In Hamburg, Lübeck, Ratzeburg, Segeberg, an der Ostee, auf der Trave, etc sind SUP-Fahrer ganzjährig zu sehen. In Reinfeld aber war das bisher genehmigungs- und kostenpflichtig und jährlich nur von Juni-September erlaubt. Tagestouristen durften entsprechend garnicht auf dem Herrenteich Stehpaddeln oder Bootfahren. Das ist jetzt anders.

Stand-up-Paddling, kurz SUP, auf Deutsch “Stehpaddeln”, ist ein weltweiter Trendsport, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Auf allen Gewässern, den Seen, Teichen, Flüssen, Kanälen außerhalb und innerhalb von Städten, sowie auf ruhigen Meeren ist SUP möglich. Stand-Up-Paddling trainiert den Körper ganzheitlich, beruhigt den Kopf, nimmt Stress, lässt aufatmen. Yoga-Training auf dem Board gibt es auch.

Der Herrenteich in Reinfeld ist für Einheimische ein Erholungs- und Trainingsort, der für Lebensqualität, Gesundheit und Wohlbefinden sorgt. Im Corona-Sommer 2020 waren aufgrund mangelnder Alternativen auch wieder mehr Kinder und Jugendliche am, im und auf dem Wasser. Das ist gut für ihre Gesundheit – körperlich und seelisch!

Wie toll das ist, kann auch in einem alten Video der Redaktion gesehen werden (das hat Mira 2018 gedreht):


In der aktuellen Mai-Woche wurde aber von der Stadt Reinfeld eine Information per E-Mail versendet, die hieß: Zukünftig wäre das Befahren des Herrenteiches mit motorlosen Wasserfahrzeugen für Privatpersonen verboten! Nur noch bei dem neuen Verein, der zukünftig die Badeanstalt betreut, dürften Boote und SUP-Boards gemietet werden. An Privatpersonen könnten keine Genehmigungen mehr erteilt werden. Dass, weil die Stadtverordneten-Versammlung beschlossen hätte, die Ziffer 15 und 15a in der Satzung und Nutzungsordnung von Räumen, etc. der Stadt ersatzlos zu streichen. Diese Ziffern betreffen die Badeanstalt und Wasserfahrzeuge ohne Motoren auf dem Herrenteich.

Das Schwimmen an der Badestelle soll nun jederzeit und kostenfrei möglich sein.

Allerdings unbewacht. Nur noch an den Wochenenden wird die DLRG da sein. Bademeister, die von der Stadt beschäftigt werden, gibt es nicht mehr. Um das zu ermöglichen, beschlossen die Stadtverordneten am 19.5.21, oben genannte Ziffer 15 zu streichen.

Weiterhin wurde aber auch die Ziffer 15a gestrichen. Diese drehte sich um die kostenpflichtige Genehmigung von motorlosen Wasserfahrzeugen wie Booten und SUP-Boards.

Nach Aussage einiger Politiker wurde weder darüber gesprochen, noch war es geplant gewesen, auch die Ziffer 15a zu streichen. Das ist aber passiert. Laut dem Bürgermeister auch gewollt. Er geht ihm zum Beispiel um touristische Anreize für Tagesausflügler, sagte er gegenüber einer Redaktions-Mitarbeiterin. Auf der Website der Stadt steht derzeit (Stand: 27. Mai) zudem geschrieben, das Genehmigungsverfahren wäre zu teuer gewesen und deshalb entfallen. Boote sollen aber bitte freiwillig angemeldet werden bei: manuela.baer@stadt-reinfeld.de.

Ganz andere Worte stehen in einer Sitzungsvorlage (siehe PDF) aus November 2020! In dieser wird vielschichtig diskutiert, ob der neue Freibad-Verein sich finanziell tragen kann oder nicht. Es gibt einen gemeinnützigen sowie einen wirtschaftlichen Zweckbetrieb des Vereins. In der Sitzungsvorlage stehen auch die Argumente, warum es – durch das SUP-Board-Vermietungs-Angebot des Freibad-Vereins – möglicherweise zu viele Wassersportler auf dem Herrenteich geben könnte.

Screenshot aus der Sitzungsvorlage:



So oder so: Am Ende von umfangreichen Recherchen (auch durch die große erKant-Schwester, der Lübecker Nachrichten), vielschichtigen Diskussionen, etc steht nun fest: Ja, die Ziffer 15a ist auch gestrichen. Und dadurch ist jetzt unerwartet:

Das Befahren mit motorlosen Wasserfahrzeugen auf dem Herrenteich erlaubt!

Die Streichung von Ziffer 15a der Reinfelder Satzung bedeutet, anders als zunächst von der Bauamts-Mitarbeiterin mitgeteilt, dass nun das Landeswassergesetz von Schleswig-Holstein gilt. Laut Ziffer 18:

Darf Jedermann unter den Voraussetzungen des § 25 WHG auf eigene Gefahr die oberirdischen Gewässer zum Baden, Waschen, Tränken, Schwemmen und Eissport benutzen. Landeseigene Seen dürfen auch für den Tauchsport benutzt werden.

Inbegriffen sind darin auch motorlose Fahrzeuge wie Boote und SUP-Boards. Kurzum: Bisher sind nur die Mitglieder des Rudervereins sowie Ortsfremde, meistens Tagestouristen, kostenfrei auf dem Reinfelder Herrenteich unterwegs gewesen. Ortsfremde dürften in der Regel nur das Landeswassergesetz kennen, aber nicht die Ziffer 15a in der betreffenden Reinfelder Satzung. Nun ist es gerecht und alles, was weder Natur noch Menschen schadet, erlaubt.

