Die erKant-Redaktion hat sich mit einem VR-Spezialisten in Kontakt gesetzt, um für euch mehr darüber schreiben zu können. Gustav Stechmann, Software Developer & Media Designer aus Kiel, berichtete uns in einem schriftlichem Interview von vielen interessanten Fakten. Außerdem haben wir hier ein Video von der Uni Lübeck, wo Medieninformatik studiert werden kann.

Eine Frage an Herrn Stechmann war:

Wo wird VR eingesetzt? Was sind die Haupteinsatzgebiete im beruflichem Umfeld?

Zum einen Computer- bzw Videospiele. Es gibt zum Beispiel eine spezielle VR-Brille die man an die PlayStation anschließen kann, genannt PSVR. Für dieses System gibt es eine Vielzahl Spiele wie zum Beispiel das bekannte “Fruit Ninja” und viele weitere. Ein weiterer Einsatzbereich sind VR-Trainings. Zum Beispiel werden Fabrikmitarbeiter geschult, wie sie industrielle Maschinen bedienen und reparieren können, indem sie dies an einer in VR simulierten Version dieser Maschinen üben und ausprobieren können.

Drittens wird VR auch im medizinischen Bereich eingesetzt. Es gibt zum Beispiel Apps, in denen man angeleitet wird bestimmte Übungen durchzuführen zur körperlichen Fitness oder zur Rehabilitation nach einem Schlaganfall. Viertens gibt es Anwendungen im Bereich der Psychotherapie. Beispielweise kann ein Angstpatient sich in VR seinen Ängsten stellen während ein Therapeut in dabei begleitet und die Simulation jederzeit anhalten oder verlangsamen kann. Sehr nützlich z,B. bei Flugangst etc.

Bestimmt wird es in Zukunft viele weitere Anwendungsmöglichkeiten geben, die wir heute noch nicht kennen, weil sie noch nicht erfunden sind.

Welche Berufe gibt es, bei denen man mit VR arbeiten kann bzw VR-Anwendungen entwickeln kann?   

Die Berufsbilder sind ähnlich wie im Bereich Computerspiele und der digitalen Medien allgemein.

Gefragt sind zum einen Programmierer, die in der Lage sind dem Computer einzugeben wie die die virtuelle Welt funktioniert, wie die Abläufe sind und wie sich die Umgebung verhält. Ein Programmierer schreibt Programmcode, zB in der Programmiersprache C#. Man braucht hierfür ein gutes technischen und mathematisches Verständnis.

Zweitens gibt es das Berufsbild des 3D-Grafikers. Das sind Leute die welche die visuellen Inhalte für die virtuellen Welten erstellen. Also Räume, Gegenstände, Figuren die darin vorkommen. 3D-Grafiker arbeiten mit Softwarewerkzeugen wie zB 3DS Max, Maya, oder Blender. Für diesen Beruf braucht man ein gutes Auge, ein ästhetisches Empfinden, und muß kreativ sein.

Drittens gibt es den Beruf des 3D-Animators. Ein Animator versetzt die Welt in Bewegung. Zum Beispiel Bewegungsabläufe der Figuren. Ähnlich wie der 3D-Grafiker ist dies auch ein sehr kreativer, gestalterischer Beruf. Die Figuren sollen sich ja auch natürlich und interessant bewegen, wie zB in einem Disney-Film.

Viertens den Beruf des Sound Designers. Das ist jemand, der dafür sorgt dass man die Welt nicht nur sehen, sonder auch hören kann. Von Soundeffekten über Jingles bis zur musikalischen Untermalung reicht hier das Tätigkeitsgebiet.

Fünftens gibt es den Beruf des Software-Testers. Das sind Leute die ein VR-Programm testen und auf Fehler prüfen. Hierfür braucht man sehr viel Präzision und Sorgfalt und muß in der Lage sein, Probleme zu erfassen und genau zu beschreiben, damit sie hinterher systematisch behoben werden können.

Sechstens gibt es das Berufsbild des Story Designers bzw Autoren. Dies ist vor bei VR-Spielen wichtig. Denn jemand muss ja sich ja eine Geschichte dazu ausdenken, die Dialoge schreiben, damit das ganze spannend und interessant wird.

Last but not least werden wie bei allen Branchen Leute gebraucht, die in der Lage sind das Ganze zu koordinieren und das Team zu managen. Im Umfeld der digitalen Medien heißt dieser Beruf Producer. Das ist also jemand, der das Projekt im Detail plant, Ziele setzt, und dafür sorgt dass jeder im Team weiß was er zu tun hat damit hinterher alles gut zusammenpasst und termingerecht fertig wird.

Zu erwähnen ist, daß wir im Bereich der digitalen Medien auch eng mit anderen kreativen und technischen Berufen zusammenarbeiten. Zum Beispiel mit Schauspielern, um Sprachaufnahmen einzusprechen.

Muss man für diese Berufsbilder studieren? Wenn ja, was?

Grundsätzlich kann man alle diese Berufe autodidaktisch erlernen, also sich selbst beibringen. Dazu braucht man eigentlich nur einen Computer, ein gutes Buch, und eine große Portion Neugierde. Es hilft außerdem, wenn man Freunde hat mit denen man gemeinsam das Hobby verfolgen und sich austauschen kann. Die meisten Leute die in diesem Bereich arbeiten, haben es vorher hobbymässig gemacht.

Den Beruf des Programmierers kann man erlernen durch ein Informatikstudium, zB an der Universität Kiel. Den Beruf des 3D-Grafikers oder 3D-Animators kann man an einigen Kunsthochschulen erlernen, zB an der HBK in Hamburg.

Den Beruf des Story Designers kann man zB durch ein Studium der Germanistik teilweise erlernen. Vor allem braucht man dafür aber viel Fantasie und man sollte gerne und oft Bücher lesen. Wenn man ohnehin gern Kurzgeschichten oder Gedichte schreibt, dann ist man dafür gut geeignet.

Den Beruf des Software-Testers kann man nicht wirklich erlernen. Wenn man aber jemand ist dem Fehler sehr schnell auffallen, dann hat man vielleicht Talent dafür. Die Fachhochschule Kiel bietet ein Studium im Bereich Multimedia Produktion an. Hier beschäftigt man sich sehr intensiv mit VR und auch mit der Herstellung von Videospielen. Es gibt auch Ausbildungsberufe, zB den des Mediengestalters, bei denen man auch sehr viel in diese Richtung lernen kann.

