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Mit Work & Travel die Welt entdecken – Interview mit Benni aus Neuseeland

Was möchtest du nach der Schule machen? Vielleicht etwas erleben? Viele Absolventen entscheiden sich für ein Jahr im Ausland, bevor sie eine Lehre oder ein Studium beginnen!

Eine Möglichkeit ist ein „Work & Travel“ Auslandsjahr. In dem Wortspiel steckt eigentlich schon alles drin: Man betreibt Gelegenheitsjobs vor Ort (Work) und bereist das Land (Travel). Hierbei lernt man das Land, die Kultur, die Menschen und die Sprache besonders gut kennen. Es sind einem keine Grenzen gesetzt, so dass man den Aufenthalt nach Lust und Laune selbst gestalten kann.

Auf den ersten Blick klingt das alles ganz spannend und leicht, aber aufgepasst:

Ein Auslandsjahr muss auch etwas vorbereitet werden!

Hierfür kann eine Organisation sehr hilfreich sein, dies ist aber nicht zwingend notwendig. Eine Organisation hilft dir beim Papierkram, wie z.B. die Beantragung eines Visums. Außerdem suchen sie dir gerne einen passenden Flug, sorgen für die ersten Tage im Ausland und stehen dir bei jeglichen Fragen im Vorhinein oder auch vor Ort zur Verfügung. Das Angebot von Organisationen ist vielfältig. Übers Internet oder auch durch öffentliche Veranstaltungen kann man sich über die Kosten und die entsprechenden Konditionen informieren.

Bei manchen Dingen kann dir aber selbst die Organisation nicht helfen…

Dein Gepäck musst du zum Beispiel selbst packen! Das ist vielleicht schwierig, weil du beim Work & Travel ein Jahr lang aus dem Rucksack lebst. Aber selbst dafür gibt es Hilfe in YouTube-Videos, Blogs, Zeitungsberichten usw. Das Internet ist voll mit Berichten über gute, aber auch problematische Dinge, die den jungen Menschen im Ausland passiert sind. Um einen Einblick in das Work & Travle-Leben zu bekommen sind solche Videos und Blogs sehr empfehlenswert!

Richtig gut sind natürlich Informationen aus erster Hand!

Schau dich mal im Bekanntenkreis um, denn heutzutage ist ein Auslandsaufenthalt nicht mehr so selten!

Wir hatten die Möglichkeit Benni Müller, der zur Zeit Work & Travel in Neuseeland macht, unsere Fragen zu stellen. Benni ist 19 Jahre alt und war bis vor Kurzem noch Schüler an unserer Schule. Nachdem er dann sein Abitur geschafft hat, ging es für ihn ins „Kiwiland“ Neuseeland. Seit drei Monaten ist er nun unterwegs und teilt seine Erlebnisse auf Instagram und seinem Reiseblog: https://eumeltravels.com

Wieso hast du dich für ein Work & Travel-Jahr in Neuseeland entschieden?

Für mich stand schon lange fest, nach der Schule eine Art „Auszeit“ zu nehmen. Ich wollte mir einfach Mal Zeit dafür nehmen, ein anderes Land und eine andere Kultur kennen zu lernen. Da ich mir schon sicher war, was ich studieren möchte, ist es nicht wirklich dafür gedacht, Zeit zu gewinnen und meine Zukunft zu planen. Neuseeland als Land stand für mich auch schon relativ lange fest, weil die Landschaft einfach total vielseitig und abwechslungsreich ist.

Wie lange hast du dich im Vorfeld darauf vorbereitet?

Ehrlich gesagt waren meine Vorbereitungen eher bescheiden… Ich habe zwar einige Bücher gelesen und Filme geschaut, um mich über das Land zu informieren, aber meinen Aufenthalt selbst habe ich erst vor Ort geplant. Ich reise bis jetzt hier noch eher nach spontanen Entscheidungen und nicht nach festgelegten bzw. geplanten Reiserouten.

Wie hoch war ca. dein Startkapital und hattest du schon Geldprobleme?

Dadurch, dass ich in Deutschlang arbeiten war, hab ich mir etwa 2.300€ angespart. Ein Großteil dafür musste ich jedoch an die Organisation zahlen (Flug, Visum etc.). Als restliches Reisegeld habe ich etwa 1.000 € mitgenommen. Geldprobleme hatte ich tatsächlich nur in der ersten Woche, weil die Überweisung von meinem deutschen auf mein neuseeländisches Konto ziemlich lange gedauert hat.

