Am 26. April fand eine Podiumsdiskussion in der Kant-Gemeinschaftsschule statt. Eingeladen waren hierzu alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 10-13, die in diesem Jahr erstmalig die Möglichkeit haben, an einer Landtagswahl teilzunehmen. Schülersprecher Marvin Ladwig (12bs) war Organisator dieser Veranstaltung. An der Diskussion nahmen Politiker verschiedenen Alters der bekannten Parteien teil. Angereist waren:

  • Hendrik Holst (Die Linke),
  • Lars Schalnat (Jusos/SPD),
  • Malte Krüger (Grüne Jugend/Die Grünen),
  • Uli König (Piraten),
  • Christopher Vogt (FDP) sowie der
  • Direktkandidat im Wahlkreis Stormarn Nord Claus Christian Clausen (CDU).

Die Alternative für Deutschland (AfD) reagierte auf keinerlei Anfragen der Schule und war deshalb nicht da.

Nach einer kurzen Einleitung stellten sich die Teilnehmer einzeln vor. Hierbei konnte man schon die ersten Wahlthemen erkennen. So sprach Hendrik Holst hauptsächlich vom “Investieren in die Zukunft”. Sein Konkurrent Lars Schalnat plädierte hingegen im Namen seiner Partei für eine gute Arbeit, die durch eine weitere Regierungsperiode fortgesetzt werden könnte, Die SPD ist im aktuellen Landtag vertreten.

Im Kontrast dazu waren die Hauptanliegen von Malte Krüger mehr Weltoffenheit und eine Politik, die ökologisch ausgerichtet ist. Uli König sagte, das Ziel der Piraten-Partei sei eine direktere Politik mit mehr Mitbestimmungs-Möglichkeiten für die Bürger. Christoph Vogt von der FDP sah seine Hauptthemen in den Bereichen Studententicket (landesweites Ticket für ÖPNV in Schleswig-Holstein für Schüler/Studenten), bezahlbarer Wohnraum mit Hilfe einer Mietpreisbremse und ein Abbau von Bürokratie. Der Direktkandidat Claus Christian Clausen versuchte, die anwesenden Schülerinnen und Schüler mit Themen wie der Ausserkraftsetzung von GEZ-Gebühren für Studenten für die CDU zu begeistern.

Wer würde wen wählen?

Im Laufe der Diskussions-Veranstaltung wurden leider nur wenige Fragen der Schülerschaft gestellt, da die Beantwortung der Fragen jeweils viel Zeit in Anspruch nahm. Doch mit welcher Frage wohl keiner der anwesenden Politiker gerechnet hatte, war die Frage eines Oberstufenschülers: “Welchen der hier anwesenden Politikern würden sie wählen, wenn nur diese zur Wahl stehen würden?”

Holst antwortete darauf spontan und authentisch: “Ich könnte mir gut eine Landesregierung mit der SPD, den Grünen und der Piraten-Partei vorstellen.

Claus Christian Clausen dagegen sagte spontan, dass er sich selbst wählen würde. Für diese ehrliche Aussage belohnte ihn das Publikum mit einem Applaus. Als anwesender Politiker der FDP sagte Vogt, dass er auch SPD, Grüne, CDU sowie Piraten mit seiner Stimme unterstützen würde.

Uli König nannte als erste Partei die FDP. Doch in seiner anschließenden Erklärung ließ der Landtagsabgeordnete durchblicken, dass er diese Entscheidung nur Aufgrund der Empathie zu Christopher Vogt getroffen hätte. Mit den politischen Zielen der Partei könnte er sich nicht anfreunden. Dem entsprechend tendierte er dann doch zu den Grünen. Malte Krüger (Grüne) entschied sich schnell und unterstützte die SPD. Schalnat erwiderte und nannte auch die Grünen sowie die Linke mit Holst.

Marihuana legalisieren ja oder nein?

Eine der spannendsten Fragen brannte bestimmt schon vielen Schülerinnen und Schülern unter den Fingernägeln, bis diese endlich gestellt wurde: “Was sagen sie zur Legalisierung von Marihuana?”

Holst begann damit, dass er Konsum seinerseits zugab und betonte, dass seine Partei die Frage der Legalisierung unterstütze und diese durchsetzen wolle. Auch der Jusos-Anhänger Lars Schalnat machte direkt klar, dass die SPD die Legalisierung-Pläne nicht unterstütze, aber eine Entkriminalisierung fordere. Persönlich fordere er aber auch eine komplette Legalisierung.

Die Grünen, eine der Parteien, die das Thema Marihuana-Legalisierung schon länger verfolgen, wollen dieser natürlich auch zustimmen, denn ihrer Meinung nach sei Alkoholkonsum schädlicher als eine geringe Dosis Marihuana. Die Piraten seien ebenfalls Unterstützer des Projekts. Allerdings wies Uli König als erster darauf hin, dass die Wahlversprechen der politischen Parteien stark von ihrem Abstimmungsverhalten im schleswig-holsteinischen Landtag abweichen.

Christopher Vogt von der FDP sagte zur Legalisierung, dass nur bundesweite Gesetzesänderungen helfen könnten. Auch ein staatlich kontrollierter Anbau sei wichtig. Der einzige, der von den Meinungen der Anderen Politiker abwich war Claus Christian Clausen. Er betonte, dass seine Partei dieses “Feld mit weiteren Problemen” ablehne.

Nach der Podiumsdiskussion folgte dann noch das sogenannte “World Café“.

Hierbei konnten die Schülerinnen und Schüler sich nochmal in kleinerer Runde mit den Politikern und ihrer Meinung auseinandersetzen.

Am Ende des Tages folgte noch ein Schlusswort des Schülersprechers bevor jeder wieder in seine Klasse verschwand.

Fazit: Den Politikern hatte der Austausch mit den Schülerinnen und Schülern viel Spaß gemacht. Alle Politiker waren begeistert von der guten Stimmung, die schon seit dem Anfang der Veranstaltung sich durch viel Applaus ausdrückte. Uli König fand vor allen Dingen den Austausch im kleineren Kreisen schön: “Hier kamen die Schüler aus sich heraus und stellten viele Fragen.”

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