Wir fragten Herrn Stechmann auch: “Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus, als VR / AR Entwickler?”

Wir arbeiten in einem kleinen Team in der Starterkitchen in Kiel. Das ist ein Gemeinschaftsbüro, wo viele kleine Unternehmen zusammen an ihren Projekten arbeiten. Viele davon sind Studenten oder gerade mit dem Studium fertig. Dadurch ist es eine sehr lebendige Atmosphäre und man hat viele Leute um sich herum mit denen man sich austauschen kann.

Unser Team besteht aus einem Programmierer, einem Grafiker und Animator, und mir selbst als Producer. Ich schreibe auch die Konzepte für unsere Projekte. Es macht sehr viel Spaß in einem solchen Team zu arbeiten weil es sehr kreativ ist und man seine eigenen Ideen umsetzen kann.

Wir sitzen meistens nebeneinander am Computer. Wenn der Grafiker ein Grafikelement fertig hat, gibt er es dem Programmierer, damit er es in das Programm einbauen kann. Dann gucken wir uns gemeinsam an, ob es gut aussieht oder ob wir etwas ändern wollen. Zur Zeit arbeiten wir gemeinsam an einem VR-Spiel. Wenn es fertig ist, möchten wir es über die Stream Plattform vermarkten. Es wird aber noch einige Monate dauern bis es soweit ist.”

Mit VR kann man sehr viel erleben! Sie kann uns helfen oder einfach Spaß machen!

Wer mehr über VR wissen möchte, kann gerne bei unserem anderen Artikel vorbei schauen oder die Website von Gustav Stechmann ansehen: www.stechmann.com

 

Der HanseBelt e.V. ist im Raum Schleswig-Holstein und Hamburg aktiv, um die Region zwischen Elbe und Ostsee (= Hansebelt-Region) zu fördern. Mitglieder sind Unternehmen und Institutionen, die (laut Website) die Metropolregionen um Hamburg und Kopenhagen enger zusammenrücken und den HanseBelt noch attraktiver für Talente, Innovatoren und Investoren machen möchten.

Am 30.11.2018 fand in der MuK in Lübeck der “HanseBelt Zukunftskongress” statt. Gefeiert wurde hier das 10-jährige Bestehen des Vereins. ErKant sprach dort u.a. kurz mit Björn Engholm, intensiver mit Konsul Bernd Jorkisch und drehte ein Mutmach-Video für Jugendliche mit Ralf Dümmel. Das im HanseBelt frischer Wind weht und hier die glücklichsten Menschen von Deutschland leben, wurde mit einem Intro-Video humorvoll thematisiert.

 


“Hansebelt ist Zukunftsland. Fehmarnbelt kommt wie bestellt!”

– das war der Motivationsspruch des Abends welchen Bernd Jorkisch (Honorarkonsul der Republik Finnland sowie geschäftsf. Gesell. der Holzimportfirma Jorkisch GmbH & Co. KG in Daldorf ) in seiner Willkommensrede mehrfach mit Herzblut nannte. Keynote-Speaker des Abends war Ralf Dümmel (geschäftsführender Gesellschafter der DS Produkte GmbH in Stapelfeld). Der Unternehmer aus Stormarn, aufgewachsen in Bad Segeberg, ist einer der “Löwen” sprich Investoren in der TV-Sendung “Die Höhle der Löwen” (#DHDL). Seine Kernaussage:

“Machen, nicht Warten!”

In der Talk-Runde sprachen Unternehmer aus der Region mit Dr. Bernd Buchholz (Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus in SH) über politische Rahmenbedingungen, Herausforderungen bei Expansionsplänen, die Digitalisierung und das Nachwuchsfinden, etc. Ein Appell war an die Jugend gerichtet: Abitur und Studium sind zwar gut, decken aber den Bedarf am Arbeitsmarkt nicht.

Die Betriebe in der Hansebelt-Region suchen deutlich mehr Schüler mit Mittelschulabschluss und wünschen sich viel mehr Bewerber für die duale Ausbildung. Die Unternehmer in SH wirkten überzeugt davon, dass lebenslanges Lernen, dass heißt das Lernen Stück für Stück, Weiterbildung für Weiterbildung die Zukunft sein wird und dagegen ein einziges Studium weniger zukunftsfähig ist. Jugendliche mit mittlerem Bildungsabschluss (MSA), “hellem Köpfchen”, hoher Motivation und Leistungsbereitschaft können sich demnach auf eine interessante berufliche Zukunft freuen.

Getoppt werden diese Aussagen durch die Initiative der Firma DS-Produkte “Bewerben ohne Zeugnis” (der Link dazu folgt in Kürze). Derweil könnt ihr das Motivations-Video mit Ralf Dümmel, dem Chef der Firma, hören:

Ein Schülersprecher ist der Vorsitzende der Schülervertretung (kurz: SV) und das Verbindungsmitglied zwischen Schulleitung und Schülern. Aufgabe ist überwiegend die Kommunikation zwischen den Beteiligten.

Zudem plant er die SV-Sitzungen, kümmert sich um die Organisation von Projekten, plant Klassensprecher-Versammlungen und koordiniert die Funktionen der SV. Außerdem pflegt er Kontakt zu Externen und organisiert Fortbildungen für SV-Mitglieder. Der neue Schülersprecher Dawinder Sing ist 16, im 11. Jahrgang – erKant hat ihn interviewt:

Seit wann bist du Schülersprecher? „Ich bin seit Ende September Schülersprecher.“

Wer ist der zweite Schülersprecher?„Ich bin der erste und der zweite ist Frederik aus der achten.“

Was hast du dir Besonderes vorgenommen? „Auf jeden Fall die Digitalisierung und mehr außerschulische Aktivitäten.“

Wie lange gehst du schon auf unsere Schule? „Schon seit der fünften Klasse.“

Digitales Lernen und Arbeiten (Nachtrag vom Coach)

Dies ist der erste Artikel von Marwin L., aus dem sechsten Jahrgang. Er war bereits bei zwei Meetings von erKant dabei und arbeitet virtuell über deren WhatsApp-Gruppe bereits mit. Wie er hier auf erKant ein Artikel online stellen kann, hat er eigenständig über Lernvideos von erKant herausgefunden. Learning by Doing … Das digitale Lernen und Arbeiten hat Marwin jetzt erstmalig erprobt; für das Erlernen des journalistischen Handwerks und für die vielen tausenden Details der digitalen Arbeit braucht er allerdings auch Menschen – d.h. seine neuen Teamkollegen aus dem Kreis der Jugendredakteure und den Coach.

