Männer, die Mädchen und Frauen eine traumhafte Zukunft in Deutschland versprechen, ihnen eine Wohnung und Geld anbieten und/oder Arbeit, aber tatsächlich Zuhälter oder sogar Menschenhändler sind – die gibt es. Leider! Und leider kennen sie psychologische Tricks und lauern zum Beispiel an großen Bahnhöfen oder an der polnischen Grenze. (Dieser Beitrag entstand im Rahmen des #ukrbt-Projekts und ist dort der am meisten gelesene Artikel.)

> Wer etwas Merkwürdiges beobachtet und einen Verdacht hat, kann ihn melden – auf nicht-wegsehen.net


Zu uns flüchtende Ukrainer:innen haben Angst vor Prostitution.

Quelle: https://de.statista.com/infografik/26418/gesetzeslage-zur-prostitution-in-eu-mitgliedsstaaten/

Ukrainische Frauen haben auf “Sozialen Medien” geschrieben oder gelesen, in Deutschland gäbe es sehr viel Prostitution – hier wäre es gefährlich für sie. Tatsächlich ist Prostitution in vielen osteuropäischen Staaten in jeder Hinsicht verboten (es gibt sie natürlich trotzdem). Dort können Zuhälter und Prostituierte hoch bestraft werden. Um ihren “Job” straffrei machen zu können, kommen sie nach Deutschland, unter Anderem an die Deutsch-Polnische Grenze.

Denn in Deutschland ist Prostitution als Beruf erlaubt! Unterschiede:

Prostitution ist eine gewerbsmäßige Ausübung sexueller Handlungen, wofür Geld als Gegenleistung gezahlt wird.”  – diese ist in Deutschland erlaubt und wird als Beruf angesehen. Die Frauen sind sozial- und krankenversichert und machen den Beruf freiwillig. Aber: “Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung wird in Deutschland als Zwangs-Prostitution” bezeichnet – und die ist selbstredend verboten!

Auch jetzt, während des Ukraine-Krieges, nutzen Menschenhändler und Zuhälterringe die Gelegenheit, direkt an der Grenze oder an Bahnhöfen allein reisende Mädchen und Frauen abzugreifen. Diese kriminellen Banden haben oft keinen deutschen Ursprung. Gerade wurde eine aus Ungarn festgenommen, berichtete der Tagesspiegel am 27.9.22. 

Ist die Sorge vor Prostitution in Deutschland begründet oder nicht?


Die meisten Helfer sind vertrauenswürdige Menschen.

Aufgrund des Ukraine-Krieges und der Not, irgendwo unter kommen und wohnen zu müssen, gingen einige Frauen, teilweise mit Kindern, tatsächlich auch mit Männern mit. Was die versprachen? Hilfe in der Not. Eine Unterkunft. Und Geld. Eine Bezahlung? Frauen, denen Geld angeboten wird, sollte definitiv misstrauisch werden!

Unserer Redaktion wurde von Helfern (zwei Frauen) der ersten Stunden erzählt, die mit dem Auto an die polnisch-ukrainische Grenze gefahren waren, um dort Menschen vor dem Krieg zu retten. Aber: Aus Angst vor Entführung und Zwangsprostitution, hätten viele das Angebot nicht angenommen. Nur weil sie selbst Frauen sind, konnten sie dann doch zwei ukrainische Mütter mit ihren Kindern überzeugen. Allerdings hatten sie selbst vorgeschlagen, um den Ukrainerinnen die Angst zu nehmen, dass diese dauerhaft die Ortung auf ihren Handys anhaben und den Standort mit ihren Männern Zuhause teilen sollten – das gab ihnen ein wenig Sicherheitsgefühl. Aber die Ukrainerinnen waren still und angespannt, bis sie in Deutschland aus dem Auto aussteigen konnten. Hier waren sie dann doch überglücklich und vertrauten endlich ihren beiden Retterinnen.

Aber natürlich gibt es auch Grund zur Sorge.

Auch zu anderen Zeiten kommen junge Frauen z.B. aus osteuropäischen und afrikanischen Ländern nach Deutschland – um hier Geld zu verdienen oder ein neues Leben anzufangen. Oft werden ihnen falsche Versprechen gegeben – z.B. die angebliche Chance, hier als Modell eine Karriere machen zu können. Teilweise fallen sie darauf als sehr junge Mädchen herein – weil sie allein sind, keine Familie und/oder kein Heim haben, sind sie für solche “Angebote” offen.

Ihr Wunsch nach einer besseren Zukunft wird von Zuhältern ausgenutzt!

Doch: Einige haben auch ein Problem mit sich selbst, sind abhängig von Alkohol- oder Drogen, und prostituieren sich, weil sie Geld brauchen. Auch kann freiwillige Prostitution eine Folge von Missbrauch und Traumata aus der Kindheit sein. Die Mädchen fühlen sich wertlos und bedrückt, denken sie MÜSSEN sich prostituieren und ein “Spielzeug” sein. Melissa Farley (Psychologin) interviewte 854 Menschen in Prostitution in neun Ländern für eine Studie und fand unter anderem heraus: 65 – 95% haben in ihrer Kindheit sexuelle Gewalt erlebt und 70 – 95% haben in der Kindheit körperliche Gewalt erlebt (Quelle: prostitutionresearch.com)


Selbst erwachsene Frauen fallen auf Liebes-Versprechen herein.

Menschenhändler wenden teilweise Gewalt an, geben den Mädchen und Frauen Drogen und entführen ihre Opfer regelrecht. Loverboys und Zuhälter dagegen nutzen verschiedene Tricks, um ihre Opfer aus dem Ausland “auf die nette Art” hierher zu locken oder sie mit Druckmitteln zu “überzeugen”. Loverboys nutzen oft “soziale Medien” und chatten oft Monate lang mit ihren Opfern, bauen eine Verbindung auf, die Frauen verlieben sich und sind dann bereit, fast alles für ihren “Lover” zu tun. Sind sie dann erst einmal in Deutschland eingereist, behaupten die Loverboys (die eigentlich auch Zuhälter sind), die Frauen müssten sich prostituieren, damit sie sich zusammen ein tolles Leben in Deutschland leisten könnten. Tatsächlich werden sie ausgenutzt und missbraucht – oft müssen sie in Bordellen arbeiten.

Das geplante tolle Leben wird oft zum Horror; mehrere Freier* am Tag (Freier sind die “Kunden” einer Prostituierten oder eines Strichjungen) – am Ende sind es Vergewaltigungen für Geld. Geld, welches an den “Loverboy”, ihren Zuhälter, geht. Die Frauen versuchen ihr Ziel zu erreichen und ihrem Geliebten zu gefallen – sie wurden dahingehend manipuliert! Durch solche Tricks werden viele in die Prostitution geführt. Das wenige Geld, das die Frauen selbst von ihren ‘”Arbeit” abbekommen, reicht kaum zum Leben. Viele sind illegal in Deutschland, dadurch abhängig von ihrem “Boss”, dem Zuhälter.

Dieser Abhängigkeits-Spirale wieder zu entkommen, ist unheimlich schwer!


Wer in so ein Martyrium geraten ist, kann Hilfe finden – siehe Google-Suchergebnis für “Beratungsstelle für Frauen” bzw. das Google-Suchergebnis für “Hilfe-Frauen-Prostitution“.

Oder siehe Dir Aktionen an wie not for sale oder z.B. die Info- und Beratungsstelle Amali Mannheim

Videos dazu:



 

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