Schlussendlich dürften sich auch Cafe- und Restaurant-Betreiber freuen, denn wenn Einheimische bleiben, anstatt woanders hinzufahren und mehr Tagestouristen kommen, profitieren sie davon auch.

“Es klingt total super, Wassersport machen zu dürfen (woanders ist das schon lange normal …), danach ein Fischbrötchen essen oder ein Alster im Mocca trinken zu können. Okay, zugegeben: Kids werden vermutlich eher Pommes in der Badeanstalt bevorzugen. Auf jeden Fall klingt es nach “Gästefreundlich” und Zukunft für die Stadtentwicklung!” sagte eine Reinfelderin zur Erkant-Redaktion.

Die Redaktion weißt auf Folgendes hin:

  • Das Befahren von Seerosen-bewachsenen Bereichen ist aus Naturschutz-Gründen nicht erlaubt. Auf Wasservögel, etc sollte Rücksicht genommen werden.
  • Das Anlegen mit SUP-Boards und Booten an der Promenade ist stellenweise gefährlich, da dort Schleusen sind. Unabhängig von etwaigen Verboten, sollte aus eigenem Interesse dort nicht angelegt werden.
  • Weiterhin wäre empfehlenswert, außerhalb der Trainingszeiten des Rudervereins, auf dem Wasser unterwegs zu sein. Wenn doch sollte am Rande des “Sees”, also rechts und links von der mittleren Fahrbahn, gefahren werden. Es könnte sonst zu Kollisionen kommen, die für die Schwächeren gefährlich sein könnten.

Die Stadt Reinfeld sucht immer noch einen neuen Kinder- und Jugendbeauftragten (m/w/d). Nach dem letzten Aufruf hat sich leider Niemand bei der Stadt Reinfeld beworben. Die Stellenausschreibung und Bewerbungsphase wurde nun verlängert, das bis zum 6.11.2020. Tätigkeitsbeginn soll der 1. Januar 2021 sein.

Der Kinder- und Jugendbeauftragte soll bei Planungen und Vorhaben der Gemeinde dazu beitragen, die Interessen von Kindern und Jugendlichen in angemessener Weise zu verwirklichen. Er ist dabei insbesondere in folgenden Aufgabenbereichen tätig:

  • Die Teilnahme an den monatlichen Sitzungen des Kinder- und JugendBeirates ist wünschenswert
  • Einbringung Kinder- und jugendspezifischer Belange in die Arbeit der Stadtverordneten-Versammlung und der von der Bürgermeisterin/dem Bürgermeister geleiteten Verwaltung,
  • Befähigen von Kindern und Jugendlichen, ihre Rechte in der Gesellschaft wahrzunehmen,
  • Vertretung der Interessen von Kindern und Jugendlichen der Stadt Reinfeld (Holstein),
  • Prüfung von Verwaltungsvorlagen auf ihre Auswirkungen für Kinder und Jugendliche, z. B. auch bei der Aufstellung eines Bebauungsplanes,
  • Initiierung und Begleitung von Projekten zur Verbesserung der Situation von Kindern und Jugendlichen in der Stadt Reinfeld (Holstein).
Da die Amtsinhaberin Nicola Schneider-Wetsphal nach insgesamt zehnjähriger Tätigkeit nicht mehr verlängern möchte, muss die Stelle ab 01. Januar 2021 neu besetzt werden. Die oder der Kinder- und Jugendbeauftrage ist ehrenamtlich tätig und wird für die Dauer von zwei Jahren vor der Stadtverordneten-Versammlung bestellt. Dafür wird monatlich eine pauschale Aufwands-Entschädigung gewährt.

Interessenten müssen eine vollständige Bewerbung einreichen!

Die Stadt Reinfeld (Holstein) sucht für die Wahrnehmung dieser ehrenamtlichen Aufgabe eine engagierte und aufgeschlossene Persönlichkeit, die über Einfühlungs- und Durchsetzungsvermögen, sowie Eigeninitiative verfügt und zur kooperativen Zusammenarbeit bereit ist.
Interessierte Reinfelder oder Personen aus dem Umland, die jedoch mit den Verhältnissen in Reinfeld (Holstein) und den Sozialstrukturen vertraut sein sollten, richten Ihre vollständige Bewerbung mit tabellarischem Lebenslauf, Ausbildungs- / Tätigkeitsnachweis, sowie Zeugnissen bitte bis zum 06. November 2020 per E-Mail an bewerbung@stadt-reinfeld.de oder per Post an: Stadt Reinfeld (Holstein), Der Bürgermeister, Paul-von-Schoenaichstraße 7, 23858 Reinfeld (Holstein).

Die Reinfelderin Saskia Tietz startet lokale Nachhaltigkeits-Sammelaktion! Unterstützt wird sie vom Reformhaus, welches jetzt eine Annahmestelle für Althandys ist. Dort steht eine Sammelbox für alte Handys, um der Verschwendung wichtiger Ressourcen entgegenzuwirken und damit die Erhaltung der Lebenswelt von Menschenaffen & anderen Tieren zu unterstützen. Nebenbei können Fotos für den Fotowettbewerb zum Thema Nachhaltigkeit entstehen.