Weitere neue Online-Redakteure werden gesucht! redaktion@erkant.de

Schon vor Monaten hatte sich ein Transgender bei erKant gemeldet und wollte seine (ihre) Geschichte erzählen. Keine Gute, denn das Leben als Mensch im falschen Körper ist schwer! Beim Schülerzeitungskongress in Berlin wurde im Recherchieren-Workshop das Thema wieder aufgenommen.  

Was bedeutet das oft genannte Kürzel “trans”?

Trans ist die Abkürzung von Transgender und wird gleichermaßen für die Begriffe Transidentität (bezieht sich auf Gefühle) und Transsexualität (bezieht sich auf das Körperliche) genutzt. Ein Transgender oder -sexueller ist Jemand, der sich in seinem biologischen Geschlecht unwohl fühlt und emotional eigentlich vom anderen Geschlecht ist – er lebt im falschen Körper! Das heißt, dass die Person sich nicht mit seinem angeborenen Geschlecht identifizieren kann. Es gibt ftm (female to male) und mtf (male to female).

Das klingt kompliziert – und das ist es auch!

Laut der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität leben circa 250.000 Trans-Menschen in Deutschland. Wichtig, weil oft in verwechselt: Ein Transgender ist keine Dragqueen oder Travestit – das sind männliche Kunstdarsteller, die das Aussehen und Verhalten einer Frau show-artig imitieren. Eine der Bekanntesten ist Olivia Jones aus Hamburg gebürtig: Oliver Knöbel. Siehe Video ganz unten.

Wie fühlt sich das Leben im falschen Körper an?

Über Instagram nahmen die Redakteure mit dem 14-jährigen Louis (eigentlich Lisa) Kontakt auf, welcher in einem Interview erzählte, wie es als Transgender so ist.

“Hey, ich bin Louis. Zurzeit 14 Jahre jung und ein biologisches Mädchen. Ich bin transsexuell. Ich bin im Kopf ein Junge, muss aber in dem Körper eines Mädchen leben – in dem falschen Körper! Das klingt für viele absurd und merkwürdig, aber es ist für die Betroffenen die Hölle auf Erden.”

Es begann damit, dass er sich in typisch “mädchenhafter” Kleidung immer weniger wohl fühlte. Irgendwann kaufte er sich selbst ein Binder (zum Brust abbinden), sodass sein Busen kleiner also männlicher wirkte. Aus Selbsthass begann er, sich selbst zu verletzten. Dies bemerkten seine Eltern, welche die Transidentität erst nicht akzeptieren wollten.

“Innerer Schmerz, Selbsthass, es ist einfach alles falsch – so… so fühlt es sich an, im verkehrten Körper zu Leben!”

Es dauerte länger bis die Eltern verstanden und akzeptierten, dass er es ernst meinte und gingen mit ihm zum Psychiater. Doch bis es soweit war, setzen sie ihn (sie) massiv unter Druck und wollten erzwingen, dass er sich wie ein Mädchen verhält. Sie meldeten ihn z.B. extra bei typischen Mädchenkursen an und kauften ihm Mädchenkleider, etc. Louis litt darunter sehr!

Geschlechtsangleichung? Was ist möglich?

Am Anfang sollte die betroffene Person zu einem Psychologen gehen, da dieser eine klare Diagnose geben kann. Viele Eltern glauben nämlich, “es sei nur eine Phase”, die sich wieder geben würde. Der Psychologe kann aber auch das Gegenteil beweisen. Lautet die Diagnose “Transgender” kann über eine Hormontherapie und Operationen geredet werden, die schlussendlich dafür sorgen können, dass der Körper zum anderen Geschlecht gewandelt wird. Für eine Hormontherapie muss die betroffene Person mindestens 14 Jahre alt sein und braucht die Einwilligung der Eltern. Über eine Operation kann erst bei Volljährigkeit alleine entschieden werden.

Die Betroffenen können, nein müssen sogar, erst einmal abwarten und testweise so leben, wie das andere Geschlecht. Ein Junge kann sich zum Beispiel weiblich kleiden, lange Haare tragen und sich wie ein Mädchen schminken. Bevor tatsächlich eine Hormontherapie zwecks Geschlechtsumwandlung begonnen werden kann, muss 3 Jahre lange eine psychologische Beobachtung durchgeführt werden und ein Jugendarzt beteiligt sein.

Interessant für die Betroffenen und Eltern: die Krankenkasse bezahlt alles! Denn: Seit 1987 gilt in Deutschland im Sinne des Sozialrechtes der seelische Leidensdruck durch Transidentität als Krankheit. Heißt: Transidentität ist sowieso keine Krankheit, auch von Gesetzwegen nicht, sondern der seelische Leidendruck ist die Krankheit und der Aspekt, warum Krankenkassen die Behandlungen bezahlen.

Alles was Namensänderungen, etc betrifft regelt übrigens das TSG-Gesetz .

Outing? Wie soll ich das meinen Eltern sagen!? 

Die Jugendlichen, die sich outen wollen, haben meist Angst davor, da es eine große Umstellung sein kann und mit Gemeinheiten und Mobbing gerechnet werden muss. Meist denken sie, dass ihre Eltern sie nicht akzeptieren und fressen alles in sich hinein. Für die Transperson ist es jeden Tag eine Qual, in dem falschen Körper zu leben.

Auch wenn ein Transgender sehr befremdlich auf dich wirken sollte, sag nichts Unüberlegtes oder Verletzendes. Denn das schadet den Betroffenen noch mehr! Durch Kritik können sogar Suizidgedanken entstehen. Der größte Wunsch, den die geoueteten Transgender haben, ist auf Verständnis und Unterstützung zu treffen.

“Es ist schon merkwürdig, wenn dir eine Frau begegnet, die du 15 Jahre lang als männlicher Berater gekannt hast.” erzählte eine Bekannte. “Aber ich komme damit gut klar!”

Wie können Eltern erkennen, das ihr Kind im falschen Körper lebt?

