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Was kommt nach der Schule? Ein FSJ vielleicht?

“Zu einem guten Ende gehört auch ein guter Beginn.” (Konfuzius) … Nächstes Jahr ist es soweit? Der Schulabschluss? Viele Schüler haben bereits Ideen, was sie danach machen wollen. Eine Ausbildung, Reisen, ein Studium, … Doch: es gibt auch welche, die sich nicht entscheiden können und mehr Zeit brauchen, denn schließlich verbringt man zwei Drittel seines Lebens in dem Beruf, von dem wir denken, er sei genau das, was wir tun wollen. Wie also bekommen wir mehr Zeit, um uns zu entscheiden? Wie können wir einen bestimmten Bereich kennenlernen, wenn kein Praktikum mehr stattfindet? (Foto: ©BMFSFJ/Bertram_Hoekstra)

Die Chance heißt Freiwilligendienst!

Das “Freiwillige soziale, kulturelle, politische oder ökologische Jahr”, kurz gesagt das FSJ, ist ein Jahr der Reflektion und des Kennenlernens.

Der ehemalige Zivildienst, der als Alternative zur Wehrpflicht geschaffen wurde, ist bis heute unter den Namen FSJ oder Bundesfreiwilligendienst bekannt. Es gibt eine eigene Rechtsgrundlage für Freiwilligendienstleistende (im folgenden Freiwillige oder FSJler), die regelt, wie so ein Jahr abläuft. Es gibt gefühlt unzählige Möglichkeiten. Ob im Sozialen Bereich (Kindertagesstätten, Betreutes Wohnen, Pflegetätigkeiten im Krankenhaus oder Altenheim), im Kulturellen (Theater, Museen, Hochschulen), im Politischen (Landtage, der Bundestag, Landesbeauftragte), im Schulischen oder im Ökologischen Bereich (Naturbünde, Bauernhöfe): Überall gibt es weitaus mehr kennenzulernen, als nur die Betriebe oder Abläufe.

Neue Menschen kennen- und sich selbst besser einschätzen lernen; Kontakte knüpfen, die einen weiterbringen, aber auch die Arbeitswelt unverbindlich erleben, sind die großen Vorteile eines FSJs.

Auch ein FSJ im Ausland ist möglich.

Aber wie komme ich zu einer Stelle?

In Deutschland gibt es viele verschiedene Träger. Eine Liste davon findet ihr auf Engagiert-in-SH.de

Meistens findet man die angebotenen Stellen bei den Betrieben selbst, aber auch die Träger schreiben die Stellen aus und das ungefähr ein Jahr im Voraus. Die Bewerbungen werden mal vom Träger und mal von den Betrieben entgegen genommen.

In meinem Fall war der Träger die Landesvereinigung für Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Schleswig-Holstein e.V. (Platzsuche vom LKJ SH). Sie bietet Freiwilligendienste im Bereich der Kultur, der Politik und Schule. Zwischen 100 und 130 Freiwillige finden jedes Jahr eine Stelle über die LKJ SH. Die Bewerbungen für die Stellen, die die LKJ SH anbietet, werden am Anfang des Kalenderjahres (also Januar/Februar des Einstellungsjahres) über ein zentrales Online-Bewerbungsportal entgegen genommen. Ihr könnt dort eure Bewerbung an mehrere Betriebe schicken, nachdem ihr für euch herausgefunden habt, in welchen Bereich oder welche Bereiche es gehen soll.

Für euren Dienst erhaltet ihr ein Taschengeld, das je nach Träger und nach Betrieb unterschiedlich hoch ausfallen.


Erst Bewerben, dann vorstellen und gut planen!

Ihr wurdet zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen? Wunderbar! Dann bereitet euch nun gut vor. Ihr solltet euch folgende Fragen stellen: Was macht die Stätte, bei der ich mich bewerbe?, Was erwarte ich von der Stätte und was kann ich leisten? Und natürlich: Warum möchte ich mein FSJ gerade hier machen?

Mit den Antworten auf diese Fragen seid ihr gut gewappnet, um das Bewerbungsgespräch anzutreten.

Ihr habt überzeugt? Herzlichen Glückwunsch! Aber nun wird es Ernst.

Vorbereitung ist das A und O

Jetzt kommen ein paar Dinge auf Euch zu. Beispielsweise die Wohnungssuche, die Finanzierung eures Lebens außerhalb des Elternhauses und und und und.. Aber es ist alles nur halb so wild, wenn ihr euch gut vorbereitet. Fragt eure Eltern nach Hilfe, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

  • Wo wohne ich? Eigene Wohnung oder WG?
  • Wie finanziere ich alles (Miete, Kaution, Umzug, ggf. Strom und Internet, Lebensmittel, Hobbies,etc.)?
  • Was kann ich alles neues entdecken in meinem neuen Umfeld?

Die Wohnungssituation ist in nahezu allen Großstädten ein Riesenproblem. Entweder es gibt kaum Wohnungen oder sie sind sehr teuer, schlimmstenfalls beides. Wenn euer neuer Wohnort auch eine Universität beherbergt wird es noch enger. Oft gehen kleine Zimmer von 5-10m² zur Miete bei 200€ los, was im schlimmsten Fall mehr als die Hälfte eures Taschengeldes ist. Daher spielt die Vorbereitung der Finanzierung eine tragende Rolle, wenn ihr euren Freiwilligendienst stressfrei erleben möchtet.

Bei der Finanzierung gibt es ein paar Hilfen, wie zum Beispiel Wohngeld, Arbeitslosengeld II und BAföG. Alle drei sind keine sicheren Hilfen, denn es kommt immer darauf an, wie der zuständige Sachbearbeitende eure Situation beurteilt. Wenn der Freiwilligendienst eine Vorbereitung für euer kommendes Berufsleben ist, könntet ihr BAföG berechtigt sein. Wenn nicht, seid ihr vielleicht Arbeitslosengeld II berechtigt oder bekommt Wohngeld. Und wenn alle drei Hilfen ausbleiben, könnt ihr auch eure Eltern oder sogar euren zukünftigen Arbeitgeber fragen. Viele kennen die schwierige Situation der Freiwilligendienstleistenden mit dem geringen Taschengeld.

Natürlich entfällt das Alles, wenn ihr euren Freiwilligendienst in der Nähe eures jetzigen Wohnortes ableistet. Dann solltet ihr euch dennoch fragen: Wie komme ich täglich zur Arbeit?

Alles halb so wild

Auch wenn das jetzt alles sehr kompliziert klingt: Nur die Ruhe. Ihr habt nach eurer Zusage meist noch 3-5 Monate Zeit alles zu organisieren. Ja, es wird aufwendig neben der Vorbereitung des Schulabschlusses, aber es lohnt sich wirklich.

 

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