Keine neue Story, aber aktuell: Wie leicht Menschen auf Ideologien reagieren und ihnen folgen, sehen wir durch den Aufstieg einer gewissen Partei*. Das Drama „Die Welle“ erschien erstmalig 1981 und wurde von dem amerikanischen Autor Morton Rhue geschrieben. In der Schule haben wir die deutsche Übersetzung von Hans-Georg Noack gelesen, welche 1997 vom Ravensburger Verlag veröffentlicht wurde. Verschiedene Regisseure verfilmten die Story.

Es geht in dem Buch um ein Experiment eines Lehrers, das zu weit ging. In seiner Geschichtsstunde redet Lehrer Ben Ross mit seinen Schülern über Nationalsozialismus. Er zeigt ihnen einen Film über die Verbrechen der Nazi´s in Deutschland. Seine Schüler sind nach der Vorführung verstört und fragen den Lehrer, wie es dazu kommen konnte. Sie möchten wissen, weshalb so viele Menschen einer Partei, beziehungsweise einem Mann, gefolgt sind.

„Ich glaube nicht, dass so etwas bei uns möglich wäre“, sagt Brian. „Nicht in Amerika. Nicht in unserer Zeit.“

Wirklich nicht? Geschichtslehrer Ben Ross sieht das anders und will seiner Klasse deshalb zeigen, welch Macht eine Gruppe entwickeln kann. Er beginnt sein Experiment, in dem er versucht, eine Diktatur zu gründen. „Die Welle“ entsteht. Alle machen begeistert mit. Nur eine Schülerzeitungs-Redakteurin macht sich Sorgen. Die anfangs harmlose Gruppe wird immer größer. Ben Ross wird zu einer Art Diktator, einem Herrscher, der Befehle erteilt – dem alle folgen. Doch irgendwann verliert er die Macht über seine Schüler:

„Die Welle“ entwickelt ein gefährliches Eigenleben!

Jeder, der gegen diese ist, wird ausgeschlossen. Manche Schüler werden bedroht – aber: jeder soll und kann ein Teil von ihr sein. Die Mitglieder lernen in einer Einheit zu agieren. Ihr Motto lautet:

Macht durch Disziplin!

Macht durch Gemeinschaft!

Macht durch Handeln!

Die Schüler handeln nach einiger Zeit selbstständig, organisieren Veranstaltungen nur für Mitglieder, nehmen den Leitruf viel zu ernst und begrüßen sich mit einem ausgedachten Handzeichen – ähnlich wie bei A. Hitler und den Nationalsozialisten.

Als Nicht-Mitglieder zusammengeschlagen werden, schreibt die Schülerzeitungs-Redakteurin einen Artikel über „Die Welle“ und veröffentlicht ihn. Lehrer Ross ist geschockt und beendet das Experiment mit einer Versammlung, in der er den Schülern erklärt was passiert ist und das das Experiment aus den Fugen geraten ist.

Die Schüler verstehen, dass sie sich wie die Hitlerjugend im „Dritten Reich“ verhalten haben.

Doch ein Schüler ist todtraurig über das Ende der „Welle“, weil er sich das erste Mal in seinem Leben zu einer Gruppe zugehörig gefühlt hat. „Die Welle“ war sein Leben. Kurz darauf begeht dieser, im Film, Selbstmord.


Buch-Kritik: Ich (erKant-Mitglied) fand die Geschichte sehr interessant.

Darin wird gezeigt, wie leicht wir uns von der Masse beeinflußen lassen!

Jeder wollte zu der Gemeinschaft „Die Welle“ dazugehören und ein Teil des großen Ganzen sein. Geschockt war ich darüber, dass sich kaum einer der Schüler gewehrt hat und im Laufe der Zeit fast alle Schüler der Schule mitmachen wollten.

Also es ist doch möglich, dass „es“ wieder passiert?

Dass wie zu Hitlers Zeiten, Menschen so leicht zu manipulieren und für eine Idee zu begeistern sind, dass sie andere Menschen diskriminieren und verprügeln? Vielleicht sogar Töten? Dass sie einem „Vorbild“ mit zweifelhaften Ideologien (Ideen und Gesinnungen) blind folgen, ohne nachzudenken?


* Die AFD, Alternative für Deutschland, ist laut Wikipedia eine rechtspopulistische, in Teilen rechtsextreme politische Partei in Deutschland. Sie selbst bezeichnet sich als “Demokratische Partei und Bürgerbewegung gegen die undemokratische und rechtswidrige Willkür der etablierten Altparteien.” (Untertitel der AFD-Website, Stand 13.12.2019)


Ist unsere Gesellschaft nicht längst bunt & weltoffen? Wie kann es sein, dass Ausgrenzung und Diskriminierung sich wieder ausbreiten?

Diese Rezension spielt ein Stück weit auf die aktuelle politische Lage in Deutschland an, soll aber im Kern eine Buch- bzw. Filmkritik sein …  Zurück also zur Story: das Ende kam sehr abrupt: Plötzlich beschloss der Lehrer das Experiment zu beenden und alle akzeptierten das einfach. Im wahren Leben hätten die Schüler sicherlich nicht einfach damit aufgehört und ihre Gemeinschaft nicht aufgelöst.

Leider gab es keine Stelle mit besonders viel Spannung. Insgesamt war das Buch interessant und gut für Schulklassen / den Unterricht geeignet, weil es Schülern nahebringt, wie der Nationalsozialismus entstehen konnte, was auf den heutigen Fremdenhass übertragbar ist.

Ich würde „Die Welle“ Jugendlichen ab 12 Jahren empfehlen.

Den Film könnt ihr sehen und kaufen bei: Amazon.de. Das Buch findet ihr dort auch.


Quellen: Wikipedia, Buch; “die Welle” von Morton Rhue, Foto NS-Zeit: http://www.geschichte-lexikon.de/nationalsozialismus.php,

 

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