehmen
  • E-Mails einrichten & nutzen
  • Hausaufgaben-Organisation bei Homeschooling
  • Text-Bearbeitung & -Formate
  • PDF-Dateien kennen, erstellen & nutzen
  • sowie der BNE-Kurs mit dem Thema “Smartphones” als mögliche Projektarbeit

Der folgende Link führt zu den Kursen: https://media4schools.de/kurse/

Hier die Video-Botschaft von Minister Albrecht:

KIEL. Das Bildungsministerium von Schleswig-Holstein hat am 11. und 13. Dezember die Regeln für die Woche bis zu den Weihnachtsferien veröffentlicht: Ab Montag, dem 14.12.20 gibt es wieder Distanzlernen für Schülerinnen und Schüler: ab Jahrgangsstufe 8 komplett; von Klasse 1 bis 7 kann es eine Notbetreuung geben. Die Präsenspflicht wird ab dem 16.12.20 ausgesetzt.

Bildungsministerin Karin Prien: Ministerpräsident Daniel Günther hat es in seiner Regierungserklärung eindringlich begründet: Das dramatische Infektionsgeschehen in Schleswig-Holstein erfordert jetzt Disziplin und Verantwortungsbewusstsein von uns allen. Dazu müssen jetzt möglichst umgehend alle Lebensbereiche einen Beitrag leisten.

An den öffentlichen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in Schleswig-Holstein, den Förderzentren sowie den Ersatzschulen in privater Trägerschaft findet deshalb ab kommenden Montag, dem 14. Dezember 2020, für alle Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 8 Lernen auf Distanz statt. Ab Mittwoch für alle, wobei es für die jüngeren Schüler sowie Kindergartenkinder eine Notbetreuung geben kann.

Bereits angesetzte Klassenarbeiten und Klausuren, die für die Schulabschlüsse zählen, dürften geschrieben werden. Dabei gelten dann unsere Hygieneregeln an den Schulen, mit denen wir während den Abschlussprüfungen 2020 sehr gute Erfahrungen gemacht haben, so Prien weiter. Soweit Familien über die Weihnachtstage ältere Verwandte treffen, soll diese Maßnahme zum Schutz aller Beteiligten beitragen. Dies funktioniert nur, wenn Schülerinnen und Schüler auch entsprechend ihr Freizeitverhalten einschränken.

Eltern sollten sich keine Sorgen machen, dass ihre Kinder durch eine Beurlaubung schulische Nachteile hätten.

Auch rief die Ministerin die Arbeitgeber dazu auf, Eltern dabei zu unterstützen, ihre Kinder frühzeitig aus der Schule zu nehmen, damit diese zuhause bleiben können.

Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation. Die Infektionszahlen steigen überall im Land. Schulen sind zwar weiterhin überwiegend nicht für diese Ausbrüche verantwortlich, aber wir müssen jetzt alles tun, damit sich weniger Menschen begegnen. Die Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein haben in den vergangenen Monaten echten Gemeinsinn unter Beweis gestellt; sie haben sich an die Maskenpflicht gehalten und unsere Hygieneregeln in der Schule befolgt. Jetzt gilt es für alle: Bleiben Sie wann immer möglich zuhause. Denken Sie an Ihre Mitmenschen. Die Lage ist ernst, betonte die Ministerin.

Laut dem Schulbrief vom 13. Dezember wird die Präsenspflicht vom morgigen Mittwoch den 16.12.2020 an ausgesetzt.

Eine Notbetreuung wird dann nur noch für Schülerinnen und Schüler des 1-7. Jahrganges angeboten. Im § 16 Absatz 3 der Coronabekämpfungsverordnung ist geregelt, welche Kinder eine Notfallbetreung in Anspruch nehmen können. Es sind Kinder, die einen täglichen hohen Pflege- und Betreuungsaufwand haben, dem im häuslichen Rahmen nicht entsprochen werden kann, Kinder, die aus Sicht des Kindeswohls besonders schützenswert sind, Kinder, von denen mindestens ein Erziehungsberechtigter in Bereichen der kritischen Infrastrukturen dringend tätig ist, und Kinder von berufstätigen Alleinerziehenden,

Einer schriftlichen Anmeldung zur Notbetreuung bedarf es aufgrund der Kurzfristigkeit nicht. Die Betreuung erfolgt nach dem Kohortenprinzip.

Kein neuer Lernstoff in der Woche vom 14. bis 18.12

In dem Papier heißt es weiter, dass für die Woche vom 4.12 bis 18.12.2020 zwar das Distanzlernangebot gilt, allerdings bedeute das ausdrücklich nicht, dass der Unterricht auch gemäß der Fachanforderungen durchgeführt wird. In dieser Woche wird kein neuer Schulstoff vermittelt, sondern lediglich zu Wiederholungen angeleitet.