Persönliche Erfahrungen im Regenwald von Kamerun

Die Initiatorin dieser Aktion sah vor mehr als 20 Jahren, als 16jährige, eine Reportage über Palmölabbau und die Zerstörung der Lebensräume der Menschenaffen, der Orang-Utahs. Das berührte sie nachhaltig und führte zu einer immer weitreichenderen Auseinandersetzung mit dem Thema Regenwaldrodung und -zerstörung. Deshalb reiste sie 2007 nach Limbe in Kamerun zu einer Gorilla- und Schimpansen-Auffangstation.  Seitdem organisiert sie jährlich eine Handy-Sammelaktion, Freunde und Familienmitglieder haben schon alle gespendet, doch in Reinfelds Haushalten liegen vermutlich noch sehr viele!

In dem kleinen familiären Reformhaus am Kreisverkehr in der Reinfelder Innenstadt steht nun eine Handysammelbox der Telekom (mehr Infos dazu, siehe Website), wo alte Handys ohne SD Karte und befreit von persönlichen Daten abgegeben werden können. Die Telekom spendet dafür pro Handy einen Betrag an ausgewählte Projekte. Die Reinfelder Sammelbox kooperiert gezielt mit der Organisation Pro Wildlife, welche sich vor allem für Arten- und Lebensraumerhaltung einsetzt.

Gelegenheit nutzen und Fotos machen.

Wer sein Handy im Reformhaus spenden geht, kann die Gelegenheit nutzen, um Fotos für den Reinfelder Fotowettbewerb zu machen. Bei diesem gibt es u.a. ein nachhaltiges Handy zu gewinnen, bei dem bestmöglich auf ressourcenschonende Rohstoffe und Materalien, möglichst wenig Plastik, keine Kleber und damit Austauschbarkeit von Einzelbauteilen gesetzt wird.

Beispielsweise sind darin Akku sowie Display nicht festverklebt, sondern können mit wenigen Handgriffen selbst ausgewechselt werden. Dadurch kann so ein Handy möglicherweise ein Menschenleben lang halten und damit Natur und Umwelt schützen und erhalten helfen. Denn:

Elektronische Geräte enthalten diverse metallische Rohstoffe.

In Deutschland wird allein von 124 Millionen Schubladenhandys ausgegangen. Die darin enthaltenen Rohstoffe sollten wieder verwendet werden, um Natur und Umwelt zu entlasten, denn die metallischen Rohstoffe der Erde werden immer knapper, bei gleichzeitig steigender Nachfrage. Ein Mobiltelefon besteht zu rund 25% aus Metallen. Pro recyceltem Gerät können im Schnitt 150mg Silber, 25mg Gold und 9g Kupfer, sowie kleine Mengen von Palladium und Platin zurückgewonnen werden. Im Recyclingprozess wird die Leiterplatte eingeschmolzen und im nächsten Schritt wieder in die Kreislaufwirtschaft zurückgeführt.

Eine große Menge der metallischen Rohstoffe wird in Regenwaldgebieten abgebaut!

Dabei wird die Lebenswelt vieler, vieler Tierarten zerstört und die Artenvielfalt massiv minimiert. Vor allem die großen Menschenaffen sind vom Aussterben bedroht. Zudem sind betroffene Regionen oft sogenannte Konfliktregionen. Ein großer Teil Wolfram, Coltan/Tantal, Zinn und Gold werden beispielsweise in der Demokratischen Republik Kongo gewonnen, welche von Bürgerkriegen geprägt ist. Darunter leiden insbesondere Kinder; viele werden auch zum Arbeiten gezwungen.

Mit dieser Sammelaktion und den daraus entstehenden Spenden soll dort etwas ankommen, wo es entnommen wurde, um den Kreis wenigstens wieder etwas zu schließen.

Die Sammelbox unterliegt dem Datenschutz und wird geschlossen an die Telekom versandt. Unterstützen kann man diese Aktion ganz einfach durch Weitersagen, sein altes Handy und vor allem auch, wenn man einen weiteren sicheren Standort für eine Sammelbox anbieten kann. Ansprechpartnerin: Saskia Tietz Email: saskiatietz11@gmail.com

Bei dieser Aktion könnt ihr coole Fotos für den Reinfelder Fotowettbewerb machen, denn: Radeln ist nachhaltig und nutzt dem Klima. Beim Stadtradeln treten Kommunalpolitiker*innen und Bürger*innen gemeinsam in die Pedale und radeln an jeweils 21 Tagen zwischen Mai und Oktober um die Wette.

Dabei können sie sich selbst von den Vorteilen des Radfahrens überzeugen und gleichzeitig ein Zeichen setzen für mehr Radförderung, Klimaschutz und Lebensqualität. Über 400.000 Menschen aus 1.127 Kommunen folgten im letzten Jahr diesem Aufruf und legten mehr als 77 Millionen Kilometer auf dem Fahrrad zurück. Noch bis Oktober können sich weltweit Kommunen und Radler*innen für das Stadtradeln 2020 anmelden.

In Reinfeld nehmen, vom 05. bis 25. September 2020, sechs Teams am STADTRADELN teil. Alle, die in der Stadt Reinfeld (Holstein) im Kreis Stormarn wohnen, arbeiten, einem Verein angehören oder eine (Hoch-)Schule besuchen, können beim STADTRADELN mitmachen. Auch wenn das STADTRADELN bereits gestartet ist, kannst Du Dich noch registrieren und Kilometer für Deine Kommune sammeln. Und zwar hier: https://www.stadtradeln.de/reinfeld

Von den 6 Teams sind 3 von den Reinfelder Schulen!

