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Oberstufenschüler sitzen an Gruppentischen; Tablets liegen bereit; die Referendarin / LiV* Annalena Mielke bespricht mit den Schülern die letzte Hausaufgabe – digital: Eine Weltkarte der Wirtschaftsräume wird per Beamer auf ein Smartboard geworfen. Was in der Oberstufe an der Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule in Barsbüttel normal ist, kennen andere gar nicht oder nur in ein, zwei Klassen: Tablet-Unterricht.

*LiV = Lehrerin im Vorbereitungsdienst

Lehrerin Sarah Franz hospitiert heute auch im Unterricht ihrer LiV und zeigt den Redakteuren ihr Tablet (ein iPad) mit der Weltkarte darauf.

Nachdem die Hausaufgaben besprochen worden sind, wird ein Brainstorming (eine Methode zur Ideenfindung) zum Thema “Migration” durchgeführt. Dieses wird in den nächsten Unterrichtsstunden noch ausführlich behandelt werden. Heute entwickeln die Schüler zunächst Ideen, die dann in Partnerarbeit und am Ende in der ganzen Gruppe als vermeintliche Fakten genannt und später überprüft werden.

Mit dem digitalen Notizprogramn “Goodnotes” schreibt die Referendarin die, im Brainstorming entstandenen Ansätze, handschriftlich auf ihr Tablet. Kurz danach zeigt sie auf dem Smartboard das Ergebnis. Dieses kann sie Jederzeit ändern, ohne Abwischen beim Korrigieren wie auf der Kreidetafel, sondern durch Markieren und Verschieben mit den Tabletstift.

Aus diesem Brainstorming heraus wird die Leitfrage “Was ist Migration?” entwickelt und ebenfalls digital festgehalten – für die nächsten Unterrichtsstunden zum Thema.

Für den nächsten Lernschritt werden Gruppen gebildet – sogar das digital!

Für das Bilden von Gruppen wird die APP “Team-Shake” (Download für IOS, für Android) genutzt. Die Teams werden von einem Schüler, per Fingerprint aufs Tablet, zufällig zusammengewürfelt. Das Gute daran: Es gibt keine Diskussionen und keiner kann ausgeschlossen werden! Bedeutet: digitale Medien machen Klassen auch sozialer? Schützen vor Ausgrenzung und Diskriminierung?

Danach geht die aktive Gruppenarbeit mit den Tablets sowie eigenen Smartphones los.

Obwohl diese Schule wirklich gut mit digitalen Medien ausgestattet ist und für rund 600 Schüler-Tablets hat, haben nicht alle Schüler (m/w/d) ihre Geräte dabei, oder haben ihre Zugangsdaten vergessen. Auch reicht das WLAN nicht immer aus, weshalb der Unterricht ohne BYOD (bring your on device) dann doch nicht ganz funktioniert. Die privaten Smartphones werden deswegen oft für die Online-Recherche gebraucht!

Mit dem Programm Padlet kann in Gruppen gearbeitet werden und zwar gleichzeitig am selben Dokument. Diese Methode wird in der Fachsprache “Kollaboratives Arbeiten” genannt, wurde unserem erKant-Redakteur im Interview erklärt. Die Schüler fügen dabei ihre Online-Recherche-Ergebnisse in die Padlet-Datei ein und tragen so die Arbeit der ganzen Klasse in einem Dokument zusammen.

Den Link zur vorbereiteten Padlet-Datei gab es vorher per QR-Code, welcher auf einen Zettel gedruckt war. Über dieses Programm können alle Schüler und Lehrer die Arbeiten der Anderen auch am Smartboard sehen und übers Tablet schriftlich kommentieren.

Abschließend stellen die Schülergruppen ihre Ergebnisse live vor. Eins haben sie aber alle vergessen: Die Quellen ihrer Recherche-Ergebnisse im Padlet einzutragen. Das wird zur neuen digitalen Hausaufgabe.