Das könnten mögliche Themen für den Distanzunterricht sein

Die Landesregierung hat in dem Schulbrief auch mögliche Themen für den Distanzunterricht vorgeschlagen, um “Jahreszeitgemäße Themen” angemessen zu reflektieren . So sollen Kinder der ersten bis siebten Klasse dazu angeleitet werden, Weihnachtspost an die Familie zu schreiben oder Weihnachtsbasteleien zu machen. Ältere Jahrgänge könnten zur Erarbeitung und Reflektion über aktuelle Themen wie das Pandemiegeschehen in all seinen Auswirkungen und über jahreszeitliche Themen wie Weihnachtsoratorien, Weihnachtsgedichte, -lieder und -geschichten sowie die Bedeutung und Hintergründe des Weihnachtsfestes angeleitet werden. Auch der Frage, wie das Corona-Pandemiegeschehen bei uns und weltweit die Bräuche an Weihnachten verändern könnte, kann unter verschiedenen Perspektiven nachgegangen werden.

Die Landesverordnungen gelten vorerst bis zum 10. Januar. 2021. Über das weitere Vorgehen im Bereich Schule soll am 5. Januar.2021 in der Ministerpräsidentenkonferenz beraten werden.

Wenn es das Infektionsgeschehen zulässt, soll ab dem 11. Januar 2021 der Präsenzunterricht im Corona-Regelbetrieb fortgesetzt werden. Wenn …

 

Die Weihnachtsferien in Schleswig-Holstein starten wie geplant am vierten Adventswochenende, also am 19. Dezember 2020. Am 7. und 8. Januar 2021 gibt es für SchülerInnen Distanzlern-Übungstage – wegen Corona und Homeschooling und der fehlenden Erfahrung damit. Der Präsenzunterricht beginnt dann erst am 11. Januar 2021. 

Bildungsministerin Karin Prien sieht darin einerseits die Chance, nach einem eventuellen Familienbesuch zwischen den Jahren länger zu Hause zu bleiben und eine mögliche Ansteckung auszuschließen. Andererseits wisse man aus Erfahrung, dass das Distanzlernen geübt und Digitalkonzepte weiter entwickelt werden müssten. Insbesondere Grundschulen sollen die Übungstage für konzeptionelle Arbeit nutzen können.

Die Punkte im Einzelnen:

  • Für die Jahrgangsstufen 1 bis 7 findet am 7. und 8. Januar 2021 kein Unterricht statt. Sie bekommen vor den Weihnachtsferien Arbeitsaufträge für eigenverantwortliches Lernen.
  • Für die Schülerinnen und Schüler, deren Eltern an diesen beiden Tagen keine Betreuung organisieren können, werden die Schulen eine entsprechende Betreuung innerhalb der Kohorten anbieten. Die Lehrkräfte, die an diesen beiden Tagen keine Betreuungsaufgaben bzw. keine Schülergruppen im Distanzlernübungen unterrichten, werden diese Tage nutzen, um ihre digitalen Konzepte sowie Lehr- und Lernformen außerhalb des Präsenzunterrichts weiter zu entwickeln.
  • Für die Schülerinnen und Schüler der allgemeinbildenden Schulen ab Jahrgangsstufe 8 finden an diesen beiden Tagen zwei landesweite Distanzlernübungstage statt.
  • Für die Schülerinnen und Schüler der Förderzentren findet der Präsenzunterricht nach Plan statt.
  • Für die berufsbildenden Schulen finden am 7. und 8. Januar ebenfalls zwei landesweite Distanzlern-Übungstage für die Beruflichen Gymnasien sowie die Unter- und Mittelstufen der Dualen Ausbildung statt, sofern sie an diesem Tag keine Prüfungen der Kammern, beziehungsweise Klausuren haben. Die anderen Bildungsgänge an den beruflichen Schulen haben Präsenzunterricht.

Angebote dazu für Schulen werden bald online zu finden sein.

Quelle: Presse-Info des Bildungsministeriums SH

Im Mittelpunkt der Corona-Krise steht insbesondere auch das Bildungssystem. Wie kann Schule funktionieren, wenn Schüler ständig in Quarantäne sitzen? Wie werden Lehrkräfte er- oder eingesetzt, die zu Corona-Risikogruppen gehören? Wie gelingt digitale Bildung krisengerecht und nachhaltig, wenn Erfahrung und Fachleute dafür fehlen? Endgeräte gerade erst geliefert und Lern-Management-Systeme im Quarantäne-Fall spontan eingerichtet werden? Das bei IT-Fachkräftemangel? Die Lösung in Kürze:

Freiberufliche Digitalisierungs-Manager & Medien-Coaches unterstützen Schulen!

IT- / Digitalisierungs- / Medien-Experten werden in Schulen grundlegend gebraucht, um digitale Bildung nachhaltig gestalten zu können. Genauso wie in Firmen – auf Dauer.

