Die Silvesternacht 2019 / 20 hatte es in sich: Es gab neben Feierlichkeiten auch viele Brände, Unfälle, Verletzungen und sogar Tote. Silvester soll eigentlich eine bunte Party sein, die das alte Jahr verabschiedet und das Neue begrüßt. Doch was bringen die coolen Lichteffekte um Mitternacht und das Geknalle? Ist Silvester mehr Horror als Spaß? Wie denkst du dazu? (siehe Umfrage ganz unten).

Im Norden war es teilweise sehr turbulent, aber es gab auch klimafreundliche Verbote. Das größte Drama passierte in der Mitte von Deutschland.


Brand im Zoo tötete mehr als 30 Tiere.

Himmelslaternen sind Lampions aus dünnem Reispapier, die weit fliegen können.

Bei einem Affen-Gehege-Brand im Zoo in Krefeld (nahe Düsseldorf in NRW) starben über 30 Tiere: Orang-Utans, Gorillas, Schimpansen, etc. Die hochintelligenten Tiere sind im Rauch erstickt oder wurden von den Flammen verschlungen. Das Gehege ist bis auf die Grundmauern heruntergebrannt. Es sollen nur zwei Schimpansen überlebt haben.

Wie konnte das passieren? Die Feuerwehr in Krefeld geht von fahrlässiger Brandstiftung aus. Es wurden sogenannte, in Deutschland verbotene, “Himmelslaternen” gesichtet. Wie kleine unkontrollierbare Heißluftballons fliegen diese mit dem Wind in den Himmel hinauf und sollen eigentlich Glück bringen. Einige sind wohl in Bäumen des Zoo-Geheges hängen geblieben und haben den Brand entfacht.

Aktuelle Pressemitteilungen der Krefelder Polizei stehen hier.

(Quelle: https://www.n-tv.de/panorama/Zahlreiche-Affen-kommen-in-Flammen-um-article21484014.html)


Einige Städte und Küstenorte verhängten umweltfreundliche Verbote

In der Hamburger Innenstadt, an der Binnenalster, wurde das Knallen verboten, ebenso wie in Niendorf/Timmendorfer Strand, an der Ostsee beim “Silvester on the Beach”, und an weiteren Orten.

Dagegen soll zum Beispiel in Lübeck, laut einem Augenzeugen aus Reinfeld, um kurz nach Mitternacht die Luft zum Schneiden gewesen sein (ein späterer Bericht in der LN bestätigt das). Die gleichen Worte stehen auf dem Deckblatt des Hintergrundberichtes des Umweltbundesamtes (pdf, Stand: Dez 19) zum Thema. Feuerwerke sorgen nicht nur für krankmachenden Lärm, Unfälle und Müll, sondern produzieren auch unsichtbaren Feinstaub, der für Gesundheit und Umwelt schlecht ist.

Dafür wurde viel Geld ausgegeben: 2019 in Deutschland 133 Millionen Euro! (Quelle: Statista)


Der Jahreswechsel im Norden war turbulent, teilweise mit schweren Folgen.

Laut den Blaulicht-Pressemeldungen von Polizei und Feuerwehren gab es in Schleswig-Holstein 300 Feuerwehr-Einsätze, dabei einige Großbrände. Herausragend war z.B. ein Großbrand in Husum – dort brannte eine Doppelhaushälfte komplett aus. Mehrere Personen zogen sich schwere Verletzungen durch Umgang mit Knallkörpern zu – teilweise mit Fingeramputationen.

In Lübeck und Ostholstein gab es “nur” 213 größere und kleinere Polizei-Einsätze zu bewältigen – es war dort keine außergewöhnliche Nacht. Die Veranstaltungen verliefen überwiegend ruhig und ohne herausragende Einsätze.

Aber: In der Lübecker Innenstadt sind vier Menschen mit schweren Verbrennungen, darunter drei Minderjährige, ins Krankenhaus gebracht worden -. einem 14-Jährigen war ein Böller in der Hand explodiert (hatte ihn von der Straße aufgehoben). Professor Peter Mailänder, Direktor der Klinik für Plastische Chirurgie am UKSH, hatte laut der LN vor Kurzem mitgeteilt, dass er

“… in seinem ganzen Leben noch nie so viele Schwerverletzte gesehen habe, wie in dieser Silvesternacht.”