Eltern können Transsexualität ihres Kindes an der Körpersprache sowie dem Verhalten erkennen. Beispielweise spielen Trans*-Kinder meist mehr mit dem Geschlecht, als das sie sich fühlen. Transjugendliche versuchen ihren biologischen Körper so gut es geht zu verstecken, und ihn wie das andere Geschlecht aussehen zu lassen! Dies kann sehr gefährlich sein! Z.B. beim Brustabbinden kann es zu starken Rippenschmerzen und Ähnlichem führen. Darauf sollten die Eltern achten! Die Kinder und Jugendlichen haben oft andere Interessen als ihre Mitmenschen und suchen Kontakt zu Gleichgesinnten und Leuten, die sie verstehen und akzeptieren. Wichtig ist für Transgender, von ihrer Familie akzeptiert zu werden, wie sie sind und Rückendeckung von ihnen zu erhalten.

Hamburg Pride, Martin Stiewe, Quelle: www.hamburg-pride.de/

 


Der Christopher Street Day ist ihr wichtigster Feiertag!

Der Christopher Street Day (CSD) ist ein Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern und Co.. An diesem Tag wird für die Rechte dieser Gruppen sowie gegen Diskriminierung und Ausgrenzung demonstriert. Die größten Umzüge anlässlich des CSD im deutschsprachigen Raum finden in Köln und Berlin statt.

Die Bezeichnung Christopher Street Day ist nur in Deutschland, Teilen Österreichs und der Schweiz üblich. In englischsprachigen und romanischen Ländern wird meist von Gay Pride und Pride Parades gesprochen. Quelle: Wikipedia.org

Gerichtsurteil 2017 beeinflusst auch den Arbeitsmarkt.

Ende 2017 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die Eintragung eines dritten Geschlechts im Geburtenregister möglich sein muss. Damit Arbeitgeber niemanden diskriminieren, sollten sie in Stellenzeigen jetzt alle 3 “Geschlechter” angeben und z.B. einen Journalisten (m/w/d oder /i) suchen. Quelle: Hamburger Abendblatt

Informationen & Hilfen für Betroffene:

Binderkauf: gc2b , amazon

weitere Informationen:

Psychologen in der Nähe: Jugendpsychologie Lübeck, Jugendpsychologie Hamburg

Die Theatersaison der Offenen Ganztagsschule (OGS) Reinfeld 2018/2019 ist gestartet. Dieses Mal studiert die Kinder- und Jugendgruppe um Theaterpädagogin Bettina Becker “Fack Ju Goethe” als Theaterstück ein. erKant.de interviewte sie.

“Ich mache das, damit die Kinder auch nach dem Unterricht noch Spaß haben und: weil ich Kinder sehr gern habe.”

Das antwortete Bettina Becker, auf die Frage, warum sie die Theater AG leitet.

Regisseurin Bettina Becker

Die Geschichte hinter “Fack Ju Goethe”

erkant.de: “Hallo Frau Becker, was wird denn hier gemacht?”

Becker: “Wir spielen dieses Jahr den Film “Fack ju Goethe”, in einer für die Theaterbühne umgeschriebenen Fassung. Wir werden es im April aufführen. Es ist ein sehr lustiges Stück, in dem es um eine Klasse geht, in der die Schüler alle einen bildungsfernen Horizont besitzen und eine dementsprechende Sprache haben. Diese Klasse hat kein Lehrer mehr im Griff und deshalb kann sie auch von niemandem richtig unterrichtet werden. Außerdem geht es um einen Bankräuber, der innerhalb eines Schulgebäudes auf der Suche nach seiner vergrabenen Beute ist. Diese hat er auf einer Baustelle vergraben, dort steht jetzt aber die Turnhalle dieser Schule. Um an das Geld heran zu kommen, muss er eine Stelle als Aushilfslehrer annehmen. Und obwohl er kein Lehrer ist, muss er dann diese Klasse unterrichten.”

Laut Becker lernen die Schüler durch diesen Bankräuber umzudenken, wie man auf ganz andere Art und Weise einen Schulabschluss bekommen kann. Die Lehrer lernen, wie sie diese Klasse unterrichten können. Und zwar nicht mit den normalen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, sondern auf Umwegen.

“Im Grunde ist es eine Schulkomödie, in der die Lehrer eigentlich noch schlimmer sind als die Teenies”, sagt der Regisseur der Originalvorlage Bora Daktekin über Fack Ju Göthe (Quelle Making-of zu Fack Ju Goethe)

Wer macht mit und probt wann und wo?

erkant.de: “Wer kann hier mitmachen?”

Becker: “Hier machen Schüler aus den Jahrgangsstufen fünf bis neun mit. Das sind insgesamt zwanzig Mädchen und Jungen zu gleichen Teilen. Sowie ein Co-Regisseur und ich (lacht) als Regisseurin.”

erkant.de: “Wo und wann findet das Ganze statt?”

Becker: “Die Theater AG findet immer Donnerstags in der OGS-Zeit von 13:55 Uhr bis 15:25 Uhr in der Aula der KGS statt. In den Ferien findet keine Theaterprobe statt.”

erkant.de: “Was kostet es?”

Becker:   “Es kostet zwischen 14 und 15 € im Monat.”

Warum Frau Becker die Theater AG leitet.

“Ich mache das, damit die Kinder auch nach dem Unterricht noch Spaß, in der Schule haben. Ich möchte ihnen das Theaterspielen ein bisschen näher bringen, weil sie sich dann außerhalb des Unterrichtes ein bisschen austoben und ausprobieren können und weil ich Kinder ganz doll gern habe.”

So läuft eine Theaterprobe ab:

erkant.de: “Wie läuft eine Theaterprobe ab?”

Becker: “Ein Stundenablauf sieht so aus, dass durch den Stundenplan, nicht alle vollständig um fünf vor zwei hier sein können. Dann wird mit den Schülern, die schon da sind ersteinmal eine Textprobe gemacht, mit dem Text von ihren Rollen, oder auch mit dem Text von fremden Rollen, damit sie sich ausprobieren können. Oder die Kinder haben manchmal auch Sorgen (…), dann kümmern wir uns noch ein bisschen darum.

Dann kommt der Rest, und  wir spielen die Szenen nach einem Szenenplan durch. Der fängt bei Szene eins an und dann spielen wir meistens zwei Szenen, und die anderen proben, auch wenn sie nicht dran sind, die gleiche Szene ein, auch wenn sie den Text nicht können. Sie führen das auch vor, sodass wir nachher bei den Aufführungen, noch die Möglichkeit haben, dass jeder den Text vom anderen kann. Und dass vor allen Dingen auch bei jeder Probe, die wir hier haben, jeder immer gleichviel drankommt.”

erkant.de: “Danke für das Interview Frau Becker.”