Die langjährige Kampagne steht in diesem Jahr im Zeichen der Coronakrise. Einen Grund, das Stadtradelnabzusagen, sieht Kampagnenleiter André Muno vom Klima-Bündnisnicht:„Das Fahrrad ist das derzeit sinnvollste Verkehrsmittel und ermöglicht den Menschen, die verbleibenden Alltagswege mit einem vergleichsweise geringen Infektionsrisiko zurückzulegen. Zudem fördert das Fahrrad die Gesundheit und hilft dabei, der mit den Einschränkungen des öffentlichen Lebens einhergehenden Langeweile entgegenzuwirken, ohne dass es dabei zu engem zwischenmenschlichen Kontakt kommt.“

Auch das Erleben von Gemeinschaft ist dieses Jahr ein wichtiges Thema für die Kampagne. In Zeiten der Kontaktsperre ist das gemeinsame Sammeln von Fahrradkilometern in digitalen Teams, laut Muno, eine gute Möglichkeit, den aktuellen Einschränkungen ein bisschen davon und zusammen einem Ziel entgegen zu radeln.

Passend dazu prämiert das Klima-Bündnis 2020 auch die Kommunen, die durch besonders kreative Aktionen unter Einhaltung der Kontaktsperre viele Menschen zur Teilnahme mobilisieren mit einem Sonderpreis.

 

LBV.SH-Info vom 25.06.2020: Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) erneuert vom 6. Juli bis voraussichtlich 18. September 2020 die beschädigte Bundesstraße 75 zwischen Reinfeld und Steinfeld – es wird eine Vollsperrung geben. Das Gute: Der Radweg auf dem Teilstück wird ebenfalls saniert. Das Schlechte:

Es sind Sommerferien und Schleswig-Holstein erwartet  einen Urlauber-Ansturm – durch die Coronakrise werden es mehr als üblich sein. Die A1 und die A7 führen aus dem Süden in den Norden – auf beiden Strecken sind Baustellen; auch nahe der Abfahrt Reinfeld Richtung Lübeck inkl. gesperrter Abfahrt Lübeck-Zentrum.

Normalerweise ist die B75 eine Ausweichstrecke für A1-Staus – aber nun wird sie auch vollgesperrt.

Die Arbeiten können aus Gründen der Verkehrssicherheit, des Arbeitsschutzes und der Bauqualität nur unter Vollsperrung durchgeführt werden und erfolgen in zwei Abschnitten. Den Anlieger*innen wird – in Absprache mit der ausführenden Baufirma – die Durchfahrt in Einzelfällen ermöglicht (steht bei der LBS.SH geschrieben).

1. Bauabschnitt: 6. bis 31. Juli: Der erste Bauabschnitt erstreckt sich von der Lokfelder Straße (Kreuzung bei LIDL) in Reinfeld bis Travenhof. Für die Bauzeit des ersten Bauabschnitts gibt es eine Umleitung über Barnitz nach Benstaben. Die zweite Route, von Navigationsgeräten und Einheimischen i.d.R. gewählt, weil kürzer, führt über Steinfeld (wie in Bauphase 2) durch Reinfeld.

Folge: Es ist damit zu rechnen, dass Urlauber auf der A1 Richtung Norden und B75 in beide Richtungen sowie Innerorts von Reinfeld in kilometerlangen Staus stehen. Wie es dann an den jeweiligen Kreuzungen sowie Zu- und Abfahrten aussehen wird?

Und: Einheimische können nur noch 1 von 2 Ausfahrten (Zuschlag) aus Reinfeld Richtung B75, A1 und Einkaufsgebiet nutzen, da der Kalkgraben zur Sackgasse wird.

2. Bauabschnitt: 31. Juli bis 18. September: Weiter geht es von Travenhof bis Steinfeld (K2). Auch für diesen Abschnitt wird eine Umleitung eingerichtet: Sie führt über Steinfeld > durch Reinfeld (fehlt in der Beschreibung des LBV.SH ) und wieder auf die B 75 und umgekehrt.

Fahren nun all die vielen Stau-Ausweicher an unserem Herrenteich vorbei? Durch die Innenstadt? Müssen Sie im Grunde genommen, da vom Kalkgraben auch keine Weiterfahrt auf der B75, Richtung OD, HL und A1 möglich ist.


Während der gesamten Bauzeit wird für Fahrzeuge über 60 Kilometer pro Stunde eine Umleitungs-Empfehlung über die A 1 ausgewiesen.

Wie soll das gehen, wenn auf der A1 nahe Reinfeld ebenfalls eine Baustelle ist und die AA Lübeck-Zentrum gesperrt ist? Wo schon seit Wochen – ohne Urlauber – ständig kilometerlange Staus entstehen?

Die Verkehrsführung wurde regulär mit der Polizei, dem Kreis Stormarn, dem Amt Nord Stormarn, dem Buslinienbetreiber und dem Rettungsdienst abgestimmt. Der LBV.SH bittet, sich auf die weiteren Arbeiten einzustellen, den ausgeschilderten Umleitungen zu folgen sowie um rücksichtsvolles Verhalten zum Schutz der Menschen auf der Baustelle.

Die Gesamtkosten der Baumaßnahme in Höhe von über einer Million Euro werden vom Bund getragen.

Quelle: Landesregierung > Link zum Artikel


Wurde die B75-Baustelle mit Vollsperrung bei der Gesamtverkehrsplanung vergessen?

Auf den Karten zur aktuellen Verkehrslage in SH erscheint die Baustelle der B75 (bisher, Stand: 2.7.20) NICHT. Siehe: https://strassen-sh.de/

 

 

Vor kurzem stellte Roald Wramp noch Plakate auf – am Sonntag, 17.5.20., ist er zum neuen Bürgermeister von Reinfeld gewählt worden! Laut  Auszählung (noch: vorläufiges Endergebnis) stimmten mehr als 64% der Wähler für ihn.

