“Hallo? Da hat sich jemand in der Sporthalle verletzt und hat starke Schmerzen … ” Das ist ein Satz, den Schulsanitäter so oder ähnlich oft hören. Dann packen sie schnell ihren Rucksack und eilen zum Ort des Geschehens.

Was zum Beispiel die Lehrer denken, bei denen sie vielleicht gerade Unterricht haben, wird in diesem Moment ausgeblendet. “Sanis” – Kurzform für Schulsanitäter – achten nicht auf Bedenken, wenn jemand ihre Hilfe braucht. Denn den Mitschülern in Not zu helfen, hat für sie oberste Priorität!

Doch was sind die Schulsanitäter? Was sind ihre Aufgaben und wie organisieren sie sich?

Die “Sanis” sind ein Projekt der Jugendabteilung der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.. Schüler werden durch Aus- und Fortbildungen der Johanniter (kurz JUH) zu Schulsanitätern ausgebildet. Die JUH ist die Dachorganisation der Schulsanitäter aller Schulen. Sie betreut auch verschiedenste Großevents, wie Fußballturniere, die Kieler Woche, den Rendsburger Herbst, die Travemünder Woche uvm.

Wie funktionieren die Schulsanitäter?

Schulsanitäter kann jeder werden, der in der siebten Klasse oder älter ist und sich zutraut, in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf zu behalten. Ein “Helferherz” sollte natürlich jeder Sani haben! Wie oben beschrieben, werden sie von der JUH mit viel Spaß ausgebildet. Die “Frischlinge” kommen dann zu den “alten” Sanitätern und lernen, wie es in der Praxis bei uns aussieht und wie was funktioniert.

Sie werden direkt in den Dienstplan, der vom Leiter erstellt wird, eingebunden und machen als “Praktikanten” erste Erfahrungen im Einsatz. Dies circa ein halbes Jahr lang, bis sie dann als vollwertige Sanitäter angesehen werden.

Mit Spaß und Interesse wird in den Pausen mit den Dienstkollegen geübt und Theorie wiederholt. Nur ein frisches, schlaues Team, kann in einem Notfall die beste Leistung bringen! Und das ist der Anspruch der Schulsanitäter unserer Schule.

Patienten werden auf zwei verschiedene Weisen erreicht. Die Erste ist, dass der Patient in der Pause zu den Sanitätern kommt und dort behandelt wird. Die Zweite ist, dass ein Mitschüler eines Patienten die Schul-Sekretärinnen in Kenntnis setzt und diese dann die Sanitäter alarmieren. Bisher über Handys, ab Anfang März 2018 über die neu angeschafften “Pager”, die sich momentan in der Testphase befinden.

Wie arbeiten die Schulsanitäter?

Die Schulsanis bekommen während ihrer Ausbildung nicht nur Fachwissen vermittelt, sondern auch Ansätze von Strategien, um herauszufinden, was dem Patienten fehlen könnte.  Alle Fragen, die die Sanis stellen, haben einen Zweck. Entweder, um das Protokoll auszufüllen, was ein wichtiges Instrument der Sanitäter ist, oder um herauszufinden, was dem Patienten fehlen könnte. Diese Fragen werden nach bestimmten Schemata gestellt, beispielsweise SAMMELN, DMS oder PAKET. SAMMELN steht für die Fragen nach:

  • Symptomen (Was fehlt dir?, Wo tut es weh?),
  • Allergien,
  • Medizinische Vorgeschichte (Wurdest du letztens operiert?, Hattest du das schon mal?),
  • Medikamente,
  • Essen und Trinken (Wann hast du zuletzt gegessen/getrunken?, War es etwas was du vorher noch nie gegessen/getrunken hast?),
  • Letzte Ausscheidung, die ist auch wichtig, um den menschlichen Körper zu verstehen und heraus zu finden, was dem Patienten fehlen könnte und zuletzt
  • Neuartige Symptome, die während der Behandlung aufgetreten sind (Sind die Schmerzen stärker geworden oder jetzt woanders?)