Mit #Freelancer4Schools können aber auch akute Corona-Probleme gelöst werden: freiberufliche IT- und Medien-Experten könnten als Helfer in der Krise, als Lernbegleiter und Aushilfslehrkräfte eingesetzt werden, womit sogar drei Ziele erreicht werden würden:

  • Corona-bedingten Lehrermangel ausgleichen
  • Freiberuflern in der Krise ein Einkommen sichern
  • IT- und Medien-Knowhow in die Schulen bringen.

Hier könnte eine neue “Symbiose-Art” entstehen, meint Susanne Braun-Speck, Referentin für digitale Bildung und ehemalige IT-Personalvermittlerin; ebenfalls Coach von erkant.de, die hier und heute selbst einen Artikel schreibt.

Ist-Situation Herbst 2020: Der Schulalltag ist von AHA-L-Regeln geprägt sowie von Bildung, die entweder im Eiltempo oder auf Sparflämme läuft. Einige Schulen setzen auf Vorarbeit und verlangen von Lehrkräften und Schülern 150% Leistung. Andere Schulen setzen auf Minimalismus und specken den Lehrplan auf das Notwendigste ab. Mögliche CoVid19-Erkrankungen und eventuelle Quarantänen erzeugen Druck und Stress – seit vielen Monaten! Die mangelnde Erfahrung mit Homeschooling, mit Fernunterricht, der pädagogischen Herangehensweise und der digitalen Technik dazu, sorgt zunehmend für Stress. Obwohl die Lehrkräfte teilweise in Sachen Lern-Management-Systemen, Online-Konferenzen führen, etc. mittlerweile geschult sind, Glasfaserleitungen, WLAN und mancherorts neue Endgeräte vorhanden sind, funktioniert es dennoch sehr, sehr häufig nicht. Und: Schüler werden darin noch längst nicht geschult. Sie müssen alles erproben und weitestgehend zusehen, wie sie klarkommen. Funktionierende und nachhaltige digitale Bildung ist das nicht.

„Oft bricht die Internetverbindung ab oder ist grundlegend zu schwach; bei Online-Konferenzen haben viele noch nicht einmal Ton – wie soll so digital kommuniziert werden? Außerdem sind auch Schüler zwar Smartphone-affin, aber nicht in der Anwendung von Tablets mit all seinen vielen Software-Anwendungen (APP´s) s und Tools geübt. In meinen Workshops erlebe ich seit Corona-Krisenbeginn ständig solche Situationen oder bekomme sie erzählt. Manchmal auch mit Beschwerden – ich hätte ja gesagt, das empfohlene Online-Konferenztool würde super funktionieren“, ist Braun-Specks Erfahrung.

Tut es auch, die Probleme liegen woanders. Aber wo?

Eins weiß die Referentin ganz sicher: Am Online-Konferenztool selbst liegt es nicht. Sie selbst nutzt BigBlueButton, welches seit 2007 für die Bildungsbranche entwickelt wird. Es ist datenschutzkonform und bietet mehr integrierte Funktionen als ähnliche Tools: zum Beispiel ein digitales Whiteboard als Tafelersatz. Wenn ihre Kursteilnehmer Zuhause sind und sich vor dort in die Onlinekurse einwählen, gibt es vereinzelt Verbindungsprobleme. Insbesondere dann, wenn die Teilnehmer im ländlichen Raum leben. Doch in Schulen vor Ort gibt es sehr oft, fast unlösbare Probleme mit Internetverbindungen bei allen Teilnehmern.

Was ist jeweils die tatsächliche Ursache dafür? Liegt es am (W)LAN der Schule? Am Landesserver? An den Endgeräten? Am Benutzer? An alten Kabeln oder falsch verlegten? An den Online-Konferenztools selbst liegt es nicht – möglicherweise aber an dem Server, auf dem sie installiert sind. Oder weil gerade Zuviele zeitgleich darauf zugreifen. Doch: Die Server-Leistung (RAM/Arbeitsspeicher, Kernel- oder sogar Server-Anzahl) könnte erhöht werden – aber wer weiß das schon? Wer sollte in der Schule herausfinden, was nicht funktioniert? Generell und in der Krise unter Corona-Bedingungen?

Es gibt in den Schulen niemanden, der einschlägiges Knowhow und die Zeit für sowas hätte. Also Niemanden, der Netzwerk- und Systemadministrator ist, Content-Manager oder Dozent für digitale Anwendungen.

„Es gibt mehr als 150 IT- und Medienberufe, für welche jeweils eine einschlägige Ausbildung, meistens ein Studium, erforderlich ist. Entsprechend ist verwunderlich, dass Politik und Gesellschaft erwarten, dass nicht-digitalaffine Lehrkräfte das mal eben nebenbei lernen und leisten. Auch können Schüler allein keine Websites entwickeln oder sind als Smartphone-User am PC fit – es sind doch nicht alle Wunderkinder“, meint Braun-Speck, welche vor 19 Jahren (2002) das erste Berufe-Glossar der Branche erstellt hatte (siehe Quellen unten oder Link).