Mary Rose Wolgast kam auf 35,4 Prozent. Wramp war als Kandidat aller Reinfelder Fraktionen ins Rennen geschickt worden – unabhängig ist er dennoch, da Parteilos. Mehr zu ihm erfahrt ihr in diesem Artikel. Seinen neuen Job im Reinfelder Rathaus beginnt er im Herbst.

In Reinfeld wird am Sonntag, dem 17. Mai, die Wahl des neuen Bürgermeisters durchgeführt. Das trotz der Corona-Krise – bestenfalls per Briefwahl. Der amtierende Bürgermeister Heiko Gerstmann (Bild oben in seinem Büro) tritt nicht erneut zur Wahl an. Bürgermeister-Kandidaten sind Roald Wramp und Mary Rose Wolgast. Beide beantworteten Fragen der Redaktion per E-Mail.


Was ist Ihre Vision für Reinfeld?

Antwort von Herrn Wramp:

Foto © Roald Wramp

Meine Vorstellung von einem “Reinfeld der Zukunft” ist zunächst ein wirtschaftlich starkes Reinfeld. Denn nur dann kann die Stadt Reinfeld ihren Bürgerinnen und Bürgern viele Leistungen anbieten und zurückgeben.

Mein “Reinfeld der Zukunft” ist auch ein Reinfeld, was sich auf die Herausforderungen des Klimawandels einstellt. Dazu gehört unter anderem ein Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs innerhalb von Reinfeld zusammen mit seinen Nachbargemeinden, eine Minimierung des Autoverkehrs in der Innenstadt bei gleichzeitigem Ausbau des Fahrradverkehrs, sowie Optimierung der Zuganbindung nach Hamburg und Lübeck.

Mein “Reinfeld der Zukunft” muss sich zudem der weiteren Digitalisierung und insbesondere den neuen Anforderungen und preislichen Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt stellen. Nur so kann die Stadt jüngere sowie zugleich ältere Menschen in der Stadt halten und dessen gemeinschaftliches Miteinander fördern.

Antwort von Frau Wolgast:

Foto © Mary Rose Wolgast

Meine Vision für Reinfeld ist, dass man innerhalb der Stadt wieder gemeinsam an einem Strang zieht und in eine Richtung blickt. Ich wünsche mir für Reinfeld eine langfristige Planung, d.h. wir müssen uns heute gemeinsam die Frage stellen, wie diese liebens- und lebenswerte Stadt für die jetzigen und die nachfolgenden Generationen aussehen soll.

Im Hinblick auf den demographischen Wandel und immer wachsender Herausforderungen der Kommunen in vielen Bereichen sollten wir jetzt die Weichen stellen, um eine zukunftsfähige, bürgerfreundliche und nachhaltige Stadt zu etablieren. Dafür ist es zwingend erforderlich mit Verwaltung, Stadtpolitik und Bürgerschaft in den Dialog zu treten und die Belange im Sinne der Bürger*innen dieser Stadt umzusetzen.


Wie können Sie die Stadt für Jugendliche interessanter machen?

Hr. Wramp: Konkret besteht derzeit seitens der Jugend ein großes Interesse an dem Ausbau des Breitbandnetzes, der beginnenden Digitalisierung der Schulen und einem breiten Freizeitangebot. Der Breitbandausbau schreitet voran. Die Digitalisierung der Schulen wurde durch die Stadtvertretung im Grundsatz beschlossen. Hier müssen allerdings durch die Verwaltung, dessen Chef der Bürgermeister ist, noch die wirtschaftlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Da kann ich kurzfristig meine Kompetenz und Erfahrung in diesem Bereich einbringen, um das Projekt zu beschleunigen.

Reinfeld ist in der glücklichen Lage, durch ein großes ehrenamtliches Engagement in einer Vielzahl von Vereinen und Verbänden über ein heute bereits großes Freizeitangebot zu verfügen. Als Bürgermeister will ich zusammen mit der Stadtvertretung durch gezielte Förderung des Engagements und der Sorge für gute Rahmenbedingungen diesen unersetzbaren Schatz erhalten und ggf. ausbauen. Dazu gehört aktuell beispielsweise die Sanierung der Sportplatzanlagen. Für die heutige Jugend interessant ist jedoch auch die Frage: Finden wir später in Reinfeld Wohnraum und Arbeitsplätze? Deshalb setze ich mich unter anderem für eine dahingehende Entwicklungsplanung ein. Darüber hinaus werbe ich dafür, dass sich die Jugend selbst aktiv mit einbringt und ihre Interessen vertritt.

Fr. Wolgast: Wichtig wäre mir im ersten Schritt, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Rahmen von gemeinsamen Gesprächen an einen Tisch zu bitten und zu erkunden, was gewünscht wird. Was wünschen sich Jugendliche und junge Erwachsene in Reinfeld? Woran fehlt es? Wie und wo ist der Bedarf? Dann gilt es die Wünsche aufzunehmen, mögliche Konzepte zur Umsetzung zu erstellen und alle Beteiligten von Anfang an mitzunehmen. Eine Stadt lebt vom Mitmachen. Ich strebe überdies eine Kinder- und Jugendsprechstunde an, die ermöglichen soll, direkt und persönlich mit der Bürgermeisterin in Kontakt zu treten.


Wieso sind Sie für den Job des Bürgermeisters geeignet?