Becker: “Bitteschön”

Donnerstag, 13.9.18, Tag 2 in Berlin

Müde von der schlaflosen Nacht im Hostel, aber interessiert folgten die Jugendlichen und ihre Begleiter den Gastgebern, Organisatoren und Dozenten durch das Tagesprogramm in der Friedrich-Ebert-Stiftung*. Es gab eine Willkommensrede, eine Fishbowl-Diskussion (siehe Video unten) über das Thema Pressefreiheit, sowie diverse Workshops. Danach, abends, trieben sich die Teilnehmern in Berlin herum.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung e. V. ist die größte und älteste sogenannte parteinahe Stiftung (rechtlich ein Verein) in Deutschland und steht der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands nahe. Adresse in Berlin:

Während die erwachsenen Begleiter in einem Vortrag über technische Entwicklungen und den Hass der Bevölkerung auf Flüchtlinge sowie Presse mit Richard Gutjahr (deutscher Moderator, Journalist und Blogger) diskutierten, nahmen die Schüler an verschiedenen Workshops teil. Themen waren: Fake-News und wie die von echten News zu unterscheiden sind, erfolgreiche Recherche und deren Nutzung, Mobbing und Gewalt, Presse- und Redaktionsarbeit für Anfänger (Grundschüler), Presserecht, etc. Zwischendurch gab es Mittagessen und zwei Showeinlagen von CABUWAZI, einem Kinder- und Jugend-Zirkus.

In der Fishbowl-Diskussion ging es vor allem um Pressefreiheit und wie Menschen darum kämpfen. Während Diskussions-Teilnehmerin Helene Fuchs bei einer Schülerzeitung für freie Berichterstattung sorgen musste, berichtete Peter Bandermann darüber, wie er und seine Tochter wegen ihrer journalistischen Arbeit in Dortmund von Rechten bedroht wurden. Emin Mill, Direktor von Meydan TV, hatte in seinem Heimatland Aserbaidschan sogar 17 Monate im Gefängnis gesessen – er hatte sich den Mund als Journalist nicht verbieten lassen.

In dem Recherchieren-Workshop schrieb erKant-Redakteurin Minoka zusammen mit Rebecca von (?) einen Artikel über “Transidentität” (noch in Arbeit).


Berlin ist mega interessant, aber tut der Nase nicht gut …

Donnerstagabend hatten die Schüler und ihre Begleiter Zeit für eigene Aktivitäten und trieben sich in der Bundeshauptstadt gruppenweise herum; sie gingen Essen, trafen Freunde und/oder setzten sich im Hostel an die Bar. Bei jedem Fußmarsch, bei jeder Fahrt mit Bus, Bahn oder Tram fiel auf: Berlin stinkt! Die Gerüche scheinen Stadtweit aus der Kanalisation zu kommen – sogar in noblen Villenvierteln. Und: Die Wege sind weit und bisweilen ziemlich umständlich – es musste häufig umgestiegen und verschiedene Verkehrsmittel benutzt werden.

Nächsten Artikel über Berlin lesen -> 3 (Preisverleihung) -> 4 (Kommentare)

Zuletzt hier noch die Geschichten der drei Fishbowl-Teilnehmer:

Asphalt- und Benzin-Geruch lagen in der Luft. Adrenalin pumpte das Blut schneller als sonst durch die Adern der Teilnehmer und Gäste. Die Karts rasten über die Bahn! Drei erKant-Redakteure besuchten das Jugend-Kart-Training auf dem Travering in Bad Oldesloe und durften sogar selber fahren. (Videos findet ihr ganz unten).

Der Travering ist ein ADAC-Verkehrsübungsplatz mit Rennstrecken für unterschiedliche Fahrzeuge wie Motorräder, PKWs und Karts. Er hat moderne und spektakuläre Off-Road Parcours! Hier werden Sicherheits- und Jugendverkehrstrainings durchgeführt, Fahrradführerscheine können gemacht und an großen Veranstaltungen teilgenommen werden (AMC Stormarn Rallys, Rennen u.a. auch Bergrennen, und Orientierungsfahrten für Automobile, etc und auch eine Journalisten-Rally)

Live dabei beim Jugendtraining

Tobias, Mia und Minoka besuchten das Training der 12- bis 20-jährigen Jugendlichen. Als Erstes wurde der Parcours aufgebaut. Danach liefen alle gemeinsam die Strecke ab, damit die Fahrer sich die Kurven, etc. merken können. Dann ging das Training los. Die Rennfahrer setzten sich in die Karts und düsten los. Die kleinen Flitzer rasten mit bis zu 60 km/h über den Platz – die Motoren röhrten laut (wie das eben so ist im Motorrennsport).

Tom, von der Kant-Schule-Reinfeld, und einige der anderen Mitglieder gehen das Kartfahren professionell an und fahren an den Wochenenden richtige Rennen!


Nachdem die Redakteure erst einmal eine Weile beim Training zugeschaut hatten, bekamen sie eigene Helme und Handschuhe und lernten dann die Grundlagen des Kartfahrens. Anfangs zeigte der Trainer Toni (orangefarbenes Shirt) ihnen die Brems- und Gasgebe-Techniken und erklärte ihnen Gesten und Handzeichen, auf die die Fahrer beim Training immer sofort reagieren müssen. Denn: Das Kartfahren ist ja – wie das Autofahren – nicht ganz ungefährlich. Hier wird verantwortungsvolles Fahren gelernt und das Einschätzen von Risiken. Eine wertvolle Erfahrung fürs Leben! Wichtig ist zudem die richtige Kleidung: Handschuhe, Helm und Nackenstütze sind pflicht. Und: wer Mitglied wird und regelmäßig fahren will, muss sich einen feuerfesten Anzug kaufen. Jeans mit Löchern drin sind eigentlich verboten.



Naturtalente oder was? Auf jeden Fall: cool

Nach der Einweisung durften die Gäste losfahren. Erstmal nur langsam im Kreis, bei dem der Trainer immer in unmittelbarer Nähe war und ständig Anweisungen gab. Dabei bewiesen die Mädchen ein besonderes Talent und waren auch total vom Kartfahren begeistert! Währenddessen übten die “Profis” mit Trainer Markus auf dem richtigen Parcours. Da ging es richtig mit Tempo ab, harten Fahren durch Kurven mit Hindernissen und Vollbremsungen. Irgendwann wurde das Ganze noch getoppt, in dem Wasser auf die Bahn geleitet wurde. Das wurde extra zum Üben von extremen Bedingungen gemacht und dient nebenbei dem Kühlen der Reifen.