Neben all diesem Wissen stehen den Sanitätern auch Materialien zur Verfügung. Hier sind vor allem der Rucksack und die Tasche wichtig. Der Rucksack wurde von einem Preisgeld angeschafft, was im Weiteren noch erläutert wird. In diesem Rucksack (und auch der Tasche) befinden sich folgende Dinge:

  • Protokolle,
  • Verbandsmaterial, wie: Mullbinden, Verbandtücher, Dreiecktücher, Leukoplast, Kompressen, Verbandpäckchen, etc.,
  • Handschuhe,
  • Blutdruckmanschette und Stetoskop,
  • Ein Schlüssel, zum Öffnen der Poller, falls ein Rettungswagen benötigt wird,
  • Hyperventilationsmasken,
  • Desinfektionsmittel,
  • uvm.

Neben dem “Machen” ist auch das Betreuen sehr wichtig. Gerade jüngere Mitschüler brauchen eine Bezugsperson, wenn etwas Schlimmes passiert ist. Diese Rolle übernehmen dann auch die Sanitäter und spenden Trost und kümmern sich um den Patienten, bis er in der “Rettungskette” weitergegeben wird.

Wer hilft den Schulsanitätern, wenn sie durch den Dienst belastet sind?

Nach besonders schweren Unfällen und Einsätzen, kann es auch mal vorkommen, dass die Sanitäter selbst Unterstützung brauchen. Hier helfen zunächst ältere Sanitäter. Sollte deren Rat und Unterstützung nicht reichen, ist natürlich eine Dienstpause möglich. Es gibt auch eine externe Möglichkeit sich anonym Hilfe zu suchen oder sich beraten zu lassen. Diese nennt sich “psychosoziale Notfallversorgung” und ist auf Menschen spezialisiert, die im Rettungswesen tätig sind.

Gibt es Weiterbildungs-Möglichkeiten und Events?

JA! Wer 16 Jahre ist, kann bei den Johannitern die nächst höhere Stufe, den Sanitätshelfer (San-H) machen und nach absolvierter Ausbildung bei Veranstaltungen, wie Konzerten, Turnieren, Großevents (wie oben beschrieben) offiziellen Dienst tun und ist dann dort für die Notfallversorgung der Gäste verantwortlich.

Doch auch vorher schon gibt es Events, die nur Schulsanitäter besuchen können. Highlight des Jahres sind die Wettkämpfe. Im zwei Jahreswechsel finden Landes- und Bundeswettkämpfe statt. Hier messen sich Sanitäter verschiedener Altersstufen miteinander in Alterskategorien und können Preisgelder gewinnen. Der Sieger einer Kategorie bei einem Landeswettkampf qualifiziert sich für die Teilnahme am Bundeswettkampf, wo aus allen 16 Bundesländern, sich die besten Sanitätsgruppen messen. Als Schulsanitäter tritt man als eine Gruppe in der Kategorie B an. Die Wettkämpfe finden jedes Mal woanders statt. Gemessen wird sich in den Disziplinen:

  1. Tragen
  2. Fallbeispiele klein und groß
  3. Theorietest

Am Abend werden dann bei einer großen Party die Siegerehrungen durchgeführt, wo einem bewusst wird, das die Johanniter als eine sehr große Familie betrachtet werden können.

Das Beste an all dem: Es ist KOSTENLOS.

Fazit

Vorteile:

  • kostenlose Mitgliedschaft in der JUH
  • Als Schulsanitäter Menschen helfen und Verantwortung tragen
  • kostenlose Weiterbildungsmöglichkeiten und Events
  • eine spaßige Gruppe
  • Top Ausrüstung und Technik
  • Schulsanitäter ist ein Einstieg in die Berufswelt
  • Viel, viel Spaß!

“Nachteile”:

  • der Spaß ist ansteckend
  • es kann auch tatsächlich mal Schlimmes passieren, was einem Nahe geht.

Werde auch DU ein Schulsanitäter!

Bei Fragen, wende Dich direkt an die Schulsanitäter deiner Schule: sie helfen dir gern 🙂

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