Zwar ist auch auf Bundesebene mittlerweile angekommen, dass Schulen „IT- und Medienexperten“ brauchen – aber: wann die kommen können, steht in den Sternen.

Dabei spricht die Politik von „Informatikern“, aber: Das ist das falsche Berufsbild.

Im Sprachgebrauch von Beteiligten des Bildungssystems wird ständig von Informatik-Unterricht und Informatik-Fachlehrern gesprochen, welche dringend gebraucht werden. Doch: Tatsächlich müssen Lehrkräfte wie auch Schüler KEINE Aufgaben von Informatikern ausführen können. Informatiker beschäftigen sich in ihrer Berufstätigkeit überwiegend mit der Entwicklung von Programmen, Software, Hardware und Systemlösungen, sowie mit Künstlicher Intelligenz, Maschinen-Programmierung oder zum Beispiel mit der Installation und Administration von Systemen & Netzwerken.

Lehrkräfte und Schüler brauchen in einer digitalen Welt “nur” Anwender-Kenntnisse.

In der elektronischen Datenverarbeitung (kurz: EDV) steht der Ausdruck “Anwender / User / Benutzer” für eine Person, die einen Computer, eine APP, ein Online-Portal oder andere digitale Medien benutzt. Zukünftig werden sowohl in Schulen, wie auch in fast allen anderen Berufsbereichen solche digitalen Anwender-Kenntnisse benötigt. Also zum Beispiel digitales Schreiben und Kommunizieren, online Recherchieren und Lernen, etc.

Klar wird: Für manche Aufgaben auf Dauer, sowie für neue Vorhaben und Projekte, sowie für die Corona-Krise werden einschlägig qualifizierte ITK- und Medien-Experten in Schulen gebraucht. Anders ist nachhaltige, digitale Bildung nicht möglich.

Bereits im Sommer 2018 entwarf Braun-Speck den Beruf des IT- / Digitalisierungs-Managers für Schulen und versuchte, dafür im Bildungswesen Gehör und in der Wirtschaft Unterstützung zu finden. Solche Digitalisierungs-Manager oder auch Medien-Coaches sollen die treibende, führende und organisatorische Kraft zur Entwicklung und Einführung von Medienkonzepten und Technik sein. Für jede Schule einen Digitalisierungs-Manager war angedacht, denn:

Wie sollte sonst Digitalisierung in Schulen gelingen – mit beispielsweise 800 Schülern und 60 Lehrern (= 860 User), wenn kein einziger IT-Experte im Hause ist?

In der Regel ist es so, dass an einer Schule ein bis zwei Lehrer zwei Zusatzstunden pro Woche haben, um als technische Ansprechpartner und Supporter zu agieren. Bedeutet: sie haben ständig “Land unter” und wissen nicht, wie sie diese umfangreiche Zusatzaufgabe stemmen sollen. Erzählt wird auch von Schulen, wo die Schülertechnik-AG – auch oder insbesondere während des Unterrichts – diesen Job an der Schule machen. Hausmeister sind auch involviert. In manchen Bundesländern gibt es mittlerweile Medienzentren oder IT-Systemhäuser in öffentlicher Hand, sowie Beratungs- und IT-Unternehmen, aber … Es funktioniert ja nicht. Wie kann es sein, dass Schulen immer noch überwiegend alleine im Regen stehen?

Ein vergleichsweiser Blick in die Wirtschaft: In Unternehmen mit beispielsweise 860 Usern gäbe es eine ganze IT-Abteilung! Und externe Berater für neue Vorhaben und Projekte.

Zuletzt sprach Braun-Speck von der Situation und der Idee der Digitalisierung-Managern in Schulen im Juni 2020 mit ihrem gleichnamigen Impuls-Beitrag beim

Barcamp #SchuleNeuDenken von Dorothee Bär

Am 20.6. fand das Online-Barcamp #SchuleNeuDenken auf digitalitaet20.de statt. Veranstalter war das Bundeskanzleramt in Verantwortung der Beauftragten der Bundesregierung für Digitales, Dorothee Bär. Dabei: 1.700 aktive Teilnehmer plus Zuschauer, 32 Sessions (Aufgabenfelder), aufgeteilt in 80 Online-Konferenzräume (mit dem Tool BigBlueButton). In jeder Session gab es mehrere Impuls-Beiträge, welche dann in den Live-Sessions diskutiert wurden.