Das Training war so cool, dass Minoka und Mia direkt Mitglied werden wollten! Tobias hatte hinterher ein Gewinnerlächeln auf den Lippen. Ihre professionellen Schulkollegen Tom und Steffen zum Beispiel sahen sowieso wie Profis und Siegertypen aus! Das Training dauerte 2 bis 2 1/2 Stunden.

Daten und Fakten

Im Vergleich zu anderen Kartbahnen ist der ADAC-Travering recht günstig mit 9 Euro pro Trainingsstunde. Dazu kommt die ADAC-Mitgliedschaft, die aber nur 25,- € pro Jahr kostet. Von den Trainern werden die Teilnehmer in gemischte Gruppen eingeteilt. Kinder ab 6 Jahren können mitmachen, nach oben ist keine Grenze. Das regelmäßige Training findet Mittwochabends ab 18.30 Uhr statt. Während der Turnierzeit werden die Gruppen manchmal getrennt und verkleinert, sodass die Trainer besser auf die einzelnen Fahrer eingehen können, um sie besser zu fördern.

Wer Lust auf ein Probetraining hat, kann sich bei Markus Kruse melden. Tel: 04531-85411, E-Mail: info@travering.de

Interview mit den Trainern:

In letzter Zeit ist Slime sehr beliebt, viele Kinder haben den Slime in der Hand. Dieses glibberige Spielzeug begeistert Jung und Alt.

In der Projektwoche der KGS gab es einen Kurs, in dem die Schüler mit verschiedenen Zutaten experimentieren und Slime herstellen konnten. Wir haben den Leitern und den Kursteilnehmern einige Fragen gestellt.  Interview-Teilnehmer Emily, Jasmina als Projekt-Teilnehmer und Frau Schmager als Projektbetreuerin.

Wie wird der Slime gemacht?

Slime mischt man aus Perl-Off-Masken, Rasierschaum, Kaisernatron und Kontaktlinsen-Lösungen. Dies alles zu einer festen Masse rühren, danach gut durchkneten und dann ist der gute Slime fertig.

Was wollt ihr noch machen?

Sie haben uns gesagt, dass sie noch  “Knete, mehr Slimes, wie zum Beispiel fluffy Slimes” machen wollen und noch viel mehr Spaß haben wollen.

Was habt ihr schon gemacht?

Sie haben Alufolienbälle und verschiedene Slimes hergestellt, aber die meisten Slimes sind leider nichts geworden…

Gefällt euch der Kurs?

Jasmina und Emily haben geantwortet: “Ja, uns gefält der Kurs sehr gut, wir haben viel Spaß und machen noch viel mehr!”

Gibt es Slime in verschiedenen Farben?

“Ja, es gibt verschidene Farben; man kann die Farben mit Lebensmittelfarbe bestimmen.”

 

 

Auf uns hat der Kurs sehr lebendig gewirkt, aber es war trotzdem schön mal zuzusehen, wie es funktioniert.

Von: Florian und Yunus

 

Foto oben mit freundl. Genehmigung von: https://frank.io

Deutschlands bekanntester Investor in StartUps & TV-Star – vor allem bekannt aus der Serie „Die Höhle der Löwen“ – ist Frank Thelen. Er versteht sich als europäischer Seriengründer und Tech-Investor, denn: seit 1994 gründet und leitet er technologie- und design-getriebene Unternehmen; mittlerweile investiert er auch in Firmen der Food-Branche. Frank ist der Gründer und CEO von der Investmentfirma Freigeist Capital, mit Sitz in Bonn. Das „Siezen“ mag er nicht…

Warst Du als Jugendlicher anders, als Deine Mitschüler und wenn wie?

„Ich war ein schlechter Schüler und bin nie gerne zur Schule gegangen, weil ich mit dem Frontalunterricht nichts anfangen konnte. Dadurch wurde ich zum Außenseiter und flog letztendlich sogar vom Gymnasium. Erst auf der Realschule entdecke ich im Informatikunterricht mein Interesse fürs Programmieren und für Computer. Dadurch habe die Kurve bekommen. Auch wenn mein Informatiklehrer damals zu meinem Vater sagte: „Was auch immer ihr Sohn macht, er soll bloß fern der Informatik bleiben“. Zum Glück habe ich nicht auf ihn gehört.“

Erkennst Du “Talente” (besonders begabte Jugendliche und/oder StartUps) unabhängig von Schulnoten/Erfolgen?

Also, wenn Du sie siehst und sprichst? Wenn ja, woran?

“Ich selbst hatte nie gute Noten und habe sogar mein Informatik-Studium abgebrochen. Dennoch habe ich mehrere sehr erfolgreiche IT-Firmen gegründet. Ich erkenne einen wirklich guten Gründer vor allem an seinem Durchhaltevermögen, seiner Hingabe und seiner Passion. Aber: Natürlich schaue ich als Investor auch auf den Background der Gründer und deren Erfahrungen.”

“Eines muss ich ehrlich zugeben: Meine Willensstärke und unermündlicher Drang zum Gründen haben mich zwar letztendlich ans Ziel gebracht, aber ich bin gerade am Anfang auch einige Mal hingefallen und habe mich oft verrannt. Das wünsche ich keinem und deshalb denke ich, dass eine gute Bildung als Grundlage durchaus sinnvoll ist.”

Wie hast Du es geschafft, nach Pleiten, Pech und Pannen wieder aufzustehen und erneut Wagniskapital zu erhalten?

“Ich glaube, ich habe das Gründer-Gen. Man darf sich von Niederlagen nicht unterkriegen lassen, egal, wie schwer es ist. Jeder fällt mal – solange man lernt, wieder aufzustehen, kann man nicht verlieren.”

Frank Thelen ist in der Sendung “Die Höhle der Löwen” z.B. Investor bei “Ankerkraut” geworden. Foto: Susanne Braun-Speck


Denkst und lebst du 24h/Tag als Unternehmer oder hast Du noch so etwas wie ein Privatleben?