Welche Jobs hattest du bisher und welcher von denen hat dir am Besten gefallen?

Bisher habe ich zwei verschiedene Jobs ausgeübt. Ich habe erst für drei Wochen als Tellerwäscher gearbeitet, bis ich dann längerfristig (für drei Monate) bei einem Supermarkt unterschrieben habe. Da arbeite ich an der Kasse und bleibe wahrscheinlich noch bis Ende November dort. Der Job im Supermarkt hat mir definitiv besser gefallen, da ich einfach mehr Abwechslung im Job hatte und mehr Englisch sprechen konnte. Ich freue mich aber auch schon darauf, endlich Farmarbeit zu machen.

Was war bisher deine beste und deine schlimmste Erfahrung, die du gemacht hast?

„Die“ beste Erfahrung hatte ich bisher gar nicht wirklich. Es ist eher so das Gesamte, was für mich das Beste ist. Ich genieße meine Zeit hier in Neuseeland unheimlich und bin froh, die Möglichkeit zu haben, hier ein Jahr zu verbringen. Meine schlimmste Erfahrung war definitiv mein Kurzaufenthalt in Pukekohe in der ersten Woche in Neuseeland. Ich habe meine Freunde in Auckland verlassen und bin für ein Jobinterview nach Pukekohe gefahren. Ich war dort für vier Tage in einem Airbnb untergebracht. Ich habe mich allerdings dann so alleine gefühlt, dass ich das Bewerbungsgespräch abgesagt habe und zurück nach Auckland gefahren bin. Generell war der „Kulturschock“ und das Heimweh in der ersten Woche deutlich extremer, als ich es gedacht hatte. Immerhin war ich davor ja auch schon für längere Zeit von Zuhause weg. So ging es aber den meisten „Backpackern“, die ich hier getroffen habe.

Vor welcher Herausforderung wurdest du schon gestellt, die du nächstes Mal anders machen würdest?

Ich bin mit allen Herausforderungen fertig geworden und würde sie auch nicht anders bewältigen. Auch wenn’s Mal nicht perfekt läuft, lernt man ja irgendwas daraus! Die Erfahrung ist viel besser als das perfekte Meistern der Herausforderung.

Du bist ja alleine nach Neuseeland gereist und hast bestimmt schon neue Leute kennengelernt! Willst du denn weiterhin alleine oder in einer Gruppe reisen?

Ich möchte weiterhin alleine in Neuseeland reisen, meinen Weg aber trotzdem mit verschiedenen Leuten teilen. Man lernt total schnell andere Backpacker kennen und kann eine Zeit lang mit denen zusammen reisen. Dauerhaft mit nur einer Person zu reisen wäre mir allerdings ein wenig zu langweilig. Außerdem merkt man nach einer langen Zeit im Hostel mit vielen anderen Personen auch, wie schön Privatsphäre ist!

Welche Mittel zum Reisen (Auto etc.) nutzt du und wo übernachtest du?

In den ersten zwei Monaten habe ich hauptsächlich in Hostels geschlafen (Ausnahme war die Zeit in Pukekohe). Ende September habe ich mir einen Van gekauft und ihn in einen Camper umgebaut. Seitdem schlafe ich bei meinem alten Hostel auf dem Parkplatz in meinem Van. Ich kann die Toilette, Duschen etc. benutzen und bezahle weniger.

Hattest du schon mal Verständigungsprobleme?

Eigentlich nicht wirklich. Auch wenn der Kiwi-Akzent teilweise schon ziemlich schwer zu verstehen ist (besonders die Busfahrer!).

Gibt es Momente, wo du dein Auslandjahr bereust oder Deutschland vermisst?

Ich bereue mein Auslandsjahr auf keinen Fall. Das ist das Schönste, was ich bisher erleben durfte! Klar, gibt es immer mal wieder Situationen, in denen man Deutschland und vor allem die Freunde und Familie in Deutschland vermisst, aber die Erlebnisse hier lassen einen das ganz schnell wieder vergessen!

 

Neben Work & Travel gibt es auch noch andere Möglichkeiten, um neue Seiten der Welt zu entdecken. In einem Freiwilligen Sozialem Jahr kann man zum Beispiel Menschen in ärmeren Ländern helfen oder man unterstützt eine Familie als Au-Pair und lebt dann dort in der Gastfamilie.

Ein Auslandsaufenthalt, egal in welcher Form, ist auf jeden Fall eine Bereicherung und ein Erlebnis, das man nie vergessen wird!

 
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