“Außer einigen Schwierigkeiten mit dem WLAN funktionierte der Unterricht gut und war interessant! Alle Schüler konnten mitreden, aktiv sein, selber Digital arbeiten und ihre Ergebnisse zeigen”, meint unser erKant-Redakteur.

Und wozu brauchen Jugendliche nun solche digitalen Kenntnisse?

“Die Antwort auf die Frage warum Tablet-Unterricht sinnvoll und wichtig ist, liefert die Wirtschaft: Die berufliche Zukunft der Schüler ist digital! Das beginnt beim Bewerben – auf Online-Portalen oder per E-Mail, teilweise schon per Video-Bewerbung. Auch Kenntnisse und Erfahrungen mit digitaler Zusammenarbeit über Orts- und Landesgrenzen hinaus ist wichtig, denn: Heute schon arbeiten Mitarbeiter in Firmen mit internationaler Ausrichtung oft virtuell zusammen; auch mit “Padlet” vergleichbaren Anwendungen” erzählt der Coach von erKant, Susanne Braun-Speck.


Ein Interview zum Thema mit Schülern sowie mit Sven Wiegandt, Koordinator für das Lernen mit digitalen Medien an der Erich Kästner Gemeinschaftsschule mit Oberstufe Barsbüttel, folgt in Kürze. Wer Fragen an ihn stellen möchte, kann das gerne per E-Mail tun: sven.wiegandt@ekg-bb.de


Lies gerne auch das:

 

Darauf warten alle: Digitale Whiteboards, PC ´s und Tablets, digitale Bücher und Wiki´s, digitale Lernmethoden – unter Anderem mit VR. Bildungsministerin Karin Prien gab am 24. September in Kiel bekannt, dass die kommunalen Landesverbände sich einig wurden und die Förderrichtlinie über die Vergabe der Mittel aus dem “Digitalpakt” in Kraft treten kann. Von 2019 bis 2024 erhalten die rund 800 öffentlichen Schulen in Schleswig-Holstein knapp 142 Millionen Euro.

Die Richtlinie „Landesprogramm DigitalPakt SH – Öffentliche Schulen“ wird mit Veröffentlichung im Amtsblatt in der kommenden Woche rückwirkend zum 17. Mai 2019 in Kraft treten. Damit Schulen Geld aus dem DigitalPakt bekommen, müssen sie einen Antrag stellen – wozu sie zunächst ein pädagogisches Konzept entwickeln müssen.

Digitale Bildung – der “DigitalPakt” soll sie möglich machen

Digitale Kompetenz ist zukünftig von entscheidender Bedeutung: für jeden Menschen, um digitale Medien selbstbestimmt und verantwortungsvoll nutzen zu können und um gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben; und für die Gesellschaft, um Demokratie und Wohlstand im 21. Jahrhundert zu erhalten.

Schulen müssen deshalb überall auf schnelles Internet zurückgreifen können und sollten über entsprechende Anzeigegeräte wie interaktive Whiteboards verfügen. Lehrerinnen und Lehrer müssen gut qualifiziert sein, um digitale Medien nutzen und digitale Kompetenzen vermitteln zu können. (Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung).

Ein Erklärfilm dazu:

https://youtu.be/KQ2yOFOR-wM

Der Träger der Reinfelder Schulen – die Stadt Reinfeld – kann bis zu 500.000 EUR bekommen.

Um aber z.B. bis 25.000 EUR für Endgeräte ausgeben zu dürfen, muss zunächst die Infrastruktur stehen, steht z.B. in der Verwaltungsvereinbarung des Bundes. Auf die regionale Fördermittelrichtlinie müssen Schleswig-Holsteiner wohl bis kommende Woche warten – diese wird im Nachrichtenblatt mitgeteilt.