Leider wurde die Website des Barcamps https://digitalitaet20.de gehakt – aktuell (Stand: 6. und 7.11.20 morgens) ist die Website nicht erreichbar. Sie war gehakt worden und zwischenzeitlich mit Fremdinhalten gefüllt. Braun-Speck entdeckte das zufällig, weil sie Jemanden den Link zu ihrem Impuls senden wollte. Sie informierte sowohl die Staatssekretärin von Dorothe Bär – Dr. Dorit Bosch – wie auch die betreibende Agentur. Diese arbeitet bereits daran, die Website wiederherzustellen. Aber zum Glück gibt es noch eine weitere Domain, auf der die einleitenden Sessions des Barcamps erreichbar sind. Die von Braun-Speck ist diese > bitte Link im Webbrowser öffnen: https://digitalitaet20-impulse.de/?p=4273

Dennoch werden derzeit die Ergebnisse des Barcamps ausgewertet. Aber nicht vom Digitalisierungs-Ministerium, sondern von Privatpersonen und Unternehmern – warum? Dazu gab es bisher keine Antwort. Siehe Twitter unter den Hashtags #schuleneudenken #digitalitaet20

Problem: Der Arbeitsmarkt gibt solche Fachkräfte nicht her!

Selbst wenn die Politik bereits IT- / Digitalisierungs- sowie Medien-Experten im Bildungssystem vorsehen würde und die Finanzierung sichergestellt wäre: Am ITK-Arbeitsmarkt fehlen laut dem Branchenverband BITKOM circa 125.000 IT-Fachkräfte. Entsprechend gibt es KEINE Fachkräfte, die das Bildungssystem für sich finden könnte. ITK ist die Abkürzung von Informations- und Telekommunikations-Technik. Für die pädagogischen Aufgaben gibt es mittlerweile den Beruf des Medienpädagogen – aber welche Schule hat so jemanden? Wie viele sind davon auf dem Arbeitsmarkt verfügbar?

Die Einzigen, die zu moderaten Honoraren wenigstens tage-, wochen- oder monatsweise bzw. projektweise helfen können, sind hochqualifizierte Freiberufler.

Zwar könnten – bei ausreichender Mitarbeiteranzahl – auch IT-Systemhäuser und Beratungsfirmen solche Fachkräfte für Schulen  liefern, doch: Dort kosten diese 1/3 bis doppelt soviel. Freiberufler sind dagegen inklusive aller Arbeitgeber- und Personalnebenkosten nicht teurer als zum Beispiel Lehrer. Das im Durchschnitt 75 €/Stunde (netto). Berechnung dazu siehe Quellen-Angaben oder direkt hier.

Insbesondere, aber nicht nur während der Corona-Krise, könnten Freiberufler aus der ITK-/ Digitalisierungs- & Medienbranche eingesetzt werden. Kurz: #Freelancer4Schools oder auch #Consultants4Schools.

Diese könnten als medienpädagogische Lernbegleiter & Coaches in Schulen unterstützen; dort und fernmündlich mit Rat und Tat (Support) helfen; auch Workshops geben, etc. Sie könnten die Aufgaben übernehmen, für die weder Lehrkräfte noch Hausmeister ausgebildet worden sind. Das geht auch kurzfristig und relativ spontan und würde enorm beim Homeschooling helfen! Zunächst stunden- oder tageweise? Auf jeden Fall auf Abruf und nur bei Bedarf. Das heißt, es entstehen keine Fixkosten. Außer Einzelne, die als schuleigene Digitalisierungs-Manager auf Dauer besser bleiben sollten und so für nachhaltige digitale Bildung sorgen können.

Um das realisieren zu können, brauchen Schulen im Grunde genommen nur einen “Topf”, sprich finanzielle Mittel, mit denen sie Freiberufler-Honorare bezahlen könnten. Möglicherweise aus den Vertretungsfonds? Dem Digitalpakt?

Sogar die am schlimmsten von der Corona-Krise gebeutelten Freiberufler, die Kreativen und Künstler, könnten in Schulen eingesetzt werden – als Lernbegleiter für digitale Bildung.

Wie das? Digital, digital, digital … Die Lehrpläne und Medienkonzepte sehen vor, dass Lehrkräfte und Schüler sich zunehmend mit Software-Anwendungen und Medien auseinandersetzen. Sie sollen digitale Texte schreiben, digitale Videos und Podcasts (Audios) erstellen, digitale Bilder und Videos – das ist digitaler Content!

Solch ein digitaler Content wird teilweise, nicht nur, von freiberuflichen Künstlern erstellt. Diese heißen Webdesigner, Content-Manager, Online-Journalisten, Video-Producer und und und. Sie könnten derzeit als Lernbegleiter in Schulen aushelfen – und Geld verdienen, wodurch sie dann nicht auf Hilfen vom Staat angewiesen wären.

Content ist eins der neuen Buzz-Worte im Bildungssystem!