Laut einem Bericht der Lübecker Nachrichten fordern die Bürger jetzt ein Böllerverbot – denn so schlimm wie dieses Jahr war es noch nie!

Stormarn/Lauenburg/Ostholstein (mit Reinfeld):

Speziell die Feuerwehr-Leitstelle Süd für die Kreise Herzogtum Lauenburg, Stormarn  und Ostholstein nannte 54 Brandeinsätze, fünfmal technische Hilfeleistungen und 102 Einsätze für den Rettungsdienst.

Nach Wahrnehmung der Polizei aus den Kreisen Stormarn und Lauenburg gestaltete sich der Jahreswechsel 2019 auf 2020 aus polizeilicher Sicht regional unterschiedlich. Verlief die Nacht im Raum Ratzeburg, Schwarzenbek und Reinbek relativ ruhig, war sie in Geesthacht, Ahrensburg und Bad Oldesloe deutlich unruhiger und hektischer als im vergangenen Jahr. Dies spiegelt sich auch in den Einsatzzahlen der Einsatzleitstelle für den Bereich der Polizeidirektion Ratzeburg wider. War es, wie in den letzten Jahren auch, bis Mitternacht relativ ruhig, so stiegen die Einsätze ab 00.00 Uhr sprunghaft in die Höhe.

Insgesamt waren für beide Kreise 60 Polizei-Einsätze zu verzeichnen (letztes Jahr: 18).

  • Einem Jugendlichen explodierte nahe Trittau ein Feuerwerkskörper in der Hand – wie schwer die Verletzungen sind, ist nicht bekannt.
  • Ein Silo brannte ab; und es gab diverse Zigarettenautomatenbrände.
  • mehrere Personen an verschiedenen Orten bewarfen sich im Streit mit Böllern;
  • außerdem gab es mehrere Handgreiflichkeiten (mit Pfefferspray, Glasflaschen, …)
  • Mitten in der Nacht kam starker Nebel auf und es gab 3 Unfälle deswegen auf der Autobahn (BAB1). Aus Sicherheitsgründen musste die A1 in beide Richtungen ab 04.00 Uhr voll gesperrt werden (zwischen  Ahrensburg und Öjendorf).

In Hamburg gab 1.353 Polizei-Einsätze und 475 Brände, zu denen die Feuerwehren ausrücken mussten. Einige der Geschehnisse laut dem Blaulicht-Meldungen und der Mopo (Hmb. Morgenpost):

  • Auf der Reeperbahn zündete eine Person in der Menschenmasse eine illegalen Böller und rannte darauf hin weg. Eine Frau hat starke Kopfverletzungen. Vier weitere sind verletzt.
  • Ein Mann und zwei Kinder haben sich schwer verletzt. Sie wollten einen Böller zünden. Ein Kind ist fast erblindet. Das andere Kind und der Mann verloren beide fast einen oder mehrere Finger.
  • Ein weiterer schlimmer Unfall fand in HH-Wilhelmsburg statt. Ein Mann kletterte auf einen Neubau auf einer Baustelle, um von dort Raketen und Böller zu zünden. Er verlor das Gleichgewicht und stürzte vom 6. in den 5. Stock. Möglicherweise ist er nun Querschnittsgelähmt.
  • Eine weitere, betrunkene, Person verlor dadurch, dass ein Böller in dessen Hand explodierte, 3 Finger. Das selbe Schicksal ereignete sich bei einem 30 jährigen. Ihm explodierte sein selbstgebauter Böller in der Hand. Noch dazu verstieß er  it dem Böller gegen das Sprengstoffgesetz.
  • Nicht jeder Unfall ist selbstverschuldet. Ein 12 Jähriger Junge wurde mit einer Rakete abgeschossen. Er erlitt ein Knalltrauma.

Das sind nur wenige Beispiele mit Körperverletzungen – sie machen klar, welche Folgen die Silvesterknallerei haben kann!


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