Die aus dem Schulträgerbudget zu gewährenden Zuwendungen sind von den Trägern der öffentlichen Schulen um einen Eigenanteil in Höhe von jeweils mindestens 15 Prozent zu ergänzen. Bei finanzschwachen Kreisen, Städten und Gemeinden entfällt der Eigenanteil.

Weiterführende Informationen:

Weitere Artikel zum Thema Digitalisierung & Schule siehe Themenseite dazu von erKant.

 

Die IdeenExpo ist Europas größtes Jugend-Event für Naturwissenschaften und Technik – Digitales ist hier normal. 2019 fand sie vom 15. – 23. Juni statt. Dort ging es um technische Ideen und MINT-Berufe; es gab viele Mitmach-Angebote, Ausstellungs-Exponate, Live-Experimente, Bühnenshows und Workshops. Die Tortur der erKant-Redaktion auf der Bahnfahrt zur Messe stellte diese aber glatt in den Schatten …

2019 gliederte sich die Messe in 12 Themenbereiche: Digitale-Welten, Media-Lab, LebensRaum, Produktions-Kosmos, Mobilitäts-Meile, LifeScienceArea, EnergieFeld, AgriFood-Park, Club-Zukunft und Mission: Moon. Ganz neu waren die Themenbereiche “Klima-Zone” und “Mobilitäts-Arena”.

Bilder von Ideenexpo:


“Uns, als Besuchern viel auf, dass es tolle Mitmach-Stationen gab, davon aber sehr viele mit “Löten” zu tun hatten. Siehe Fidget-Spinner-Bau. Weiterhin sahen viele Ausstellungen zunächst spannend aus, tatsächlich gab es dann aber oft nur VR-Brillen (siehe Artikel dazu), über die sich Besucher etwas ansehen konnten. Weiterhin fanden leider einige Aktionen schon ab 16.30 Uhr nicht mehr statt, obwohl sie als Termin im Programm standen. Das vielfältige Angebot ist aber irre interessant und vermutlich könnten Besucher mehrere Tage dort verbringen!”

Erfreulich war, dass wir zufällig TV-Wissenschafts-Moderator Ranga Yogeshwar und Frau Elke Büdenbender (Ehefrau unseres Bundespräsidenten, Frank Walter Steinmeier) begegneten.


Kurzes Interview mit Ranga Yogeshwar zum Thema “Digitale Bildung


Mehr zu unserer Bahn-Tortur …. Auf dem Hinweg:

Mittwoch, ein sonniger, warmer, 30-Grad heißer Tag, fing am kleinen regionalen Bahnhof in Stormarn mit 8 Minuten Zugverspätung an. Wir kamen erst um 9:58 Uhr in Hamburg an – die Umsteigezeit zum Anschlusszug war nun viel zu kurz; wir rannten los, rempelten Leute an, stürzten die Treppe zum Gleis herunter, und lasen: der Zug aus München, der nach Hannover fahren soll, hat – na? Verspätung! Zunächst 30 Minuten.

Die Bahn selbst behauptete, es läge am Wetter: “Heftige Unwetter und ein Hitzerekord führten im Juni zu einem empfindlichen Rückgang der Pünktlichkeitsrate. Im heißesten Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen waren im Fernverkehr lediglich 69,8 Prozent aller Züge pünktlich, bei DB Regio 93,2 Prozent.” (Quelle) Ist das so? Morgens war es noch gar nicht so warm und Unwetter gab es auch nicht …

Grund waren technische Störungen. 

Daraus wurde 59 Minuten oder doch 62? Direkt nach der Abfahrt gab die Bahn richtig Gas und holte sofort wieder drei Minuten auf. Ist damit der Zug nur 59 Minuten zu spät? Gibt es jetzt keine 25% zurück? Wir sind jetzt schon überhitzt und gereizt – wir wollten um 12 Uhr auf der Ideenexpo sein. DER Messe …. Doch dank der Deutschen Bundesbahn sind wir eine Stunde zu spät (und hätten damit eigentlich den 1/3 günstigeren Zug um 10:18 Uhr nehmen können). Ungefähr um 13 Uhr kamen wir am Hauptbahnhof Hannover an. Und? Klar, der Anschlusszug zum Messegelände: fiel aus.