„Content ist King“ heißt es seit Jahren in der Wirtschaft, wenn es um Online- und Social-Media-Marketing geht. Jetzt auch in der Bildung! Denn: Die Lerninhalte in Lern-Management-Systemen (kurz: LMS) sind Content. LMS basieren zudem auf Content-Management-Systemen – sie sind technisch in der Regel das Gleiche. Das bedeutet: Webdesigner können Lern-Management-Systeme betreuen, Lehrkräfte und Schüler in der Nutzung schulen und die Lerninhalte (Content) dafür produzieren. Ja, sogar freiberufliche Kunstmaler könnten die fehlenden Kunstlehrer in Schulen ersetzen – wenigstens zeitweise. Auch freiberufliche Event-Manager könnten bei Corona-Quarantänen helfen. Organisation und Planung ist ihr Job.

Aus welch einem Grund, sollen sie arbeitslos Zuhause sitzen, „Stütze“ bekommen, obwohl sie in Schulen gebraucht werden?

Klar wird durch diese Ausführung: Informatiker sind dafür nicht die Richtigen. Aber in der Kreativ- / Künstler-Branche sind die dafür passenden Fachkräfte zu finden. Sind sie Freiberufler und keine Festangestellten, sind sie auch in nennenswerter Zahl am Arbeitsmarkt verfügbar. Heute, während der Corona-Krise, aber auch auf Dauer.

Lehrer-Risikogruppen fit für Homeschooling machen.

Erste Aufgabe der Freiberufler könnte sein, die Lehrkräfte, welche zu Corona-Risikogruppen gehören und aktuell vorsorglich krankgeschrieben sind, absolut fit in Sachen digitaler Bildung zu machen? Dann könnten diese Lehrkräfte vorn Zuhause aus Arbeiten und Schüler unterrichten, die in Corona-Quarantäne sitzen.

Bleibt nur noch die Frage, wie nun diese Freiberufler bezahlt werden und wie sie mit den Schulen zusammenkommen. Finanzierung ist Bundes- bzw. Ländersache. Für die Prozesse und Technik dazu hat Braun-Speck ebenfalls ein Konzept parat und die technische Lösung dafür vorbereitet. Mit dem Bildungsministerium von Schleswig-Holstein steht sie dazu bereits in Kontakt. Doch um das aus den Angeln zu heben wird ein interdisziplinäres Team gebraucht, sowie die Förderung und Unterstützung der Politik und Wirtschaft.

Wie einige Andere meinen, sagt auch sie:  „Digitale Bildung muss nachhaltig angelegt sein und kann nur gemeinsam gelingen. Wirtschaft und Bildung müssen hier eng zusammenwirken. Freiberufler (aus der Wirtschaft) für Schulen sind eine mach- und verfügbare sowie finanzierbare Ressource. Dafür suche ich Unterstützung!“ Kontakt: kontakt@media4schools.de


Urheber des Textes und der oben genannten Ideen:

Susanne Braun-Speck, 52j aus SH, ist heute freie Referentin für digitale Bildung und freiberufliche Online-Marketing-Beraterin mit Schwerpunkt Webdesign und Content-Management. Zuvor 1996-2016 war sie IT-Personalvermittlerin und Franchise-Geber mit ehemals größerer (eigener) Firma. Kunden waren Mittelstand und Großunternehmen wie T-Systems, Dräger Medizintechnik, und viele mehr in der Größenordnung. Es gab von ihrer Vermittlungsagentur 9 Franchise-Niederlassungen in Deutschland.

Seit 2011 engagiert sie sich in Schulen, organisierte zunächst Kurse im Ganztagsbereich für hochbegabte Kinder (mit Themen wie Bionik, Scratch, Robotik, etc); wurde dann selbst zur Referentin im Enrichment-Bereich; war mehr als 4 Jahre aktive Elternvertreterin, und kennt somit Schule in mehreren Rollen. 2017 gründete sie mit Schülern eine Online-Schülerzeitung (als digitales Lernprojekt), welche 2018 und 2020 die beste Online-SZ von Deutschland wurde (Niveau: GYM/GMSmO). Seit Anfang 2019 führt sie auch für Lehrkräfte in Schleswig-Holstein Workshops zu digitalen Themen durch. Aktuelles steht hier: media4schools.de (Betreiber ist ihr Verein sii-kids & -talents e.V.). Ihre Freiberufler-Website ist tiefenschaerfe.de


Quellenangaben:

  • IT- und Medien-Berufe: Booklet von S. Braun-Speck von 2002 (Link)
    • IT-Berufe > Berufe-Net der Agentur für Arbeit (Link)
    • Medien-Berufe > Berufe-Net der Agentur für Arbeit (Link)
  • IT-Fachkräftemangel Bitkom (Link)
  • Lernplattformen / Content > Wikipedia (Link)
  • Barcamp SchuleNeuDenken, Digitalitaet20 (Link)
  • Was kosten Freiberufler, was Mitarbeiter im öffentlichen Dienst? (Link)