Hr. Wramp: Weil ich fachlich als auch menschlich die Voraussetzungen dafür mitbringe. Ich kann in rund 20 Jahren Berufserfahrung in der kommunalen Verwaltung durchaus interessante und erfolgreiche Projekte vorweisen. Seit über 10 Jahren trage ich für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Verantwortung. Wir arbeiten im Team erfolgreich und gerne zusammen. Zudem genieße ich bei einer Vielzahl von ehrenamtlich Tätigen der Gemeinden des Amtes Nordstormarn ein großes Vertrauen, wofür ich täglich immer wieder gerne arbeite.

Gleichermaßen konnte ich das Vertrauen der ehrenamtlichen Stadtvertreterinnen und Stadtvertreter der Stadt Reinfeld erwerben. Vertrauen zwischen Bürgermeister und den ehrenamtlichen Vertretern ist neben den fachlichen und menschlichen Voraussetzungen ein Grundpfeiler einer erfolgreichen Wahlzeit eines Bürgermeisters. Diesen Fundus an Erfahrung, Fachwissen und Vertrauen bringe nur ich mit in das Amt des Bürgermeisters ein!

Fr. Wolgast: Durch meine 21-jährige Zugehörigkeit zur Zollverwaltung auf Bundesebene ist mir die Verwaltungstätigkeit alles andere als fremd. Ich habe diesen Beruf in einer sehr guten Bundesausbildung von der Pieke auf gelernt. Als staatlich geprüfte Wirtschaftsassistentin mit Schwerpunkt Datenverarbeitung, Inhaberin der Sachkundeprüfung im Güterkraftverkehr, ehemalige Geschäftsführerin des elterlichen Betriebes und selbständige Unternehmerin im Bereich Kunsthandwerk sind mir überdies auch die wirtschaftlichen Zusammenhänge mehr als vertraut.

Fachkompetenz ist wichtig. Noch wichtiger erachte ich Empathie, sowie eine hohe Sozialkompetenz. Als Bürgermeisterin müssen Sie Menschen und Lösungen zusammenbringen. Durch meine jahrelangen Erfahrungen als Vollzugsbeamtin im Umgang mit Menschen bringe ich diese Eigenschaften mit, um sachorientiert und bürgernah die Belange der Stadt Reinfeld voranzubringen. Ich werde eine Bürgermeisterin sein, die mit allen Menschen auf Augenhöhe kommuniziert.


Zahlen & Fakten:

Bürgermeister-Kandidat Roald Wramp
Alter: 48 Jahre
Engagement: Mitglied Vorstand AktivRegion Holsteins Herz; Mitglied Elternbeirat in einer Lübecker Schule
Beruf: leitender Verwaltungsangestellter im Amt Nordstormarn als Dipl.Verwaltungsbetriebswirt (VWA)
Familienstand: verheiratet
Kinder: 2 (ein Mädchen 11 Jahre und ein Junge 6 Jahre)

Bürgermeister-Kandidat Mary Rose Wolgast
Alter: 41 Jahre
Engagement: 2. Vorsitzende im Schulelternbeirat der Matthias-Claudius-Schule, tätig in Schulfachkonferenzen sowie verschiedenes außerschulisches Engagement, u.a. Initiatorin des Portals “Reinfeld & Umgebung hilft sich”
Beruf: Zollbeamtin im gehobenen Dienst (Zolloberinspektorin) im Waffentragenden Bereich der Finanzkontrolle Schwarzarbeit
Familienstand: In zweiter Ehe glücklich mit meinem Lieblingstischler verheiratet
Kinder: 2 Kinder im Alter von 8 Jahren und 17 Jahren

Am 12.4.20, Ostersonntag, können Familien in Reinfeld spaziergehen und ihre Kinder jeden Alters von 10-12 Uhr Ostergeschenke an privaten Gartenzäunen sammeln lassen. Es warten Spielzeug, Bücher und Kleidung auf sie, besonders viele in den Wohngebieten nahe des Herrenteichs – in einem Garten wartet sogar ein Lämmchen! Aber auch auf der anderen Bahnseite sieht es super aus. Wo es Geschenke gibt, steht auf einer Online-Karte auf Reinfeld-Aktiv.de

Auf der Ecke Seerosenweg / Heilsauring wartet sogar ein Lämmchen.

Wegen der Corona-Ladenschließungen können aktuell wenig Kindersachen gekauft werden. Viele Menschen könnten sie sich auch nicht mehr leisten, weil ihre Einkommen ganz wegfallen oder wegen Kurzarbeit erheblich niedriger sind. Dagegen sind bei vielen Familien Keller & Dachböden voller Kinderspielzeug & -Kleidung.

Aus diesen Zusammenhängen entwickelten Saskia Tietz (Tochter von Schiedsmann Gösch) und Susanne Braun-Speck beim Spaziergang am Herrenteich die Idee, an privaten Gartenzäunen Ostergeschenke für Kinder und Jugendliche anzuhängen und so, trotz der Coronakrise, für alle ein schönes Osterfest möglich zu machen.

Es gab einige Abwägungen und Überlegungen dazu. Ein zentraler Ort für diese Aktion, wie zum Beispiel der Gabenzaun auf dem Markt, wurde beispielsweise verworfen, da dort schnell gegen das Versammlungs- und Kontaktverbot verstoßen werden würde.

Die Idee kommt gut an. Bisher haben sich 20 Haushalte auf der Online-Stadtkarte dazu angemeldet!

So oder ähnlich werden die Gartenzäune aussehen.

Nun werden also am Ostersonntag die privaten Gartenzäune mit Kinder-Kleidung und -Spielzeug, Bücher, CDs etc. für Jugendliche, als einzeln verpackte Geschenke an Reinfelds Gartenzäunen hängen.