“Ich bin Unternehmer – durch und durch. 70-Stunden-Wochen und viele schlaflose Nächte waren für mich früher Normalität und es gibt sie auch heute noch. Aber inzwischen habe ich mit meiner Frau Nathalie eine gesunde Balance gefunden. Sie bringt den Ausgleich und die Ruhe in mein Leben, die mir vorher fehlte.

Warum werden einige StartUps erfolgreich, andere nicht? Was ist entscheidet dafür?

“Es gibt viele Faktoren, die über den Erfolg eines Startups entscheiden. Da stehen in erster Linie die Qualität und das Potential deines Produktes, die Kompetenz der Gründer und des Teams und auch das richtige Timing spielt oft eine große Rolle.”

“Eins ist sicher: Dein Startup hat nur dann eine Chance, wenn du für dein Produkt brennst. Leute, die nur das schnelle Geld machen wollen, werden mit ihren Unternehmungen langfristig keinen Erfolg haben.”

Warum heißt die Investment-Firma jetzt freigeist? Gibt es einen Zusammenhang zum “Freidenken” sprich Meinungsfreiheit?

“Freigeist bedeutet für uns, dass wir mit unserem eigenen Geld unsere eigenen Entscheidungen treffen, frei von jeglichen Konventionen und Vorurteilen. Wir investieren sowohl in Food-Startups als auch in Deeptech (Def. “tiefe” Technologien (Annahme der Redaktion)) – zwei wirklich unterschiedliche Branchen, was in den meisten regulierten Fonds garnicht möglich wäre. Mit Freigeist wollen wir neue Wege einschlagen und die Dinge neu denken!”


Wie kam es zu diesem Interview?

Auf dem Online-Marketing-Rockstars-Event im April 2018 in Hamburg traf Susanne ihn – sie hatte 30 Sekunden, um zu erklären, was ihr Anliegen ist. Susanne ist Initiator & Coach von erKant.de und ansonsten Webdesignerin, freiberufliche Autorin & Marketing-Fachfrau.

Frank Thelen, Investor bekannt von der Höhle der Löwen, Foto: Susanne Braun-Speck


„Einen letzten Kaffee wollte ich trinken, bevor ich mich wieder ins Auto setze. Im Pressezentrum des OMR-Festivals in Hamburg. Vor der Tür wurde Frank Thelen gerade von XING interviewt. Ich blieb stehen; verstand nicht viel; im Grunde genommen nur die letzten Worte: „Mit Menschen, die auf dem SIE bestehen, rede ich nicht. Ich will geduzt werden. Immer und von jedem!“

Entsprechend sprach ich den Online-Marketing-Rockstar Frank Thelen mit Du an. Fragte, was ich tun müsse, um mit ihm einen Termin zu bekommen. „Nichts. Ich muss los.“ Ich weiß nicht mehr, was ich antwortete, auf jeden Fall sagte er dann: „Ok, du hast 30 Sekunden, um mir zu erklären, worum es geht.“

30 Sekunden? „Ich bin unter anderem der Coach der derzeit besten Online-Schülerzeitung Deutschlands. Online ist Dein Metier … Klingt also passend. Was kann ich tun, damit wir ein Interview mit Dir bekommen?“

„Ach so, du bist Presse?“ Hatte er mich für einen Fan gehalten? „Ich muss jetzt los. Schreib gerne eine E-Mail an … (nenne ich hier nicht …) und sende 6 Fragen. Dann beantworte ich die!“ Neugierde lag in seinem Blick, genauso wie Hektik. Ich sagte, okay mache ich, und er eilte davon.“

“Geblieben ist das Gefühl, für einen kurzen Moment in der Höhle der Löwen gewesen zu sein!”


Wie hier zu lesen ist, hat er sein Wort gehalten und die Interview-Fragen beantwortet!

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Videos mit Frank auf Youtube

Im folgenden Video sagt er ein paar Dinge, die auch Lehrer zu Projektarbeiten ihrer Schüler sagen könnten:

Ein Interview mit Frank von 2015, welches ähnliche Fragen beinhaltet:

Ist das Leben in einem Internat wirklich so, wie es bei Hanni und Nanni beschrieben wird?

Bente Kieckhöfel ist 17 Jahre alt, kommt aus Reinfeld und lebt seit über einem Jahr in einem Internat. Bei uns erzählt sie von ihrer Zeit im Ausland.

Die Ferien verbringt Bente bei ihrer Familie in Reinfeld oder auch im Urlaub, aber in der Schulzeit wohnt sie in einem Haus in Dollar, einer Stadt im zentralen Schottland, zusammen mit 15 anderen Internatsschülern. Sie teilen sich Schlafzimmer und Bäder. Zum Entspannen können sie ein eigenes Wohnzimmer oder den PC-Raum nutzen. Eine kleine Küche besitzen die Schüler ebenfalls, wobei sie eigentlich in den benachbarten Gebäuden essen und zur Schule gehen.

Die Dollar Academy ist sowohl eine Privatschule, als auch ein Internat (Infos auf Deutsch). Es verfügt über einen großen Campus. Neben den Internatshäusern befindet sich Kindergarten, Grundschule und die weiterführende Schule auf dem Gelände. Die Akademie wurde bereits 1818 vom Kapitän John McNabb gegründet. Aufgrund seiner langen Tradition wurde das Hauptgebäude 1960 unter Denkmalschutz gestellt. Beim Interview war Bentes Begeisterung über ihr Internatsleben spürbar…

Warum hast du dich für ein Internatsleben im Ausland entschieden?

Ich wollte gerne ein Auslandsjahr machen, um besser Englisch zu lernen. In einer Familie wollte ich aber ungern wohnen, aufgrund der großen Umstellung, wenn man neu in eine Familie kommt. Daraufhin habe ich mich informiert und mich ich für die Dollar Academy entschieden.

Woher kommen die Schüler der Dollar Academy?

Bente (Zweite v.r.) mit Freundinnen

Die meisten kommen aus Schottland, da das Internat nur ein Teil von der Schule ist. Insgesamt gibt es 80 Schüler, die in einem Internat wohnen. Einige von ihnen kommen aus Deutschland, aber es gibt auch viele aus Osteuropa, die mit einem Stipendium gekommen sind. Es wird immer geschaut, dass nicht zu viele aus einem Land in einem Jahrgang vertreten sind.

Wie sieht ein typischer Tag bei dir aus?