Aus Hamburg für alle: Der Treffpunkt für IT-Girls Katharina Fegebank unterstützt GIRLS Hacker School @home

Hamburg, 7. Oktober 2020 – Girls just wanna hack fun. Unter diesem Motto findet im Rahmen der europaweiten Codeweek am Wochenende 10. und 11. Oktober, jeweils von 14 bis 18 Uhr, auch eine GIRLS Hacker School statt.  In zweitägigen Online-Kursen können Mädchen und Frauen zwischen 11 und 99 Jahren die bunte Welt der IT entdecken und erste Schritte im Programmieren machen. Das Kursangebot variiert. So können die einen ihr erstes Spiel entwickeln, andere ihre eigene Webseite bauen und mehr. Gemeinsam gelernt wird von und mit echten ITler*innen, die sich hier ehrenamtlich engagieren. Unterstützt wird das Event von Hamburgs Zweiter Bürgermeisterin Katharina Fegebank, die sich im gemeinsamen Auftaktmeeting mit einem Grußwort an die IT-Girls wenden wird.

Die Kurse finden in separaten Online-Meetings statt. Nötig für die Teilnahme sind lediglich ein Computer und eine stabile Internetverbindung. Vorkenntnisse im Programmieren werden nicht erwartet. Die Teilnahme kostet 30,- Euro, ist aber auch mit einem frei wählbaren Ticketpreis möglich. Parallel finden an genanntem Wochenende auch Online-Kurse in Kooperation mit den bundesweiten MINT-Regionen statt. Diese sind offen für alle Jugendlichen zwischen 11 und 18 Jahren. Mehr Infos zu allen Kursangeboten unter: https://hacker-school.de

Die GIRLS Hacker School wird supported vom Netzwerk „Frauen-Verbinden“ (https://www.frauen-verbinden.de/) und hat inzwischen einen festen Platz im Terminplan des digitalen Bildungsprojektes Hacker School. Sie will allen Mädchen und Frauen zwischen 11 und 99 Jahren die Möglichkeit, in Online-Codingkursen am Wochenende erste Schritte im Programmieren zu machen oder Erlerntes in einem Aufbaukurs zu vertiefen. Die erfolgreichen Sessions in den vergangenen Monaten mit insgesamt rund 300 Teilnehmerinnen zeigte das große Interesse der weiblichen IT-Interessierten, in einem geschützten Raum Zeit zum Experimentieren und Gestalten zu haben. “Die aktuelle Zeiten machen es deutlicher als je zuvor: Informatik- und Technik-Skills sind heutzutage relevant und sollten vom frühesten Alter und geschlechtsunabhängig  gefördert werden. Es ist ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichberechtigung, denn um für sich selbst entscheiden zu können, ob coden etwas für mich ist oder nicht, muss ich es doch einmal ausprobiert haben können. Und genau das ist unsere Mission bei der Hacker School sowie von Frauen-Verbinden” so Dr. Julia Freudenberg von der Hacker School.

Weitere Termine der GIRLS Hacker School 2020 sind am  7./8. November und 5./6. Dezember 2020.

Mehr Infos: https://www.frauen-verbinden.de/

Wer ahnt schon, dass es schlecht fürs Klima ist, wenn er herumsitzt und Videos guckt oder sich über Messenger austauscht? Durch das Forschungsprojekt „Green Cloud-Computing“ von Umweltbundesamt wurde herausgefunden, wieviele Emissionen durch was entstehen und, dass Glasfaser und kabelgebundene Breitbandnetze deutlich umweltfreundlicher sind, als Mobilfunknetze. Die Unterschiede sind erheblich!

Bundesumweltministerin Svenja Schulze sagte in der Pressekonferenz am 10.9.2020: „Wird Streaming jetzt das neue Fliegen?“ Digitalisierung ist richtig und wichtig, aber es fehlten bisher jegliche Daten bezüglich der Umwelt- und Klimabilanz. Das ändert die Studie. Erstmalig gibt es verlässliche Zahlen. Eine Erkenntnis daraus ist: Der CO2-Ausstoß entsteht bei der Datenübertragung und nicht primär beim Speichern.  Ein Schritt zur Verbesserung ist, bestehende Ressourcen voll auszunutzen und Rechenzentren zu optimieren und effizienter zu gestalten.  „Wer mit dem Ferrari zum Bäcker um die Ecke fährt, verbraucht 10x mehr als notwendig. Ähnlich ist es, wenn Rechenzentren nicht ausgelastet sind. Das ist Energieverschwendung!“ sagte die Bundesumweltministerin sinngemäß.

