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Corona 2G: Fair & sinnvoll, oder gefährlich?

12. Nov. 2021: Corona und die Regeln. Nichts beschäftigt Deutschland und die Welt seit März 2020 mehr. Ob die aktuell diskutierten 2G-Regeln, die zu Nachteilen von Ungeimpften führen, gerecht und sinnvoll sind, ist umstritten. Wissenschaftler, Jugendliche, Politiker und viele mehr diskutieren aktuell Tag für Tag über diese Frage.

Am 11.11.21 verkündete Ministerpräsident Daniel Günther, auch in Schleswig-Holstein werde es ab Mitte/Ende November 2G-Regeln geben (Nachtrag: das Ergebnis vom 17.11.). Dabei weist SH bei den 12- bis 17-Jährigen mit 56% die höchste Impfquote unter allen Bundesländern aus, sagte er zum NDR. Insgesamt seien bereits 72% der Schleswig-Holsteiner geimpft. Grundsätzlich wäre bei uns im Norden die Situation relativ entspannt und die Infektionszahlen nicht besorgniserregend. Er betonte aber auch, dass der Schlüssel, um aus der Pandemie zu kommen, nach wie vor die Impfung sei.

Gut zu wissen für Jugendliche:

Die Ständige Impfkommission (STIKO) beabsichtigt, den Impfstoff Spikevax® (Vaccine von Moderna) auf die Anwendung für die Altersgruppe ab 30 Jahren zu beschränken. Dass, weil das Risiko für Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen bei Jüngeren zu hoch ist. Sie sollen stattdessen mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer geimpft werden. (Quelle RKI, siehe 11.11.21)


Fakt ist: CoVid19-Impfungen schützen nicht auf Dauer!

Je nach Impfstoff hält die Wirkung nur zwischen 2 und 7 Monaten an, danach liegt kein ausreichender Schutz mehr vor, wurde in einer schwedischen Studie festgestellt (Quelle Spectrum, siehe Tabelle darin). Nicht nur diese Studie, sondern auch die Praxis zeigt:

Viele der aktuell Infizierten sind bereits vollständig geimpft gewesen und können zudem andere Menschen mit CoVid19 anstecken. Beispiel aus dem Kreis Stormarn, Stand 3.11.2021: 114 von insgesamt 228 Neuinfektionen der letzten 7 Tage (27.10.-02.11) betreffen vollständig geimpfte Personen. Das entspricht 50% der Neuinfektionen!

Bei den 60+Jährigen lag der Anteil wahrscheinlicher Impfdurchbrüche in dieser Woche bei 60,9% und an hospitalisierten COVID19-Fällen (also Infizierten, die im Krankenhaus behandelt wurden) zuletzt bei 45,1% und von den Verstorbenen waren 36% ebenfalls geimpft – so ähnlich sind die Zahlen schon seit Wochen! (Quelle RKI Lagebericht, siehe Seite 22).

“Das bedeutet, unsere schon lange geimpften Großeltern fühlen sich sicher, sind es aber nicht?”, fragten uns Jugendliche.

Ja. Laut RKI sollen deshalb Personen, die 70 Jahre und älter sind, sowie die, die mit dem Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson geimpft wurden, als erstes die Dritt- / Booster-Impfung erhalten. Siehe RKI Infos zu Auffrischungsimpfungen.

Lies dazu gerne auch: So ansteckend sind Geimpfte und: Impfwirkung nimmt nach 3 Monaten ab Nachtrag vom 16.11.: auch RND berichtet jetzt von o.g. Impfdurchbrüchen

Wenn Impfungen weder vor Infektionen noch vor Übertragung des Virus schützen: Wie sollte 2G nutzen?

2G bedeutet, dass bereits vollständig geimpfte sowie genesene Personen zum Beispiel ohne Abstandhalten und ohne Masken zu Veranstaltungen gehen können, aber: frisch getestete Ungeimpfte nicht eingelassen werden. Damit werden Ungeimpfte ausgegrenzt, was viele Menschen als Diskriminierung wahrnehmen. 2G-Plus bedeutet: zusätzlich frisch getestet .3G bedeutet, Getestete, Geimpfte und Genese dürfen zum Beispiel ins Kino gehen. Tests dürfen in der Regel nicht älter als 24 Stunden sein. Neu im Gespräch ist 1G, womit Getestete gemeint sind.

Geimpfte, bei denen die Impfwirkung mit der Zeit verpufft, müssten eigentlich nach 2 bis 7 Monaten wieder als ungeimpft gelten?


Aussagen und Meinungen

Wäre 3G oder 1G besser? Findet Ihr 2G gerecht? Wir haben Euch befragt, das folgende sind einige Eurer Antworten. Außerdem haben wir uns umgeschaut, was Virologen dazu sagten.


“Das ist total ungerecht. Nicht jeder kann oder will sich impfen lassen! Und das ist total okay. Jeder sollte die Freiheit und das Recht über den eigenen Körper haben!” Schülerin Lia aus Oldesloe


Gegenüber dem Sender RTL sagte Virologe Streeck (Quelle): „Auf den ersten Blick wirkt es (2G) wie eine gute Regelung, aber ich halte es für gefährlich.“


“Ich finde z.B. die 2G Regel unfair, weil die Impfung oder eine Genesung kein Schutzschild sind. Jeder kann sich, ob genesen, geimpft oder nichts von beidem, anstecken, den Virus teilen und Andere anstecken. Die Regeln bringen dann doch garnix!” Schüler Mike aus Reinfeld


Virologe Drosten erklärte in einem WELT-Interview: „Wir haben eine Pandemie, zu der alle beitragen – auch die Geimpften, wenn auch etwas weniger“.


“Ungerecht ist das ganze schon. Das ist gegen die Grundrechte, das hab ich in der Schule gelernt und selber nochmals recherchiert!” Schüler*in Kim aus Oldesloe


Prof. Detlev Krüger ehemaliger Chef-Virologe der Berliner Charité meinte: “Im Endeffekt bedeutet 2G nur mehr Unfreiheit, ohne mehr Sicherheit zu bieten. Deshalb hat auch das Testen weiterhin Bedeutung.”


Beim ZDF wurde auch darüber diskutiert.

Welche Standpunkte aufgerufen wurden und zu welchem Ergebnis die Diskutierenden kamen, siehe Video:

 

 

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