Grund dieses Mal: polizeiliche Ermittlungen 

Um nicht auf den nächsten Zug wieder 30 Minuten warten zu müssen, nahmen wir die U-Bahn. Nach 17 Minuten stiegen wir Messe-Nord aus, liefen bei 30 Grad in der Sonne zum Eingang, und: wurden von einem Wachmann aufgehalten.  

Messegelände-Odyssee & schlechte Presseversorgung

„Wo wollen Sie denn hin?“ fragte er uns und die, die hinter uns gingen. Ein ausländisches Paar; er relativ sicher ein Kriegsflüchtling, da er ein völlig entstelltes, vernarbtes Gesicht hat. Wir versuchten zur verbergen, dass uns seine Verletzungen erschreckten …  

„Wir wollen zur Ideenexpo!“ „Hier können sie nicht rein. Sie müssen den Ost-Eingang nehmen. Gehen Sie da lang zur Hauptstraße und dann rechts rum, bis Messe/Ost.“ Der Wachmann zeigte uns allen den Weg mit winkendem Arm. „Um das Außengelände herum?“ „Ja, ja, genau. Irgendwann kommen Sie zum Eingang Ost.“ 

Das ausländische Paar ging vor, wir nach. Die Sonne brannte vom Himmel. Es war heiß. Richtig heiß! Der Weg sah lang aus. Wurde immer länger, führte an Parkhäusern vorbei. Wir überholten das Paar durch eine Abkürzung an der Ecke. Ost kam in Sicht. Und auch die Autobahn. Ein Eingang – und dann: geschlossen. „Das ist ja wohl nicht wahr!“ schimpfen wir, gingen aber mutig weiter. Bis zur Aral-Tankstelle. Danach folgte nur noch: Die Fußgängerbrücke vom Parkplatz Ost aufs Messegelände. Aber: wir standen darunter. Direkt an der Autobahn …

„Ähm – da können wir nicht lang! Und jetzt?“ Hinter dem Messezaun fuhr ein Arbeiter mit Caddy, er hielt, stieg aus. Wir riefen ihn! Er kam und wir erzählten ihm unsere Story … Das ausländische Pärchen holte auf, blieb bei uns stehen. 

Grund für diesen sinnlosen Lauf durch die Sommerhitze: Inkompetenz des Wachpersonals

“Gerne würde ich helfen. Aber hier gibt es keine Tür!“ „Und nun? …“ Wir regten uns auf, bettelten, suchten nach einer Lösung. „Passt auf! Geht zur Aral zurück; da steht ein schwarzer Wagen – daneben ist eine Tür. Da lasse ich euch rein.“ Der Tag schien gerettet. Dem Paar sagten wir, dass es uns folgen soll. Ihr Deutsch schien zu reichen, sie folgten uns. Endlich eingelassen, sagte der Arbeiter, dass er das eigentlich nicht darf. Ist ja quasi ein Hintereingang. Ich versicherte ihm, dass wir als Presse akkreditiert waren und er sich wirklich keine Sorgen machen musste. Die anderen zwei flitzen auch schnell rein. Wir alle dankten dem unbekannten Helfer! 

Die Sonne brannte – wir sollten wieder geradeaus laufen. Taten wir. Irgendwann bogen wir ab, gelangten so mitten aufs Messegelände und: standen dennoch irgendwann wieder vor einem Zaun – mit Wachmann.  