Auf diesen steht jeweils eine Angabe der Altersgruppe, Kleidergröße und ob es für M oder W gedacht ist. Familien können dann am Sonntag zwischen 10 und 12 Uhr durch Reinfeld spazieren gehen und ihre Kinder das eine oder andere Geschenk an den Gartenzäunen nehmen lassen. Das ist eine andere Art von Ostereiersuche 🙂 Wer nichts geschenkt nehmen mag, kann einen symbolischen Euro in bereitstehende Boxen werfen.

Die Geschenke-am-Gartenzaun-Standorte sind auf einer Online-Karte eingetragen, dass auf der Website: Reinfeld-Aktiv.de (bekannt von den Fotowettbewerben 2016-18).

Jeder kann mal übergangsweise “behindert” sein, zum Beispiel weil er einen (Sport-) Unfall und/oder eine Operation hatte und dann eine Weile nicht laufen kann. Siehe Artikel dazu. Andere Menschen sind dauerhaft körperlich beeinträchtigt, können schwer laufen oder sitzen sogar im Rollstuhl. Der Alltag ist für sie kompliziert und ständig herausfordernd, weil es an “Barrierefreiheit” mangelt.

Barrierefreies WLAN kennt jeder, oder? Barrierefreiheit meint sonst, dass körperlich Beeinträchtigte (“Behinderte”) ohne Probleme etwas nutzen können sollten. Dazu werden Rampen statt Treppen, breite Türen und zum Beispiel absenkbare Busse gebraucht.

Wie sieht es damit in der Schule aus?

Die neue Behindertenbeauftragte der Stadt Reinfeld, Frauke Meyer Foto: Frauke Meyer: Fotostudio Ketelhohn Bad Oldesloe

ErKant-Redakteur Tobias hat zusammen mit Frauke Meyer, der neuen Behindertenbeauftragten der Stadt Reinfeld, die Aula der Immanuel-Kant-Schule sowie die Schule selbst auf Behindertenfreundlichkeit überprüft und erzählt hier von seinen Entdeckungen. Zunächst gibt es ein wenig Fachwissen:

In der UN-Behindertenrechtskonvention haben sich die Unterzeichnerstaaten in Artikel 9 Absatz 1 dazu verpflichtet, Maßnahmen zu treffen, mit denen Menschen mit Behinderungen der barrierefreie Zugang zu öffentlichen, städtischen und ländlichen Einrichtungen ermöglicht wird (Quelle).

Aber wird dies auch in der KGS umgesetzt?

Wie in anderen Schulen auch, finden in der Aula der KGS regelmäßig Veranstaltungen für Schüler, aber auch für die Bürger von Reinfeld statt. Möchte ein Rollifahrer einer dieser Veranstaltungen beiwohnen, hat er ein Problem: Zwar hat er es geschafft, über die Rampe vom Busplatz hinauf aufs Schulgelände zu fahren, aber dann steht er vor dem Eingang der Aula und: Treppenstufen

Die Rampe vom Busplatz zum Eingang der Aula – es dauert, bis ein Rollstuhl da hochgefahren ist …

Da diese Treppe nicht alleine überwunden werden kann, brauchen körperlich beeinträchtige Personen (eine andere Bezeichnung für körperlich Behinderte) entweder Hilfe von Dritten oder müssen von der Tür aus die Veranstaltung verfolgen.

Der Verbesserungsvorschlag von Frauke Meyer und Tobias Nerlich wäre hier eine transportable Rampe, die nach Bedarf auf- und wieder abgebaut werden kann.

Ähnliche Probleme zeigen sich auch bei der Versorgung des Altbaus mit Behinderten-WCs: Es gibt keine.

Das ist ein echtes Problem. Denn Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollatoren kommen, aufgrund der Enge, verständlicher Weise nicht in die normalen WC’s hinein. Sie müssten also die Behinderten-WC’s im Neubau nutzen, welche aber bei öffentlichen Abendveranstaltungen geschlossen sind und für Schüler im Schulalltag, je nach Lage der Klassen- oder Fachräume, weit weg sind. Und selbst wenn sie es geschafft haben sollten, hineinzukommen, darin Drehen ist unmöglich!

Abhilfe könnten hier, zu mindestens bei öffentlichen Veranstaltungen, transportable und barrierefreie WC’s bieten. Eine dauerhafte Lösung wäre hier der Umbau von zwei kleinen WC’s in ein großes, rollstuhlgerechtes WC. Das würde, in Anbetracht der finanziellen Lage der Stadt allerdings nicht funktionieren

Und selbst im Behinderten-WC gibt es ein Problem, zumindest im Untergeschoss des Neubaus: Die Spülung ist nicht wie sonst üblich an der Unterseite einer der beiden Seitenstützen angebracht, sondern, an der Wand hinter dem Toilettendeckel, somit ist die Spülung für dauerhafte Rollstuhlfahrer nicht erreichbar.

Auch im Schulalltag stößt man an der KGS immer wieder auf Probleme:

Möchte ein Schüler im Rollstuhl die Physikräume oder die Werkräume erreichen, geht das nicht: Diese Räumlichkeiten befinden sich, genauso wie die Aula, im Keller der Schule und dorthin führen nur Treppenstufen. “Dann fährt man mit dem Fahrstuhl in den Keller” würden jetzt vielleicht einige sagen, aber Fehlanzeige. Der Fahrstuhl verbindet zwar die beiden Geschosse des Neubaus miteinander, reicht aber nicht bis in den Keller, da sich dieser im Altbau befindet.

Vom Neubau aus führt nur eine Treppe zur Aula im Altbau.