Am Morgen ziehen wir unsere Schuluniformen an und gehen in die Mensa zum Frühstücken. Unsere Schule beginnt um 9:00Uhr, aber man muss um 8:45 schon da sein, um sich zu registrieren. Dafür trifft man sich zunächst in „seiner“ Klasse. Außerdem werden dort alle organisatorischen Sachen geklärt. Dann gibt es eine Versammlung in der Aula. Das läuft dort dann etwas wie in der Kirche ab: Man steht auf, wenn die Lehrer kommen, anschließend spricht der Rektor. Daraufhin wird noch gesungen und ein Morgengebet gesprochen. Es ist nicht verpflichtend mitzubeten, wenn man nicht gläubig ist, aber die Schule hat die Vorschrift, so etwas zu machen. Nach der Versammlung beginnt der Unterricht bis zur Mittagspause. Die Mittagspause dauert dann eine Stunde und anschließend findet der Nachmittagsunterricht bis 15:25 Uhr statt. Nach dem Unterricht kann man entweder nach Hause gehen oder nachschulische Aktivitäten wahrnehmen. Um 17:00 Uhr gibt es leider schon Abendessen und am Ende des Tages haben wir noch von 18:00Uhr bis 20:00Uhr eine Lernphase für die Hausaufgaben.

Wie bewertest du die Schule im Ausland im Gegensatz zu Schulen in Deutschland?

Man kann sich im Ausland genau aussuchen, welche Fächer man belegen möchte. Das finde ich persönlich viel besser, da man ja in Deutschland dagegen verpflichtet ist, so viele Fächer zu nehmen. Im Ausland konnte ich dann die Fächer, die ich nicht mochte, abwählen. Zudem besitzen wir noch ein Kurssystem, also man wechselt die Klassenräume und hat somit auch in jedem Fach andere Mitschüler.

Konntest du dich schnell in den englischsprachigen Unterricht einfinden und wie läuft es heute so?

Am Anfang war es schwierig, weil ich nicht jedes Wort verstanden habe. Dann habe ich aber meine Lehrer gefragt, ob sie mir helfen können und sie haben mir sehr geholfen. Das ist halt nochmal ein Unterschied: Du kannst nach der Schule zu ihnen hingehen und Unterrichtsthemen nachfragen. Sie setzen sich sogar mit dir noch mal hin, erklären, rechnen mit dir Aufgaben etc.. Jetzt läuft es aber ganz gut, da man ja täglich Englisch spricht, verbessert sich das Englisch automatisch.

Wie gestaltest du deine Freizeit und werden Freitzeitmöglichkeiten von der Akademie angeboten?

Hockeymannschaft

Das Internat bieten sehr viel an! Viel im sportlichen Bereich. Sie bieten für die Jungs im Winter Rugby und im Sommer Cricket an und für die Mädchen im Winter Hockey und im Sommer Tennis. Fußball etc. gibt es natürlich auch. Diese Aktivitäten sind aber nicht verpflichtend. Auch im musikalischen Bereich gibt es sehr viel. Es gibt mehrere Orchestren und Chöre. Darstellendes Spiel und Kunst wird ebenfalls angeboten. Dann gibt es noch CCF, das ist so etwas wie eine kleine eigene Army.

Was bezeichnest du als typisch schottisch?

Natürlich sind typisch schottisch die Schottenröcke. Die Mädchen tragen als ihre Schuluniform auch so einen karierten Schottenrock. Die Männer tragen aber auch welche! Zum Winterball und anderen Festen sah man dann auch die Männer in Schottenröcken. Es gibt sogar ein individuelles Karo für jeden Familiennamen. Die Schotten sind schon ziemlich auf ihre Tradition bedacht. Zum Beispiel spielen sehr viele, sogar an meiner Schule, Dudelsack. Es gibt richtige Bands und Wettbewerbe.

Vermisst du deine Freunde und Familie, wenn du im Ausland bist? Und wie oft kannst du sie sehen?

Meine Familie und Freunde vermisse ich natürlich schon sehr, da ich sie halt immer nur in den Ferien sehen kann. Meine Familie vermisse ich besonders, da es schon eine Umstellung ist, sie nicht mehr so häufig zu sehen, aber es ist okay, da man ja heutzutage skypen kann. Die letzte Woche vor den Ferien freue ich mich aber schon besonders auf zu Hause. Aber wenn die Ferien dann zu Ende gehen, freue ich mich auch wieder, meine neuen Freunde in Schottland wiederzusehen.

Was stellst du dir in der Zukunft beruflich vor? Wird dein Aufenthalt dabei eventuell von Vorteil sein?

Ich möchte gerne Zahnmedizin studieren, dabei ist es natürlich schon von Vorteil, da ich genau die Fächer wählen kann, die ich dafür brauche. Dadurch, dass wir nur so wenige Fächer haben, gehen wir mehr ins Detail, also der Unterricht ist intensiver als der in Deutschland. Ich weiß aber noch nicht, wo ich studieren werde. Vermutlich bewerbe ich mich sowohl in Deutschland als auch in Schottland.

Ist das Leben im Internat wie man es aus „Hanni und Nanni“ kennt, mit Kleiderordnung, strengen Lehrern, Übernachtungspartys etc. ?

Am Anfang habe ich es mir auch nur so vorstellen können, aber es ist ganz anders! Aber ja klar, wir haben eine Kleiderordnung und es ist auch streng, was Schmuck, Make-Up und Haare färben usw. angeht. Die Lehrer dagegen sind nicht so streng, eigentlich eher hilfsbereit. Wir haben auch immer einen Lehrer in unseren Internatshäusern, der mit seiner Familie ein Apartment im Haus hat. Am Anfang dachte ich auch, dass es komisch wird, aber man merkt sie selbst dort nicht besonders. Übernachtungspartys sind zwar nicht verboten, aber machen wir eigentlich nicht. Man ist ja auch sonst immer mit einem Flur verbunden und dann gehen wir fürs Schlafen in unsere Einzel- oder Doppelzimmer. Bei Hanni und Nanni machen sie ja auch so etwas wie Matratzenrennen, so etwas machen wir auch nicht, obwohl ich das gerne mal machen würde! 😀

Es war sehr interessant, von Bentes Erlebnissen zu hören. Wenn du auch von anderen Auslandsaufenthalten etwas erfahren möchtest, dann schaue doch mal beim Interview mit Benni Müller vorbei, der ein Jahr Work and Travel in Neuseland macht!