„Wir wollen bitte endlich zu der Messehalle 9 – wir sind als Presse eingetragen.“ Die anderen Zwei standen hinter uns. „Da seid ihr hier völlig falsch.“ Wir erzählten ihm, was bisher war. Er konnte kaum glauben, dass der Wachmann am Eingang Nord so blöd war. Nutzen tat das Fremdverschulden uns nichts:  

Das kann ich echt nicht tun. Ich kann euch nicht reinlassen. Das ist der Lieferanten-Eingang. Gestern habe ich Messestandmitarbeiter reingelassen und habe voll den Anschiss bekommen!“ Gefühlt haben wir 35 Grad – uns fließt das Wasser den Rücken hinunter. „Mir reicht´s. Ich rufe jetzt bei der Presseabteilung an. Lassen Sie uns rein, wenn die Ihnen bestätigen, dass wir angemeldet sind?“  

Nach kurzem Überlegen sagt er: „Ja. Aber das gilt nur für euch beide. Die anderen nicht, das sind ja normale Messebesucher.“ Er erklärt ihnen den Weg, Richtung Westen, runter vom Gelände, sie sollen nach Süd gehen. Noch eine Frau kommt. Die wurde auch in die Irre geführt. Auch sie muss wieder gehen. Ich telefoniere derweil mit der Presseabteilung. Die kapiert erst einmal nichts; muss Rücksprache halten, aber … nach 10 Minuten sind wir drinnen.  

Endlich! Aber: die Sonne brennt …

Der Weg führt noch an 3 Hallen vorbei, bis wir endlich in Halle 9 und der Presselounge angekommen sind. Ja, wir sind gelistet, bekommen die Presseausweise, wollen nach 5 Stunden Reise etwas Essen und Trinken, und dann? Gibt es die schlechteste Presseverpflegung, die wir jemals erlebt haben. Nur Getränke und eine Handvoll Müsliriegel. Wir waren explizit „eingeladen“ gewesen. Ich frage telefonisch nach: „Ja. Mensch, wir haben schon gehört, was los war. Ja und nee, tut mir leid. Es gibt keine Presseverpflegung.“ Kurzangebunden „bedanke“ ich mich für die Auskunft. Wir trinken was und gehen dann – endlich – auf die Messe.

Mit zwei Stunden Verspätung und fix und fertig durch die heiße und doppelt so lange Anreise waren wir endlich auf der Ideenexpo.


Auf der Rückfahrt wurde es ähnlich strapaziös…

Aber im Zug – einem IC ohne Klimaanlage, da hatten wir die Fenster überall auf; es wehte und war so voll, wie in Zügen, die wir aus Dokus über Indien kennen … Einige Wagons mussten evakuiert werden, weil es darin gefährlich heiß war …. – drückte eine Schaffnerin uns Fahrgästen von selbst einen Bahnbrief-Umschlag mit Rückerstattungs-Formular in die Hand. Die ganze verlorene Zeit wird uns das auch nicht zurückbringen.

Grund waren übrigens wieder technische Störungen. 

Endlich in Hamburg angekommen, hatte der Anschlusszug na ? – Verspätung! Aber nur ein paar Minuten. 

Grund waren dieses Mal: Probleme an einen Bahnübergang. Welche auch immer. 

Ergebnis des Tages: 5 Stunden Hinfahrt (mit Lauf- und Wartezeit), 3,5 Stunden Messebesuch, 3,5 Stunden Rückfahrt (mit Laufe- und Wartezeit) – bei Temperaturen um 30 Grad Celsius und später kurzen Unwettern.

Tablet-Klassen, Lernplattformen, VR, Digitalpakt, etc – all diese Begriffe haben mit digitaler Bildung zu tun und sind auf unserer Sonderseite “digitale Medien & Schule” in den letzten Monaten thematisiert worden. Die Digitalisierung soll unsere Arbeit vereinfachen und beschleunigen. Somit wird sie zu einer Kernkompetenz, welche in Bildungsstätten, wie Kindergärten, Schulen, Ausbildungsbetrieben und Universitäten, gelehrt werden soll. Doch wie wichtig ist digitale Bildung tatsächlich?

