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Umzingelt von hohen Infektionszahlen trotz Impfungen

Plötzlich steht Lübeck als Stadt bei den Corona-Inzidenzen an 3. Stelle und Hamburg an 1. Stelle in puncto Fallzahlen. erKant sitzt ziemlich genau in der Mitte von den neuen Hotspots – im Kreis Stormarn. Mittlerweile soll es sich überwiegend um die Omikron-Variante handeln. Wie konnte das passieren, trotz der Impfungen und wie schlimm ist das?

Fallzahlen und 7-Tages-Inzidenz im Norden so hoch wie noch nie!

Corona-Zahlen Deutschland Stand: 12.1.2022

Auf dem Covid19-Dashboard des RKI gibt es drei Sortieroptionen. Es kann nach Inzidenz, nach Fallzahl und nach Name sortiert werden. Aktuelle Ergebnisse aus dem Umfeld:

  • Am 12. Januar hat Hamburg eine 7-Tages-Fallzahl von 10.539 (Inzidenz 568,9) und ist damit die Stadt in Deutschland mit den meisten neuen Infektionen (Screenshot rechts).
  • Lübeck hat eine 7-Tages-Inzidenz von 1072,1 auf 100.000 Einwohnern – das ist hoch (siehe Screenshot oben).
  • Im Landkreis Stormarn, der zwischen Hamburg und Lübeck liegt, gab es in den letzten Tagen 959 neue Fälle, bei einer 7 Tagesinzidenz von 391,4.

In ganz in Schleswig-Holstein liegt die 7Tages-Inzidenz heute bei 633.

Bei Schülern und Lehrkräften lag die Zahl der Positivmeldungen am 11. Januar bei 439, am 10. Jan. bei 1.799 sowie z.B. am 22. Dezember bei 552. Die Zahlen sind tagesaktuell auf dem Schuldashboard abrufbar.


Silvesterparties und Weihnachtsfeiern in Diskotheken sollen ursächlich sein. Doch was ist mit Dänemark?

Die Zeitungen und SocialMedia-Netzwerke waren voll davon: Diskotheken-Besucher sollen für die hohe Ausbreitung bei den 15- bis 37 Jährigen in Schleswig-Holstein gesorgt haben. Dabei ist die Zahl der Corona-Infizierten in der Altersgruppe der 35-59jährigen ähnlich hoch!

Aber ist das wirklich so? Sind die Diskogänger das Problem? Das Nachbarland Dänemark hat mitterweile eine 7-Tage-Inzidenz von 2.428,7 (Stand: 12.1.22) Grundsätzlich gilt Dänemark seit 19. Dezember 2021 als Hochrisikogebiet. Aber: Laut diverser Quellen (eine davon) galten Testpflichten und Quarantänezeiten nicht für Schleswig-Holsteiner! Das heißt: In den Weihnachtsferien konnten zwischen Deutschland und Dänemark viele Urlauber sowie die Berufstätigen, ungehindert und ungetestet hin-und-herreisen.

Von daher ist denkbar, dass es eher die Urlauber sowie Berufstätigen waren, die Omikron aus Dänemark nach SH verbreitet haben, und weniger die Diskobesucher.


Corona-Zahlen Deutschland Stand: 12.1.2022

Die gute Nachricht ist:

Omikron verläuft in der Regel mild und Krankenhaus-Aufenthalte sind selten.

Obwohl die Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen bundesweit so hoch ist, wie noch nie, wurden am 11. Januar 2022 auf Intensivstationen 31 behandelt (in ganz Deutschland). Vergleichsweise waren z.B. am 14. April 2021 – BEVOR mit dem Impfen von Jugendlichen begonnen wurde – 27 auf Intensivstationen. Also sind es aktuell 4 mehr, als zu dem Vergleichsdatum. Das ist ein Hinweis darauf, dass Corona-Infektionen bei Kindern und Jugendlichen in der Regel mild, mit geringen Symptomen verlaufen.

Das Diagramm auf der Seite des Intensivregisters sieht dramatisch aus – siehe Grafik links. Die Redaktion hat das Diagramm in der Original-Exceldatei neu erstellt (das im Vergleich mit den Daten ALLER belegten Betten). Sie zeigt: die Situation auf den Kinder-Intensiv-Stationen hat sich im Laufe der Zeit wenig verändert und ist nicht massiv steigend, wie das Diagramm links vermittelt.


Hier ist eine Anleitung, wie so ein Diagramm erstellt werden kann:  https://media4teens.de/diagramm-erstellen-aus-externen-datenquellen/


Überraschend: Insbesondere die Bundesländer mit den höchsten Impfquoten sind aktuell am stärksten betroffen.

Bei uns in der Klasse kamen nach den Ferien drei gar nicht erst in die Schule. Sie sind infiziert, obwohl sie ALLE geimpft waren. Zweifach oder sogar geboostert!” sagte eine erKant-Redaktuerin gestern, die heute wegen Symptomen auch Zuhause ist und deshalb an diesem Artikel mitarbeiten kann. Trockener Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Fieber sowie Übelkeit, Durchfall und Bauchschmerzen (bei Omikron) können u.a. Symptome sein. Geschmacksverlust gibt es bei Omikron wohl nicht.

Überall ist zu hören und zu lesen, dass auch 2fach-Geimpfte vor der Omikron-Variante nicht ausreichend geschützt sind. Insbesondere kommen wegen Bremen Zweifel auf: In dem Bundesland sind am meisten Menschen geimpft (84,6% sind 2fach-geimpft) und dennoch ist die Inzidenz dort aktuell (Jan. 22) am höchsten (1.296,8).

Das Diagramm rechts zeigt auch, dass der Impfstatus in Hamburg und Schleswig-Holstein im Deutschlandvergleich mit am höchsten ist. Dennoch gibt es hier aktuell extrem hohe Infektionszahlen. Warum das so ist? Nun: mRNA-Impfungen schützen nicht vor einer Corona-Infektion, obwohl das eigentlich das Ziel sein sollte, so wie bei anderen Impfungen auch. Nur der Verlauf soll milder dadurch werden und vor Krankenhausaufenthalten bewahren – die sind bei Kindern aber sowieso selten.

Ergänzung vom 13.1.: Laut Henrik Streeck (in STERN TV 12.1.22) konnten andere Infektionskrankheiten durch Impfungen ausgerottet werden – das wird laut ihm bei Covid19 mit aktuellen Impfstoffen niemals möglich sein, weswegen er u.a. gegen eine Impfpflicht ist.

Ob der milde Verlauf von Omikron gut oder schlecht ist? Darüber streiten die Experten noch. Er könnte für eine Durchseuchung der Bevölkerung mit milden Symptomen sorgen, wodurch eine Immunität gegen viele (schlimmere) Corona-Viren entstehen dürfte. Dadurch könnte die Pandemie einfach auslaufen …

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