“Und was ist mit einem Treppenlift?” Das würde ebenfalls nicht funktionieren, denn in Anbetracht der Tatsache, dass zwischen dem Gang und der Treppe immer mindestens 1,50 m Fluchtweg eingehalten werden müssen, ist es schlicht nicht möglich, dort einen Treppenlift hinzubauen. Außerdem ist so ein Lift sehr kostspielig. Und wenn die Stadt Reinfeld etwas nicht hat, dann sind es verfügbare finanzielle Mittel.

Die einzige Möglichkeit, die einem Rollstuhlfahrer dann noch bleibt: er fährt Außen ums Schulgelände herum und nimmt einen Eingang direkt im Altbau, wo z.B. die Physikräume sind. Das ist natürlich, besonders im Winter und bei Regen und Sturm nicht so toll, weil es glatt, nass und kalt sein kann.

Aber … Will ein Rollstuhlfahrer zum Beispiel am Werkkunde-Unterricht teilnehmen oder ein Ganztagsangebot in den Werkräumen wahrnehmen, welche im zweiten Untergeschoss des Altbaus sind, kann er das vergessen. Faktisch gibt es dorthin keinen Weg für Räder und Rollen und die Treppe ist lang, hat viele Stufen, weswegen von jemand Dritten dorthin getragen werden, auch keine Lösung ist.

Das schließt Menschen mit Behinderungen und anderweitig körperlich Beeinträchtigte von ganz normalen Dingen aus.

Frauke Meyer hat es sich, als neue Behindertenbeauftragte der Stadt Reinfeld, sofort zur Aufgabe gemacht, gegen diese Umstände etwas zu tun.

Was ist überhaupt eine Behinderung?

Dazu gibt es keine einfache Antwort, da es verschiedene Auslegungen des Begriffes “Behinderung” gibt. Grundsätzlich:

Nicht behindertengerechte Schulgebäude können also auch “Normalos” treffen!

Im neunten Buch des Sozialgesetzbuches steht in § 2, Absatz 1 eine Erklärung für den Begriff “Behinderung”:

„Menschen mit Behinderungen sind Menschen, die körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, die sie in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate hindern können.” […] (Quelle)

Bedeutet im Klartext: Menschen mit Behinderung sind Menschen, die gestörte Sinne, auch Wahrnehmungen genannt, besitzen. Es gibt mindestens 5 beziehungsweise 9 Sinne (Quelle):

  1. Hören, die auditive Wahrnehmung mit den Ohren (Gehör)
  2. Riechen, die olfaktorische Wahrnehmung mit der Nase (Geruch)
  3. Schmecken, die gustatorische Wahrnehmung mit der Zunge (Geschmack)
  4. Sehen, die visuelle Wahrnehmung mit den Augen („Gesichtsempfindung, Gesicht“)
  5. Tasten, die taktile Wahrnehmung mit der Haut (Gefühl)
  6. Temperatursinn, Thermorezeption
  7. Schmerzempfindung, Nozizeption
  8. Vestibulärer Sinn, Gleichgewichtssinn
  9. Körperempfindung (oder Tiefensensibilität), Propriozeption

Sind einer oder mehrere der Sinne gestört, können körperliche, seelische oder geistige Behinderungen auftreten. Unser Redakteur Tobias hat zum Beispiel auch eine körperliche Behinderung sowie eine visuelle Wahrnehmungsstörung (Sehbehinderung).

Zudem gibt es noch eine zweite Gruppe von Menschen mit Behinderungen: die Schwerbehinderten.

Zu ihnen zählen auch Rollstuhlfahrer und Blinde, welche zumindest 50% behindert sind. Sie besitzen einen Schwerbehindertenausweis worin steht, inwiefern sie behindert sind und welcher Gruppe sie zugeordnet sind. Jede dieser Gruppen hat einen Buchstaben oder eine Buchstabenkombination. Was welcher Buchstabe bedeutet, wird in dieser Tabelle (PDF-Datei) gut erklärt.

Der frisch gewählte Reinfelder KJB (Foto siehe unten) ist voller Tatendrang in die Amtszeit gestartet und hat am Nikolaustag das jährliche Plätzchenbacken veranstaltet.

Mit Kindern zwischen acht und zwölf Jahren backten sie in der Küche im Ganztagszentrum / Kant-Schule zwei Stunden lang Vanillekipferl, Haselnusskekse und Butterplätzchen. Die Bäcker waren fleißig, die Stimmung ausgelassen und die Gestaltungsmöglichkeiten vielfältig. Nach dem Verzieren mit Zuckerguss und vielen Extras, konnte jedes Kind seine persönliche Leckereien mitnehmen.

„Ich war schon mal dabei“, erzählte Natalia. „Aber sooo viele Kekse haben wir noch nie gebacken! Ich schenke meinem Vater morgen welche zum Geburtstag.“

Die neue KJB-Vorsitzende Elisabeth und ihre Stellvertreterin Lucy ziehen eine positive Bilanz, freuen sich über die glücklichen Kinder und wägen noch ab, ob es vielleicht auch mal eine sommerliche Backaktion geben kann. Nun wünschen sie, im Namen des gesamten KJB´s, allen eine besinnliche Vorweihnachtszeit.


Der aktuelle Reinfelder KBJ wurde im November 2019 für zwei Jahre gewählt!

Michail Schneider (11) , Tammo Hartwig (13) , Mara Koch (11) , Laura Mess (9) , Cosima Klauß (12) , Lucy Wenzel (17) , Elisabeth Göhlert (13) (Reihenfolge von li oben nach re unten)