Die Redakteure von Links: MarWin, Tobias, MarVin, Mira & Minoka (Foto: Coach Susanne)

Die erkant-Redakteure haben verschiedene Personengruppen (Politiker, Unternehmer, Schüler, etc) “auf Augenhöhe” interviewt, und ihre Antworten hier für euch festgehalten. Nachträglich hinzugefügt wurde das Positionspapier “Digitalisierung” der Landesarbeitsgemeinschaft der SuS in SH – siehe ganz unten.

Kernfrage an Erwachsene war: Wie wichtig finden Sie digitale Bildung und warum? Kernfrage an Jugendliche: Hältst du digitales Lernen für wichtig, und wie findest du es?


Karin Prien, Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur in SH (Foto: Frank Peter)

Karin Prien, Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Schleswig-Holstein:

„Digitale Bildung ist in einer digitalen Gesellschaft ein Muss – und damit auch ein Muss-Thema in allen Fächern und an jeder Schule. Schülerinnen und Schüler müssen den selbstverständlichen Umgang mit digitalen Medien lernen, um selbstbewusst und kritisch mit digitalen Medien umgehen zu können.

Dazu gehört auch, etwas über die Gefahren von Cyber-Mobbing bis zu Datenklau und Datensicherheit zu wissen. Beim Lernen bieten digitale Medien, eingebettet in gute pädagogische Konzepte, neue Chancen – übrigens sowohl des individuellen Lernens, als auch des zusammen Arbeitens und zwar ortsungebundener. Sie werden Lehrkräfte nicht ersetzen, aber den pädagogischen Instrumentenkasten erweitern. Denn: Lernen geht auch mit den digitalen Medien nicht von alleine; Lernen kann dadurch aber interessanter werden! Künstliche Intelligenz kann dabei helfen, individuelle Lernprozesse zu begünstigen.” (Redakteur: Marvin Ladwig)


Dawinder Singh, Schülersprecher KGS, Foto: erKant.de

Dawinder Singh, Schülersprecher der I. Kant-Schule Reinfeld:

“Das Lernen mit digitalen Medien ist für mich etwas, was unumgänglich ist. Wir leben in einer Welt, wo wir auch in der Schulzeit mit Microsoft, Openoffice oder anderen Programmen arbeiten müssen.

Als Schülersprecher ist es mein Wunsch, und vor allem mein Ziel, dass die Schule sich mehr mit Digitalisierung befasst. Viele Vorteile könnte man daraus bringen, wie das Lernen mit Medien, die Weiterbildung seines Technik-Knowhows und, anstatt andauernd die Nasen in die Bücher zu stecken, kann man auch mit Hilfe von digitalen Medien beispielsweise Recherchearbeit durchführen oder Präsentionen erstellen. So etwas kann effizient sein, und vor allem bei vielen Schülern das Interesse am Lernprozess wecken.” (Redakteur: Minoka Braun)


Susanne Braun-Speck, Selbständige im Bereich digitale Medien / Online-Marketing (tiefenschaerfe.de) & Coach von erkant.de

Susanne Braun-Speck, Selbständige im Bereich digitale Medien / Online-Marketing (tiefenschaerfe.de) & Coach von erkant.de

“Digitalisierung ist ein Querschnittsthema – es gehört schlichtweg in die Schulen, bestenfalls als eigenes Unterrichtsfach! Denn: die Zukunft ist digital – im privaten Umfeld und Beruflich. Es ist elementar wichtig für Jugendliche, gut darauf vorbereitet zu sein, um nicht abgehängt zu werden.

