Lange hatten die Schüler darauf gewartet, endlich ist sie durch: Eine Handynutzungsordnung, die jetzt “Nutzungsordnung für mobile Geräte” heißt. Ab 29.10.2018 soll sie gelten, ebenso die überarbeitete Schulordnung. Sie wurde auf der Schulkonferenz am 10.9.18 verabschiedet (siehe Foto). Zwei Kernziele wurden erreicht, ein Ziel der Schüler nicht.

Nach mehrjähriger Vorlaufzeit wurde Anfang 2018 eine neue Arbeitsgruppe gegründet. Zwei Lehrer, ein Elternteil und zwei Schüler waren praktisch aktiv (theoretisch war die AG größer (3×3 TN); von den 5 Aktiven sind 2 auch bei erKant) und entwarfen die Nutzungsordnung, die in der letzten Lehrerkonferenz aber noch verändert wurde.

Ziel der Arbeitsgruppe war zum Beispiel, dass es einheitliche Regeln an der Schule geben sollte und nicht verschiedene Meinungen und Strafen bei Verstößen. Das zweite Kernziel war das Thema “digitales Lernen“, sprich das aktive Einbinden von mobilen Geräten und ihren Möglichkeiten im Unterricht. Hierzu stehen konkrete Anwendungsvorschläge in der Nutzungsordnung geschrieben. Das oberste Ziel der Schüler und des Schulleiters wurde dagegen nicht erreicht; es wird keine dauerhafte Nutzungserlaubnis geben.

Die Oberstufe hat zwar absolut freie Hand und darf jederzeit ihre mobilen Geräte nutzen. Aber die 5.- bis 10.-Klässler nicht. Diese dürfen nur in der großen Mittagspause an ihren Smartphones “herumdaddeln”. Viele Lehrer und Eltern sehen nämlich auch die Kehrseite der Medaille, sprich gesundheitliche Gefahren (die am Ende der Nutzungsordnung angesprochen sind) sowie fehlende direkte Kommunikation untereinander.

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Marvin Ladwig, erKant-Korrespondent aus Kiel und, als ehemaliger SV-Vorsitzender der Antragsteller der Handynutzungsordnung, erzählt hier den Anfang der Geschichte:

Kurz vor den Sommerferien im Jahr 2016 hatte der Oberstufenschüler und Leiter der Schulsanitäter Marvin Ladwig (ich) sich dazu entschlossen, zu den Schülersprecherwahlen im September anzutreten. Um eine möglichst SchülerInnen nahe Politik zu machen, war es ihm wichtig, die Wünsche der SchülerInnen zu erfahren, um konkrete Arbeitsaufträge nach erfolgreicher Wahl zu haben. Er hing Plakate im gesamten Schulgebäude (eine Woche vor Ferienbeginn) auf, worauf die SchülerInnen ihre Wünsche und Ziele für das neue Schuljahr niederschreiben durften. Mehr als 30 verschiedene Anregungen kamen zusammen, darunter auch der Wunsch nach einer freien Nutzung der mobilen Sende- und Empfangsgeräte mit Internetanbindung = Smartphones.

Sein größtes Wahlversprechen stand also fest: Die Nutzung der Smartphones sollte sinnvoll in den Schulalltag integriert werden. Einige Lehrerstimmen erhoben sich bereits bei seiner Rede zur Wahl:

“Du weißt aber, dass man sein Versprechen halten sollte?”

“Das wird doch niemals was, dann würde hier vollkommenes Chaos ausbrechen!”

Doch von diesen Worten ließ er sich nicht beeindrucken …

Nachdem Marvin das Amt des Schülersprechers im Januar 2017 von seinem Vorgänger übernahm, ging der Prozess der Umsetzung dieses Wunsches los. Viele Gespräche mit Elternvertretern, der Schülervertretung und der Schulleitung und ein bisschen Papierkram folgten, später kam die Schulkonferenz, bei der der jetzige Schülersprecher seinen Antrag mit einer vorläufigen Handy-Nutzungs-Ordnung einreichte.

Auf der Schulkonferenz wurde dieser Antrag dann heiß diskutiert.

Es wurde beschlossen, dass eine Arbeitsgruppe gegründet werden soll, aus Schülervertretern, Elternvertretern und Lehrervertretern. Die Arbeit der Arbeitsgruppe lief sehr schleppend an. Es wurden erst sehr spät erste Termine zur Erarbeitung einer solchen Nutzungsordnung vereinbart und noch später daran gearbeitet.

Im Februar 2018 wurde eine neue Arbeitsgruppe gebildet, die innerhalb kürzester Zeit eine vernünftige, umfangreiche Handynutzungsordnung entwarf (siehe oben). Dieser Entwurf wurde der Schulkonferenz vor den Sommerferien vorgelegt und sollte verabschiedet werden. Aber … Hier hieß es dann:

“Rechtlich betrachtet muss, bevor diese Nutzungsordnung auf der Schulkonferenz beschlossen werden kann, die Lehrerkonferenz darüber abstimmen. Das wurde versäumt.”

Die Schülerschaft war empört über dieses Vorgehen und auch die Mitglieder der Arbeitsgruppe waren verärgert.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Marvin sein Amt als Schülersprecher bereits abgegeben, da die Abschlussprüfungen immer näher rückten. Seine Nachfolgerin, Lena Förster, setzte mit Unterstützung des Schulelternbeiratsvorsitzenden ein Schriftstück auf, dessen Inhalt eine Sonderschulkonferenz direkt nach den Sommerferien 2018 zum Thema der Handynutzungsordnung einforderte. Die fand statt!

Und endlich: Die Handynutzungsordnung in ihrer angepassten Form, wurde genehmigt.

Ein großer Erfolg für die SchülerInnen der Immanuel-Kant-Schule. Nicht nur, dass das Herzensprojekt des ehemaligen Schülersprechers erfolgreich umgesetzt wurde und er damit sein Wahlversprechen halten konnte, auch für die Zukunft der Reinfelder Schule ist dieser Beschluss wichtig. Zusammen mit der Lehrerschaft, dem Knowhow der erKant-Redakteure und der Schüler-Medien-Lotsen sowie externer Unterstützung (Eltern z.B.) kann nun das digitale Zeitalter in den Unterricht einfließen.

Der Erwerb von Medienkompetenzen, zum Beispiel der richtige Umgang mit den Smartphones und anderen mobilen Endgeräten, ist einer der Vorteile, denen diese Handynutzungsordnung bringen wird.

“Ich bin wirklich froh, dass dieses Projekt umgesetzt wurde. Es war mir sehr wichtig etwas Nachhaltiges an der Schule zu hinterlassen, wovon sowohl SchülerInnen als auch Lehrkräfte profitieren.”  – Marvin Ladwig, AG- und erKant-Mitglied 2018


“Endlich gibt es einheitliche Regeln in der Schule! Zudem freue ich mich, mit meinem beruflichen Fachwissen und meinen Erfahrungen geholfen zu haben – zum Nutzen aller Beteiligten!”  – Susanne Braun-Speck, AG- und erKant-Mitglied 2018

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