Für den Präsidenten des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, ist klar: Digitalisierung an sich muss „grün“ werden! Klimaschutz gelingt zum Beispiel auch durch richtiges Streaming.“ Messner schreibt seit 1996 E-Mails, seitdem verändert die zunehmende Digitalisierung Schritt für Schritt alles: Mobilität. Wirtschaft. Leben. Bildung. Industrie. Aber: Rechenzentren verbrauchen stark unterschiedlich viel Energie. Der größte negative Umwelteffekt ist das mobile Videostreaming; die beste Art, solche Daten zu übertragen ist Glaskabel / Breitband.

Bundesumweltministerin Schulze sagte in einem Vorab-Interview dazu (nachgesprochener O-Ton):


Rund 80 Prozent des Datenverkehrs in Telekommunikationsnetzen sind Videoinhalte.

Bei dem Forschungsprojekt wurden nur die Leistungen für Daten-Speicherung und -Übertragung berechnet, aber NICHT der Energieaufwand der Endgeräte wie Router, Mobilgeräte oder Fernseher. Daten, wie Videos z.B., werden in Rechenzentren, dort in Clouds übertragen und gespeichert. Wenn nun diese Videos, Bilder, Audios, Text-Dokumente und so weiter in der „Cloud“ gespeichert werden, entstehen je nach Rechenzentrum unterschiedlich hohe Emissionen. Mit Emissionen sind der Ausstoß, also die Aussendung von Teilchen, Stoffen, Schallwellen oder Strahlung in die Umwelt gemeint.


Bei der Studie herausgekommen ist auf jeden Fall:

Glasfaser ist die klimafreundlichste Übertragungstechnik. ► Der Netzzugang über kabelgebundene Breitbandnetze ist besser als die über Mobilfunknetze. ► Moderne Mobilfunknetze (5G) sind um einen Faktor von mehr als 20 effizienter und damit klimaschonender als alte Mobilfunknetze (3G).


Wer was für die Umwelt tun will, steigt am besten auf Kabel um!

Die Übertragung von Daten in Mobilfunknetzen haben einen deutlich größeren ökologischen Fußabdruck (um so größer, um so schlechter), als über kabelgebundene Breitbandnetze und Glasfaser. Flatrates oder großzügige Datenpakete für mobile Musik- und Videostreamings sind fürs Klima also echt nicht der Hit. Der Unterschied zwischen beiden Varianten beträgt 300 MByte statt 60 MByte pro Stunde und führt damit zu einem 5-mal höheren mobilem Datenvolumen.

Wie der Grafik unten zu entnehmen ist, ist die Übertragung von Daten über Glasfaser und Kupferkabel deutlich, deutlich weniger Klimaschädlich als alle mobilen Varianten!


Was du tun kannst?

Telefoniere und streame möglichst selten über Whatsapp und andere Messenger. Telefoniere lieber über Sprachanrufe bzw. WLAN; besser noch über Festnetz und Kabel bei dir Zuhause oder im Büro!


Nachhaltig ist das Alles nicht!

Wie hoch der Energieaufwand der Endgeräte wie Router, Mobilgeräte oder Fernseher ist, wurde beim „Green Cloud-Computing“-Projekt nicht untersucht. Auch nicht, was die Gewinnung von Rohstoffen und die Herstellung der Geräte in der Umwelt anrichtet. Dabei sind die Umweltschäden und Emissionen immens. Außerdem ist es laut der Studie so, dass G5 besser für die Umwelt ist, als G3 und G4, aber:

Was ist mit der Gesundheit von Mensch & Tier bei G5?

Auf Nachfrage der Redaktion bezüglich möglicher nachhaltiger Auswirkungen auf die Gesundheit, wurde klar: Gesundheitliche Auswirkungen durch Elektrosmog durch 5G-Strahlungen sind bisher nicht ausreichend statistisch erfasst oder genug wissenschaftlich untersucht. Aber das wird folgen und ist vor allem auch Aufgabe des Bundesamts für Strahlenschutz.

Weitere Frage war, ob jetzt im Umkehrschluss nicht ein Trendwechsel bei Bürgern erfolgen müsste? Das heißt weg vom Streamen übers Smarthone, hin zu kabelgebundenen PC´s? Ja, aber das Bewusstsein dafür sei bei den Menschen bereits tief verankert. Das Thema wird aber natürlich weiterhin stark kommuniziert werden. WLAN gilt in jedem Fall als zweitbeste Lösung, nach LAN-Anschlüssen, was die Grafik unten aufzeigt.


Wer sich für Details interessiert, kann sich die Infodatei vom„Green Cloud-Computing“-Projekt hier unterladen und/oder auf den Projektseiten von Schülern auf Media4Teens.de gucken, wie gut oder schlecht die Hardware von Smartphones für die Umwelt ist.

Schulklassen aus Schleswig-Holstein, die selbst ein Projekt dazu durchführen möchten, finden hier ein kostenloses Angebot. In anderen Bundesländern gibt es bestimmt ähnliche Angebote. Google doch mal, wenn möglich über (W)LAN!