Wichtig ist auch, dass sie lernen, das digitale Medien kein Spielzeug, sondern ernst zu nehmende und wichtige Arbeitsmittel sind. Außerdem haben die virtuelle Welt und digitale Medien ganz eigene Regeln und Fallstricke – die sollte jeder Jugendliche kennen.” (Redakteur: Tobias Nerlich)


Jan Philipp Albrecht, Umweltminister Schleswig-Holstein, Foto: Frank Peter

Jan Philipp Albrecht – Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung in SH:

“Mit digitaler Bildung erhalten Schülerinnen und Schüler Kompetenzen zum Umgang mit digitalen Medien. Das hilft ihnen nicht nur in vielen Berufen, sondern auch im Privatleben.” (Redakteur: Marvin Ladwig)


Felix, 16 J., Schüler aus Essen (NRW)

Das ist nicht Felix… sondern ein Bild von pixabay

“Sofern alles abgestimmt ist und funktioniert, finde ich es in der heutigen Zeit sehr ansprechend, mit digitalen Medien zu Lernen. Der Unterricht ist so interessanter und weniger eintönig.

Gerade das Internet ist in der heutigen Zeit sehr präsent geworden, und daher ist es ein sehr wichtiges Medium, über welches aufgeklärt werden muss. In der heutigen, schnellen Gesellschaft und in der stetig wachsenden Technologiebranche sollten Schulen wenigstens halbwegs “Up to Date” sein.

Gut wäre erstmal, dass die Schüler lernen mit diesen Medien umzugehen. Außerdem werden dadurch mehr Lern-Methoden genutzt, welche den Schülern einen höheren Lernspaß bieten”. (Redakteur: Minoka Braun)


Svantje Paprzycki HR-Managerin Berufsausbildung bei der Dräger AG

Svantje Paprzycki, HR-Managerin Berufsausbildung, schrieb stellvertretend für die Drägerwerk AG & Co. KGaA:

“Digitale Medien sind aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Aus diesem Grund halte ich es für sehr wichtig, den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien schon sehr früh zu vermitteln, und zu erlernen.

In diesem Zusammenhang sollten Schule und Eltern zusammenarbeiten, da digitale Medien uns viele neue Möglichkeiten eröffnen, jedoch auch Gefahren entstehen können.” (Redakteur: Tobias Nerlich, ein erweitertes Interview steht hier)

 


René Krowlow, Kommunalpolitiker in Reinfeld, Beruf: IT-Manager

René Krolow, Lokalpolitiker in der Stadt Reinfeld:

“Durch die digitale Bildung wird der Wissensaufbau und -transfer erheblich gestärkt. Das bezieht sich auf alle Bildungsbereiche, was u.a. auch die Wissensverteilung und Weiterbildung in Unternehmen mit einschließt. Jeder Mensch kann durch digitale Bildung einfach, schneller und effizienter lernen.

Denn: Durch das Internet gibt es sehr viel digitales Wissen, was verteilt und ohne Struktur vorhanden ist. Digitale Bildung ist essentiell für jeden, doch dürfen die Basics der Bildung wie handschriftliches Schreiben und handwerkliche Fähigkeiten nicht außer Acht gelassen werden.” (Redakteur: Marvin Ladwig)


Anita Klahn, Landtagsabgeordnete & stellv. Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion in SH

Anita Klahn, Abgeordnete des Schleswig-Holsteinischen Landtags & stellvertretende Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion.

“Schülerinnen und Schüler erwerben neben den Kompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen die digitale Kompetenz als neues Feld der schulischen Bildung. Diese ist in der heutigen Zeit, und mehr noch in der Zukunft, für den persönlichen Lebensalltag ebenso wichtig, wie im anschließenden Berufsleben.

Dabei sehe ich das Risiko einer einseitigen Konzentration auf die digitalen Unterrichtsinhalte. Der europäische und weltweite Wettbewerb fordert den Erwerb von sowohl zukunftsgewandten, als auch traditionellen Techniken, um interkulturelle Kompetenzen aufbauen und anwenden zu können. In der Schule wollen wir unsere Jugendlichen darauf vorbereiten.” (Redakteur: Marvin Ladwig)


Armin Moghaddam, Unternehmer aus Reinfeld, Foto: Melanie Henkel

Armin Moghaddam von alfaLot Ltd.& Co. KG Industrieausrüstung 

“Unseres Erachtens ist es ein perfekter Zeitpunkt, um zukünftige Generationen mit digitalen Medien, in einem sicheren Umfeld, vertraut zu machen.” (Redakteur: Tobias Nerlich)


Jan Philip Benckert, stellvertretend für die Landesschülervertretung der Gemeinschaftsschulen in Schleswig-Holstein

Digitale Bildung ist gerade in Hinsicht auf die Anforderungen des modernen Arbeitsmarktes an alle Schulabgänger/innen ein besonders wichtiger Lehrauftrag der Schule. Sie muss Schüler/innen den gewissenhaften Umgang mit modernen Medien wie Laptop, iPad oder Handy als „Werkzeug“ vermitteln.

Um Probleme in diesem Bereich auszuschließen, fordern wir deshalb u.a. die Einführung eines Faches „Moderne Medien“, das sich mit Fragestellungen und der Vermittlung von Fertigkeiten rund um das Thema beschäftigt.

Die Digitalisierung ist als große Chance für das Bildungssystem zu sehen. Denn die sich verändernde Medienwelt bietet die Möglichkeit, den Unterricht und die Lehrmethoden neu zu gestalten. Viele Schulen im Land zeigen bereits heute, dass Bildung durch und mit modernen Medien sehr gut funktioniert. iPad- und Laptop-Klassen, der Einsatz von Whiteboard-Tafeln oder „Bring your own device“-Programme faszinieren Kinder und machen den Unterricht aus ihrer Sicht deutlich interessanter. Dies muss noch weiter vorangetrieben und landesweit ausgebaut werden.

Alle Schüler/innen sollten das Recht und die Möglichkeit haben, einen Laptop oder ein iPad während des Unterrichtes und auch in Klausuren zu nutzen. Schülerinnen und Schüler, die weder ein eigenes iPad noch einen eigenen Laptop haben, sollten ein Gerät von der Schule gestellt bekommen, das sie auch zu Hause für die Unterrichtsvorbereitung nutzen dürfen. (Redakteur: Mira Lersch)

Siehe auch PDF: Positionspapier “Digitalisierung” der Landesarbeitsgemeinschaft der SuS in SH


Jennifer Behnke, stellvertretende Schulleiterin der KGS Reinfeld

Jennifer Behnke, stellvertretende Schulleiterin der Immanuel-Kant-Schule Reinfeld

“Wir leben heute in einer mediatisierten Welt. PC, Internetzugang, Tablet und Smartphone sind für viele Schülerinnen und Schüler allgegenwärtig.

Ziel der Schule muss es dementsprechend sein, sich den Technologien zu öffnen und die Schülerinnen und Schüler durch die Vermittlung von Medienkompetenzen auf das selbstständige digitale Arbeiten vorzubereiten. Dazu gehören auch fachübergreifende Überlegungen, für den Umgang im Sinne einer datenschutzrechtlich angemessenen, straffreien und sozialen Art zu sensibilisieren.

Schülerinnen und Schüler müssen den selbstverständlichen Umgang mit digitalen Medien lernen, um selbstbewusst und kritisch mit digitalen Medien umgehen zu können. Dies ist in der heutigen Zeit und der Zukunft für den persönlichen Lebensalltag ebenso wichtig, wie im anschließenden Berufsleben.

Lernen geht allerdings auch mit den digitalen Medien natürlich nicht von alleine, das Lernen kann dadurch aber noch vielfältiger und interessanter werden!” (Redakteur: Mira Lersch)


Vermutlich folgen hier noch weitere Interview-Antworten.

Wir verfolgen die Geschehnisse im Bereich der Digitalisierung weiterhin und freuen uns, wenn wir noch mehr dazu berichten können. Lies jetzt gerne auf unserer Themenseite “digitale Medien & Schule” weiter!